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Hässlich und verboten: Wenn Recyclingcontainer voll sind, darf nichts daneben abgestellt werden. Ein engerer Abholturnus ist laut Landratsamt nicht immer möglich. 

Immer öfter sieht man übervolle Behälter im Landkreis

Kritik an vollen Recyclingcontainern: Wenn der Konsum ausufert

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Immer häufiger sieht man übervolle Altglascontainer, leere Flaschen und Gläser türmen sich daneben. Dazu kommen Sperrmüll oder Bauschutt, einfach dazu gestellt. Das ist nicht nur unschön anzuschauen, sondern auch verboten.

Erding Babygläschen stehen neben Weinflaschen, Gurken- und Senfgläsern. Zwischendrin Plastiktüten und Kartons voller Glas. An den Containerstandplätzen im Landkreis ist das kein seltener Anblick. Sind die Behälter voll, stellen viele Bürger Glas und Dosen einfach daneben oder oben drauf.

Beschwerden erreichen das Landratsamt derzeit fast täglich

Beschwerden über volle Container erreichen das Landratsamt derzeit nahezu täglich, sagt Behördensprecherin Claudia Fiebrandt-Kirmeyer – „vor allem nach Wochenenden und Feiertagen“. Besonders oft überfüllt sind ihr zufolge die Standorte Kletthamer Feld, Berghamer Straße, Liegnitzer Straße und Friedrich-Herbig-Straße in Erding. Aber auch im Umland gebe es einige „Hotspots“ wie in Isen/Netto-Markt oder in Wartenberg/Thenner Straße.

Ein Foto des vermüllten Containerplatzes Am Kletthamer Feld im Gewerbegebiet Erding West hat auf der Facebookseite der Heimatzeitung kontroverse Diskussionen ausgelöst. Mehr als 110 Mal wurde es kommentiert. „Das liegt an der Faulheit der meisten Leute. Es gibt nicht viele, die dann zu einem anderen Container fahren“, hat ein User geschrieben. „Hätte auch keine Lust, fünf Container abzufahren. Ist aber trotzdem kein schönes Bild“, meinte ein anderer.

Ein Nutzer schlägt vor: „Vielleicht sollte man die Leerungsintervalle verkürzen. Wir sollen nicht wegen jedem Furz mit dem Auto fahren, und dann muss ich doch mehrmals rumfahren, um meinen Müll loszuwerden?“

Gläser und Flaschen einfach daneben stellen: Das ist verboten!

Ihn einfach neben die Container zu stellen, ist die schlechteste Lösung: Solche Ablagerungen „sind verboten“, warnt Fiebrandt-Kirmeyer. Die Plätze des Landkreises würden von einer Firma ein- bis dreimal pro Woche gereinigt, Ablagerungen könnten mit Bußgeld geahndet werden.

Die Entleerungen variieren laut der Sprecherin je nach Standort. In Erding etwa werde Papier bis zu dreimal, Weiß- und Grünglas zweimal und Braunglas einmal pro Woche abgeholt. „Eine noch häufigere beziehungsweise bedarfsgerechte Leerung ist oft aus logistischen Gründen nicht möglich.“

Oft werden Dinge neben die Container gestellt, die dort nicht entsorgt werden dürfen

Immerhin: Rückmeldungen vom Entsorger, dass Dinge falsch eingeworfen wurden, erreichen das Landratsamt selten. „Durch die kleinen Öffnungen bei den Glas- und Papiercontainern erfolgen hier selten größere Fehlwürfe“, sagt Fiebrandt-Kirmeyer. „Viel öfter stehen Dinge neben den Containern, die an den öffentlichen Standorten nicht entsorgt werden dürfen“ – Sperrmüll, Restmüll, Bauschutt. Große Mengen davon stelle man derzeit vor allem in Erding fest.

Auch über derartige Ablagerungen beschweren sich immer wieder Bürger – und über die fehlende Rücksichtnahme der Mitbürger beim Einwurf. Fiebrandt-Kirmeyer weist darauf hin, dass der Einwurf zum Schutz der Anwohner an Sonn- und Feiertagen sowie in der Mittagszeit (12 bis 14 Uhr) und über Nacht an den Werktagen untersagt ist. Eine Leerung sei an Sonn- und Feiertagen grundsätzlich nicht möglich.

Immer mehr Versandhandel, immer mehr Verpackungskartonagen

Die Behördensprecherin hat noch einen Tipp in Sachen Papierentsorgung parat: „Durch den stark gestiegenen Versandhandel nimmt die Entsorgung von Verpackungskartonagen immer weiter zu.“ Viele würden diese zum Teil nur in den Schlitz des Containers stecken, ohne die Kartons zu zerlegen. „Oft sind die Papiercontainer nicht voll, nur der Schlitz ist durch einen großen Karton verstopft. Hier hilft oft auch ein beherzter Handgriff.“

Wie verhält man sich richtig, wenn die Container voll sind? „Ein Anruf ist immer möglich – unter der auf den Hinweisschildern vor Ort angegebenen Nummer erreicht man direkt die Ansprechpartner der Abfallwirtschaft im Landratsamt“, sagt Fiebrandt-Kirmeyer. Bei Großcontainern, wie etwa am Kronthaler Weiher, sei ein Anruf in jedem Fall sinnvoll, denn diese würden zumeist nur auf Meldung hin getauscht. Bei den sogenannten Umleerbehältern hingegen erfolge der Abtransport wie beschrieben im festen Turnus. Eine Zwischenleerung sei oft aus logistischen Gründen nicht möglich, „zudem schränken uns die Tagesmengen und Lenkzeiten der Lkw-Fahrer ein“.

Rat des Landratsamts: Auf andere Standorte oder Recyclinghöfe ausweichen

Die Sprecherin rät, auf andere Standorte oder die drei Recyclinghöfe in Erding auszuweichen, wenn Container voll sind. Diese Standorte am Rennweg, an der Wendelsteinstraße und an Kapellenstraße halten zu den Öffnungszeiten eigene Container für zum Beispiel Glas und Papier vor.

Einen Überblick über alle 120 Containerstandorte des Landkreises sowie die 30 Recyclinghöfe gibt’s auf www.landkreis-erding.de/abfallwirtschaft und in der Abfall-App.

vam

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