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Viele Menschen lässt ihr Beruf auch nach Dienstschluss nicht los. Wir stellen Menschen vor, die auch im Feierabend noch ihren Job im Kopf haben - Buchhändlerin Margit Inninger und Friseurmeisterin Veronika Gaigl (v.l.) zum Beispiel.

Menschen und ihre „Berufskrankheiten“

Lehrer, Koch, Friseurin: So ist es, wenn der Kopf nie Feierabend hat

Viele Menschen lässt ihr Beruf auch nach Dienstschluss nicht los. Wir stellen Menschen vor, die auch im Feierabend noch ihren Job im Kopf haben.

Landkreis– Den Profi-Blick in der Freizeit zu deaktivieren, ist nicht immer einfach. Egal ob Lehrer, Koch oder Friseur, viele lässt der Job auch nach Feierabend nicht los. Solche „Berufskrankheiten“ sind keine Seltenheit und auch im Landkreis weit verbreitet. Wir haben uns umgehört.

Der Lehrer

Seine Kritik am Begriff „berufskrank“ beweist sofort, wie gut Dr. David Neu sein Fach auch privat beherrscht: „,Berufskrank‘ klingt für mich viel zu negativ, wie eine Belastung. Aber das ist mein Job für mich überhaupt nicht“, korrigiert der 34-Jährige, der seit acht Jahren am Korbinian-Aigner-Gymnasium in Erding Deutsch, Latein und katholische Religionslehre unterrichtet. Trotzdem kann er den Impuls des Lehrers auch in seiner Freizeit nicht abstellen. 

Auch privat auf Römer-Spuren: Dr. David Neu.

„Ich lege jedes Wort auf die Goldwaage. Permanentes Korrigieren von Rechtschreibungsfehlern gehört bei mir einfach dazu. Das liegt aber an meiner extremen Liebe zu meinen Fächern. Da kommt bei mir einfach der Germanist durch.“ Diese Liebe gilt allerdings nicht nur dem Fach Deutsch. Auch Latein und „Reli“ liegen ihm sehr am Herzen. „Im Urlaub bin ich immer auf den Spuren der Römer, und manchmal schreibe ich mit einem Kollegen sogar SMS auf Latein“, gibt er lachend zu.

Der Koch

Gutes Essen spielt im Leben von Kwabena Ofori, Koch des Eventstadl Oberneuching, schon immer eine große Rolle. Auch nach Feierabend findet er immer und überall Inspirationen für neue Rezeptideen. „Wenn ich spazieren gehe und eine Brennnessel sehe, überlege ich sofort, was ich daraus machen könnte. Zum Beispiel eine Suppe oder Ravioli. Früher war das aber viel schlimmer. Da habe ich zwölf Stunden im Restaurant gekocht, bin dann woanders hingegangen und habe da weitergekocht. Auf Dauer geht das aber einfach nicht. Leidenschaft oder sogar Besessenheit sind wichtig, aber wenn man es übertreibt, wird man krank“, gibt der 40-jährige Walpertskirchener mit ghanaischen Wurzeln zu. 

Einfach und gut: Koch Kwabena Ofori findet immer und überall Inspirationen.

Trotzdem ist ihm wichtig, seine Philosophie in seine Gerichte zu integrieren: „Mir persönlich ist Einfachheit, Ehrlichkeit und Bodenständigkeit sehr wichtig, und genauso soll auch mein Essen sein. Deshalb kritisiere ich auch nicht, wenn ich woanders esse. Es steht mir nicht zu, die Philosophie von anderen Köchen in Frage zu stellen.“

Die Friseurin

Privat kann auch Friseurmeisterin Veronika Gaigl, Inhaberin des Friseursalons Kuliga in Erding, ihren Beruf nicht immer ganz vergessen: „Mir fällt auf der Straße bei Passanten schon auf, wenn jemand seine Haare besonders schön trägt oder eben auch andersrum, wenn jemand mal wieder einen Friseurbesuch nötig hätte.“ 

Schnipp, schnapp, Haare ab: Veronika Gaigl schaut den Leuten auf den Kopf.

Als „berufskrank“ bezeichnet sich die 37-jährige Erdingerin, die schon als kleines Mädchen leidenschaftlich gern ihre Puppen frisiert hat, deshalb allerdings nicht: „Ich arbeite sehr gern und viel, aber daheim versuche ich da einfach abzuschalten.“

Die Buchhändlerin

Ob beim Friseur, in der S-Bahn oder zuhause: Bei Margit Inninger, Inhaberin der Buchhandlung Leseglück in Erding, gibt es keinen Leerlauf. Ein Buch hat sie immer und überall dabei. „Ich würde mich definitiv als sehr ,berufskrank‘ bezeichnen“, erzählt die 46-Jährige. „Ich hab’ da so eine Marotte. Ich möchte Bücher immer alphabetisch sortieren, egal, ob bei Freunden oder in fremden Buchhandlungen.“ 

Ein echter Bücherwurm: Margit Inninger liest immer und überall.

Laut Inninger müsse man für diesen Beruf aber auch ein echter Bücherwurm sein: „Wenn man nicht bücherverrückt ist und auch privat nicht sehr viel liest, wird einem hier schnell langweilig.“ Besonders interessant findet die Buchhändlerin aber die Auswahl der Bücher anderer Menschen. „Durch das, was andere so lesen, kann man schon viel über eine Person erfahren“, sagt sie.

Der Fahrlehrer

Auch für Fahrlehrer Christoph Flittner sind Beruf und Privatleben untrennbar miteinander verknüpft: „Manchmal träume ich sogar von der Arbeit. Im Schlaf sag’ ich dann Sachen wie ,die Nächste rechts‘ oder so.“ Besonders als Beifahrer bei Familie und Freunden kann der Inhaber der Fahrschule Flittner in Erding seinen Profi-Blick nur schwer abstellen. 

„Jetzt die Nächste rechts!“: Fahrlehrer Christoph Flittner verbringt seine Zeit auch im Traum im Fahrschulauto.

„Oft, wenn mir jemand sagt, dass er richtig gut Auto fahren kann, machen wir so eine Art Führerscheinprüfung. Die Realität schaut dann schon manchmal anders aus“, erzählt der 35-Jährige. „Manchmal merke ich auch, dass es mir ein bisschen schwer fällt, mit Gleichaltrigen zu reden. Das kommt wahrscheinlich davon, wenn man den ganzen Tag mit 17-Jährigen zusammen ist. Da passt man sich irgendwann an.“

Die Schuhhändlerin

Der Profi-Blick von Schuhhändlerin Verena Hecht vom Schuhhaus Moosbauer in Erding richtet sich auch in ihrer Freizeit automatisch auf die Füße des Gegenübers. „Die Augen wandern einfach immer als erstes nach unten“, erzählt sie. Was die Menschen an den Füßen tragen, ist dabei aber nicht immer so schön anzuschauen: „Das ist ganz schrecklich, zu beobachten, wenn ein Schuh so überhaupt nicht passt. Da kann man wirklich nur den Kopf schütteln. Das muss doch weh tun.“ 

Zeigt her eure Schuhe: Verena Hecht.

Besonders interessant findet die 39-jährige Erdingerin auch, ob die Schuhe der Passanten sauber und ordentlich gepflegt sind. „Ich finde das viel wichtiger. Schlimm ist, wenn die Schuhe dem neuesten Trend entsprechen, aber schmutzig oder ungepflegt sind.“

Olivia Rademacher

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