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Die Angestellten des Landkreises können sich ab 1. Januar über mehr Geld freuen.

Landkreis führt eine Art München-Zulage ein

Mehr Geld dank „Lex Erding“

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Die Angestellten des Landkreises bekommen ab 2020 mehr Gehalt. Der Kreisausschuss beschloss am Montag schweren Herzens, dem Vorbild der Landeshauptstadt mit der München-Zulage zu folgen. Dafür läuft die Ballungsraumzulage aus. Doch der Lohnaufschlag folgt nicht 1:1 der München-Zulage.

Erding – „Wir beschließen eine Lex Erding“, erklärte Landrat Martin Bayerstorfer (CSU). An sich darf die München-Zulage bis zu 270 Euro betragen, die Ballungsraumzulage macht 126 Euro aus. Die Kreis-Beschäftigten sollen nach dem Vorschlag Bayerstorfers nur die Hälfte erhalten – 135 Euro. Dafür will er den Empfängerkreis ausdehnen. Denn die München-Zulage darf lediglich in einem bestimmten Umkreis rund um die Landeshauptstadt gewährt werden. Nur ein Teil des Erdinger Landes fällt darunter, der gesamte Osten ist nicht dabei.

Für die Auszahlung ist ausschließlich der Arbeitsort relevant. Konkret heißt das: Nur Angestellte, die direkt in Erding arbeiten, hätten Anspruch. Wer etwa an der Mülldeponie in Isen oder an der Klinik Dorfen arbeitet, würde leer ausgehen. „Das ist ungerecht“, so der Landrat.

Sog-Effekt Richtung München befürchtet

Im Ausschuss bestand Einigkeit, dass man um dieses Lohn-Plus nicht herumkomme – schon wegen des Sog-Effekts in Richtung München. Doch leicht fiel den Kreisräten das Votum nicht. Das hatte zum einen finanzielle Gründe. Denn für die Landkreis-Angestellten rechnet Kämmerer Helmut Helfer mit Mehrausgaben in Höhe von 750 000 Euro.

Noch dicker ist der Batzen, der für die Kliniken Erding und Dorfen anfällt. Dort war erst heuer die Ballungszulage eingeführt worden. Bayerstorfer erinnerte daran, dass die noch ungerechter sei. Denn die 126 Euro erhält nur, wer im Zulagegebiet arbeitet und (!) wohnt. In Erding sind das lediglich Erding, Wörth. Ottenhofen und Forstern. Die neue Erding-Zulage bedeutet für das Klinikum einen finanziellen Mehraufwand von 1,5 Millionen Euro. Beschlossen wird er kommende Woche.

Kein Aufschlag für Beamte

Bayerstorfer deutete an, dass auch Freising diesen Weg gehen werde.

Rainer Mehringer (FW) meinte: „Das ist schon sehr viel Steuergeld. Aber für unsere Beschäftigten müssen wir positiv tätig werden.“ Auch Gertrud Eichinger (SPD) schmerzte der Betrag. Sie rechnete aber dagegen, dass man in Zeiten des Fachkräftemangels andernfalls mehr auf externe Kräfte setzen müsse – „und die sind noch teurer“. Erdings OB Max Gotz (CSU) meinte: „Damit geht die Schere zwischen Angestellten im Öffentlichen Dienst und Privaten noch weiter auf.“ Erneut kritisierte er seinen Münchner OB-Kollegen Dieter Reiter (SPD) für dessen Alleingang bei der Zulage. Der Forsterner Bürgermeister Georg Els (FW) sagte: „Wir werden freiwillig gezwungen.“ Zahle man nicht, drohe eine Abwanderung nach München. Er sorge sich, „dass eine Spirale in Gang gesetzt wird“. Für die Beamten gilt die Zulage nicht, sie sind beim Staat, nicht kommunal beschäftigt. 

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