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So will Hans Schreiner Landrat von Erding werden

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Von: Hans Moritz

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Zuversichtlich in den Wahlkampf startet „Koalitionskandidat“ Hans Schreiner (FW), unterstützt von (v. l.). Ulla Dieckmann (SPD), Maria Grasser (FW) und Helga Stieglmeier (Grüne). © Moritz

Mit ihrem gemeinsamen Landratskandidaten Hans Schreiner (FW) wollen Freie Wähler, SPD und Grüne im Landkreis Erding im März 2020 die politische Wende einläuten. Im Kreistag möchten die drei Parteien wieder offen diskutieren und um die beste Lösung ringen. Zugleich sollen die Bürger vorher stärker eingebunden werden. Entsprechend gibt es bereits einen Slogan für die Kommunalwahl: „Die Zeit ist reif: Gemeinsam die Zukunft gestalten!“

Erding - In einer Pressekonferenz stellte Schreiner am Dienstag erste Eckpunkt seines Wahlprogramms vor. Grundsätzlich will der 62-Jährige dem wirtschaftlichen Erfolg der Region nicht länger alles unterordnen. Explizit plant er, gesellschaftliche Minderheiten stärker in den Blick nehmen.

Schreiner versichert, er stehe für einen neuen Politikstil. Er ist gegen (derzeit von der CSU) vorgefertigte Entscheidungen, sondern für Debatten mit den Bürgern, Vereinen und Verbänden, um dann im Kreistag und seinen Ausschüssen ergebnisoffen zu diskutieren und dann abzustimmen. „Politik muss wieder im Sitzungssaal stattfinden“, lautet sein Credo. Er würde das Landratsamt allen Kreisräten öffnen, dass sie sich ungehindert informieren können. „Wenn man die Leute nicht mitnimmt, gründen sie danach Bürgerinitiativen“, meint der Bockhorner Bürgermeister.

Schreiner kündigte eine Verkehrswende an. „Wir wollen den ÖPNV ausbauen. Nicht rentable Linien sollen eine längere Bewährungsphase kommen. Bei Netzausweitungen würde Schreiner die Anliegerkommunen nicht mehr zur Kasse bitten. Ebenso kann er sich vorstellen, dass der Landkreis die E-Mobilität fördert, etwa mit Investitionskostenzuschüssen zu Elektro-Motorrollern. „Es würde aber nicht mehr als ein niedriger dreistelliger Betrag sein“, schränkte er ein. Vor allem gelte es, die Potenziale für den nicht-motorisierten Verkehr auszuschöpfen, etwa durch den Bau von Überland-Radschnellwegen.

Schreiner kündigte an, im Falle seiner Wahl einen Klimaschutzmanager einzustellen. „Der Anteil regenerativer Energien muss weiter gesteigert, der CO2-Ausstoß noch einmal gesenkt werden“, forderte er. Regionale Produktion müsse stärker gefördert werden. Explizit sprach sich der Nebenerwerbslandwirt für ein Nebeneinander von ökologischer und konventioneller Agrarproduktion aus.

Ulla Dieckmann (SPD) und Helga Stieglmeier (Grüne) versicherten ebenso wie Schreiner, dass die Festlegung auf einen gemeinsamen Kandidaten fast ausnahmslos auf Zustimmung der Parteimitglieder und der Bürger gestoßen sei. Im September und Oktober müssen die drei Kreisverbände Schreiner erst einmal offiziell nominieren. Dieckmann, Stieglmeier und Maria Grasser (FW) gehen von klaren Mehrheiten aus.

Sie betonten, dass es zwar ein gemeinsames Landratsplakat und Veranstaltungen geben werde, jede Partei aber für sich Kreistagslisten aufstelle und eigene Wahlprogramme auflege.

In diesem Zusammenhang ging Schreiner auf die Verwunderung des Erdinger OB Max Gotz ein, wie die Freien Wähler ihre weit auseinander liegenden Vorstellungen über die Nordumfahrung unter einen Hut bringen wollten. „Es ist kein Problem, dass es da unterschiedliche Meinungen gibt. Es wird so gemacht, wie die Mehrheit entscheidet. Dem würde ich mich dann unterordnen.“

Stieglmeier sah das als Beweis für den neuen Politikstil. „Wir werden in vielen Fällen stets aufs Neue um Mehrheiten ringen müssen.“ Genau das fehle doch unter der jahrzehntelangen Allein-Herrschaft der CSU. In den kommenden Wochen wird die Koalition weitere Themen vorstellen. „Damit werden wir bereits weit über Erding hinaus wahrgenommen“, freute sich Stieglmeier.

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