Warnung für München: KATWARN löst wieder aus - Heftige Gewitter mit extremem Starkregen kommen

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Ein Dank, der auch wie ein Flehen klingt: Politik und Landwirtschaft loben Ministerin Michaela Kaniber, dass sie am Schulstandort Erding festhält. Doch Proteste aus Töging könnten die Erleichterung zunichte machen. Deswegen kam es am Freitag zu einer Solidaraktion mit Teilnehmern aus Erding, Ebersberg, Freising und München.

Zu wenige Anmeldungen: Semester fällt aus – Politiker und Bauern kämpfen um Erhalt

Landwirtschaftsschule wackelt wieder

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
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Müssen die Erdinger nun doch wieder um ihre Landwirtschaftsschule bangen. Oder hält Agrarministerin Michaela Kaniber Wort? Aus Töging kommen besorgniserregende Störfeuer.

Erding– Vor einer Woche sah noch alles gut aus. Im Zuge der Reform der Landwirtschaftsverwaltung verordnete Agrarministerin Michaela Kaniber (CSU) zwar die Fusion des Erdinger Amtes für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten (AELF) mit dem in Ebersberg. Für die Landwirtschaftsschule gab sie aber eine Bestandsgarantie ab. Die Freude währte nur kurz, denn die aktuelle Entwicklung lässt eine der ältesten Landwirtschaftsschulen in Bayern wieder wackeln. Politik und Fachverbände üben jetzt den Schulterschluss – und nehmen Kaniber beim Wort.

Bei der Landwirtschaftsschule Töging hat sich das Ministerium verrechnet

Auslöser der Befürchtungen ist der Protest aus Töging am Inn, wo die Landwirtschaftsschule geschlossen werden soll. Sie weise zu geringe Schülerzahlen in den vergangenen 20 Jahren auf, hatte vor einer Woche die Begründung aus dem Ministerium gelautet. Doch man hatte sich verrechnet. Denn die Schule gibt es erst seit 15 Jahren. Folglich konnte sie nur in Summe weniger Studierende aufbieten. Töging will nun eine Neubewertung.

Das nächste Semester fällt aus - zu wenig Anmeldungen

Am Dr.-Ulrich-Weg in Erding ist die Sorge nicht bloß deshalb groß, weil 2019 nur mit einer Sondergenehmigung Kanibers nach einer anfänglichen Absage doch ein neuer Jahrgang starten durfte, der die Mindestanzahl an angehenden Landwirten unterschritt. Nun steht fest: Diesen Herbst wird es aller Voraussicht nach tatsächlich kein Erstsemester geben – erneut zu wenig Anmeldungen. Die letzte Hoffnung liegt in möglichen Ummeldungen wegen der Schließungen.

Politik, Bauernverband und andere landwirtschaftliche Organisation übten deswegen am Freitag vor Amt und Schule den Schulterschluss. Ihr plakativer Dank ist eher die Ermahnung Kanibers, zu ihrer Entscheidung pro Erding zu stehen. Ihnen geht es um die Zukunft der Landwirtschaft in den Landkreisen Erding, Ebersberg, Freising und München.

Erding, einer der größten Standorte in Bayern - und der älteste

Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) wies darauf hin, dass durch die Verschmelzung der Ämter Erding und Ebersberg das örtliche AELF mit über 5000 Betrieben zu einem der größten Standorte Bayerns werde. „Die Verknüpfung des Angebots mit einer Schule ist daher essenziell wichtig“, so Bayerstorfer.

Wie wenig andere Einrichtungen sei die Erdinger verkehrstechnisch optimal gelegen und könne im Schwesternwohnheim des Klinikums sogar Wohnmöglichkeiten bieten.

Für Bayerstorfer ist Erding der „ideale Standort der Mitte“. Denn durch die Auflösung von Schulstandorten in der Umgebung – unter anderem Fürstenfeldbruck und Landshut – „erweitert sich unser Einzugsgebiet neben Freising, Ebersberg und Landshut auf Dachau, Fürstenfeldbruck, Landshut und Mühldorf“. Zudem gebe es eine intensive Bindung zur landwirtschaftlichen Berufsschule in München-Riem.

Wer bäuerliche Landwirtschaft will, braucht die Schulen

BBV-Kreisobmann Jakob Maier wies auf die zentrale Bedeutung der Erdinger Schule als Ackerbau-Fachschule hin. Er erinnerte Ministerpräsident Markus Söder an dessen Absage an die Agrar-Industrie. „Wenn die Politik kleine Betriebe will, braucht es dezentrale Ausbildungsstandorte“, so Maier.

Der Münchner CSU-Angeordnete und Vize-Landrat Ernst Weidenbusch sprach sich für einen Kompromiss aus. „Die Schule in Töging soll noch mindestens ein Jahr offen bleiben, dann schauen wir die Zahlen noch einmal an.“ Es sei falsch, „den einen Standort gegen den anderen auszuspielen“.

Grüne: Obacht, Steuergelderverschwendung

Der Freisinger FW-Landtagsabgeordnete Benno Zierer meinte: „Wenn wir junge Leute für die Landwirtschaft gewinnen wollen, brauchen wir die Schulen in der Fläche.“ Für den Erding-Ebersberger Bundestagsabgeordnete Andreas Lenz (CSU) „gehört „für die Zukunft der Landwirtschaft ein flächendeckendes Bildungsangebot dazu“. CSU-Stimmkreisabgeordnete Ulrike Scharf erinnerte die Staatsregierung daran, dass sie die „Landwirtschaft in die Mitte der Gesellschaft rücken will“. Dafür bedürfe es der Schulstandorte.

Der Grünen-Landtagsabgeordnete Johannes Becher aus Moosburg warnte gar vor einer Verschwendung von Steuergeldern, sollte Kaniber ihre Entscheidung für Erding revidieren. Er erinnerte daran, dass die Landwirtschaftsschule gerade erst für knapp drei Millionen Euro erweitert worden sei – auch mit Mitteln des Freistaats. ham

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