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Tatort eines widerwärtigen Verbrechens: der Rutschenturm auf dem Spielplatz im Erdinger Stadtpark. 

37-jähriger Erdinger steht vor Gericht, weil er sich an seiner zwölfjährigen Tochter vergangen haben soll

Vergewaltigung auf dem Spielplatz im Stadtpark

Auf entsetzliche Weise hat ein Erdinger das Vertrauen seiner Tochter missbraucht: Der 37-Jährige steht seit Freitag wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern, Vergewaltigung sowie vorsätzlicher Körperverletzung in fünf Fällen vor der als Jugendschutzkammer tagenden vierten Strafkammer des Landgerichts Landshut.

Erding/Landshut – Die Ermittlungen begannen mit einem Polizeieinsatz in der Nacht auf den 9. August vergangenen Jahres. Die Beamten wähnten sich auf der Spur von Drogendealern, als sie einen Lichtschein auf dem Rutschenturm im Stadtpark sahen. Doch dann holten sie den Erdinger herunter, hinter ihm kam eine Zwölfjährige, die völlig verweint war. Der 37-Jährige warf noch etwas weg, allerdings kein Drogentütchen, sondern ein benutztes Kondom. Das Mädchen vertraute sich einer Polizistin an: Sie habe eben mit dem Papa Geschlechtsverkehr gehabt.

Der Arbeitslose ließ die Vorwürfe zu Prozessbeginn von seinem Verteidiger Thomas Fauth vollumfänglich einräumen. Der von Staatsanwältin Romina Rodde vertretenen Anklage zufolge hatten sich der 37-Jährige und die Mutter des Mädchens 2011 getrennt. Die Frau war infolgedessen mit den gemeinsamen Kindern weggezogen. Von 29. Juli bis 9. August verbrachte das Mädchen mit seinem Bruder einen Teil der Sommerferien beim Vater und dessen neuer Freundin. Dabei kam es bei verschiedenen Gelegenheiten zu sexuellen Übergriffen. Der Missbrauch fand dabei sowohl im Wohn- als auch im Schlafzimmer der Wohnung sowie im Stadtpark statt.

Die Kripobeamtin sagte weiter aus, dass das Mädchen seinem Vater nach dem ersten Missbrauch deutlich gemacht habe, dass sie das nicht wolle. „Sie hat einen sehr glaubhaften Eindruck gemacht“, erklärte die Polizistin.

Der 37-Jährige habe sogar eingeräumt, er wisse, „dass das Ganze falsch ist“. Aber er könne nicht anders. In den folgenden Tagen schenkte der Mann seiner Tochter Vibratoren und kaufte ihr Reizwäsche. Sein Mandant sei sich bewusst, dass er „erhebliche Schuld auf sich geladen hat“, erklärte Fauth. Er habe seiner Tochter die Möglichkeit genommen, eine normale sexuelle Entwicklung zu erleben. Eine vorhandene pädophile Neigung sei ihm bekannt gewesen. Er habe diese jedoch verdrängt.

Fauth kündigte an, dass der Vater bereit sei, seiner Tochter ein Schmerzensgeld von 25 000 Euro zu zahlen. Der Nebenklagevertreter äußerte eine „Mindestvorstellung“ von 30 000 Euro.

Daraufhin fanden Rechtsgespräche statt. Fauth hatte darauf hingewiesen, dass das umfassende Geständnis dem Mädchen eine Aussage vor Gericht und den Verfahrensbeteiligten eine umfangreiche Beweisaufnahme ersparen würde. Er stelle sich eine Freiheitsstrafe von maximal fünf Jahren vor. Rodde erklärte, im Falle eines Täter-Opfer-Ausgleichs könne sie sich fünfeinhalb bis fünf Jahre und neun Monate Haft vorstellen.

Das durchkreuzte Vorsitzender Richter Andreas Wiedemann: „Dieser Fall eignet sich nicht für eine Verständigung.“ Die Zwölfjährige muss dennoch nicht mehr vor Gericht aussagen. Die Prozessbeteiligten begnügten sich mit der Aussage der Beamtin. Der Prozess wird am 24. Februar fortgesetzt.  nig

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