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Der Pflegekrisendienst kommt nach Hause, wenn unvermittelt Not am Mann ist.

Werbung soll aber verbessert werden – Mehr Nachfrage nach Pandemie erwartet

Kreistag verlängert Pflegekrisendienst

  • Hans Moritz
    VonHans Moritz
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Der im Februar dieses Jahres vom Landkreis und 17 von 26 Gemeinden installierte Pflegekrisendienst wird verlängert – und soll möglichst noch ausgebaut werden. 

Dies beschloss der Kreisausschuss und gab damit 40 000 Euro Kostenbeteiligung frei. Die Kommunen steuern einen Euro pro Einwohner bei.

Träger des Pflegekrisendienstes ist der Kreisverband Erding des Bayerischen Roten Kreuzes. Verantwortlich ist Sabine Müller. Sie gab im Kreisausschuss einen Sachstandsbericht ab. Seit Februar seien 90 Anrufe eingegangen. 42 Mal sei der Dienst ausgerückt, 14 Mal in St. Wolfgang, je acht Mal in Moosinning und Taufkirchen, fünf Mal in Bockhorn, je drei Mal in Wörth und Fraunberg, ein Mal in Oberding.

Müller gab einen Einblick in ihre Arbeit, wenn etwa zwischen Klinik-Entlassung und Reha-Beginn eine Versorgungslücke klaffe, oder wenn pflegende Angehörige unvermittelt ausfallen. Sie habe auch schon erlebt, dass sie alarmiert worden sei, weil eine Frau nicht mehr in der Lage war, ihren Gatten von der Toilette zu holen.

Weil wie bei der Gründung die Frage aufkam, ob diese Tätigkeit nicht Aufgabe des Sozialdienstes beziehungsweise des Entlassmanagements am Klinikum sei, erklärte Bayerstorfer: „Der Krisendienst sucht die Hilfebedürftigen zu Hause auf. Das darf der Klinik-Sozialdienst gar nicht.“ Hinzu komme, dass man sich auch um Menschen kümmere, die nicht aus dem Erdinger Krankenhaus entlassen wurden.

Bayerstorfer geht davon aus, dass die Einsatzzahlen stark steigen werden, „weil die Kliniken anders als im Lockdown wieder Normalbetrieb in den OPs fahren“. Wolfgang Reiter (ÖDP) regte in diesem Zusammenhang an, den Pflegekrisendienst in der Bevölkerung noch bekannter zu machen, etwa über die Mitteilungsblätter der Gemeinden und die Landkreis-Zeitung. Das sagte Bayerstorfer zu.

Georg Els (FW) fragte angesichts einiger Anrufer aus Gemeinden, die nicht Mitglied sind, ob man nicht noch einmal für die Beteiligung werben solle. Auch hier hob der Landrat den Daumen.

Thomas Bauer (CSU) wies auf den bundesweiten Pilotcharakter hin. „Vielleicht etabliert sich das und wird zuschussfähig.“

ham

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