Mit ernster Eleganz ertanzte sich OB Max Gotz mit Partnerin Kathrin Linnenkohl Platz zwei (oberes Bild). Die Jury (v. l.) mit Ingrid Kaps, Günther Pech, Kai Peters und Hubert Niestroy hätte das Paar sogar ganz vorne gesehen.
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Mit ernster Eleganz ertanzte sich OB Max Gotz mit Partnerin Kathrin Linnenkohl Platz zwei (oberes Bild). Die Jury (v. l.) mit Ingrid Kaps, Günther Pech, Kai Peters und Hubert Niestroy hätte das Paar sogar ganz vorne gesehen.
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Klaus Kuhn
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Let’s Dance beim Stadtball

Der Pfarrer tanzt wie der Teufel

Die Jury hätte OB Max Gotz den Vorzug gegeben. Beim Let’s Dance in der Stadthalle kürte das Publikum aber Stadtpfarrer Martin Garmaier zum Sieger. Der Landrat und die Stadthallen-Chefin mussten sich dafür harte Urteile anhören.

Erding – Das Urteil der Amtsgerichtspräsidentin Ingrid Kaps war gnadenlos: „Es war ein bisschen wie ein Teddybär.“ Da wurde auch Landrat Martin Bayerstorfer ganz schuldbewusst. „Ich war schon mal besser“, sagte er zu der Jurorin. Beim Stadtball mit dem Promi-Wettbewerb „Let’s Dance“ fanden der Kreischef und seine Tanzpartnerin Lisa-Marie Jügler Gnade am Samstag in der Stadthalle nur teilweise Gnade vor den Augen der Jury. Kai Peters entdeckte einen „richtig geilen Hüftschwung“ bei ihm, während Fachmann Hubert Niestroys Daumen nach unten ging. Er fühlte sich erinnert an einen „Cowboy, der frisch vom Pferd gestiegen“ sei: vier Punkte.

Cha-cha-cha hatte der Landrat mit seiner Partnerin vorgestellt, und der vierte Juror Günther Pech glaubte auch zu wissen, warum: „Lateinamerikanische Tänze werden jetzt in der CSU Pflicht. Wer Jamaika will. . .“ Der ausverkaufte Saal tobte. Am Ende landete der Landrat auf dem letzten Platz von vieren, knapp hinter der Stadthallenchefin Jutta Kistner, die sich nach den Worten gleich mehrerer Jury-Mitglieder vielleicht doch noch etwas mehr hätte führen lassen sollen. Immerhin hatte sie bei ihrem Tango mit Tschen Fung Wang einen Vollprofi dabei – aber Chefin bleibt halt Chefin.

Vor allem Niestroy gab den strengen Fachrichter und vergab nur zwei Punkte von zehn. Ein Urteil, von dem die beiden sich auch bei der späteren Abstimmung der Gäste im Saal via Mobilfunk-App nicht wieder erholten. Die Gäste waren das Zünglein an der Waage und holten OB Max Gotz mit der Vizechefin der Tanzschule, Kathrin Linnenkohl, doch noch vom Sockel: Sie wurden Zweite. Eine stramme Leistung vor allem von Gotz, dessen Walzer die Damenwelt hinriss und Niestroy zu seiner besten Wertung, fünf Punkte, verleitete.

Erst wollte er es nicht verraten, dann tat es Chriss Melzer doch: Gotz hatte mit dem Training erst drei Tage vorher begonnen. Angesichts dessen appellierte Niestroy an die Männer, endlich von dieser „Mischung aus Faulheit und Trägheit“ abzulassen, vom Sofa aufzustehen, und ihren Frauen zum Genuss eines Tanzes zu verhelfen.

Drollig waren die per Video eingespielten Einblicke ins Training, das Melzer geleitet hatte. Die Jury sah den Stadtchef auch als Chef auf dem Parkett. Die Zuschauer bewerteten das mehrheitlich anders. „Der tanzt wie der Teufel.“ So das Urteil von Günter Pech über Stadtpfarrer Martin Garmaier, und die Gerichtspräsidentin verstieg sich gar zu der Aussage: „Das ist fast ein Grund, in der Kirche zu bleiben.“ Daniela Scholtischik war die Tanzpartnerin des Geistlichen, und beide wirbelten sich mit ihrem Jive in die Herzen der Gäste, die das Ergebnis kippten: Mit 56 Punkten wurde der Pfarrer Turniersieger.

1000 Euro Spende gehen seinem Wunsch gemäß an Donum Vitae. Die fröhliche Veranstaltung war als Benefizgala angelegt. Silvia Ziolkowski lief mit einem riesengroßen Sparschwein herum. Für die Steuerfreiheit der Spenden sorgt der kürzlich gegründete Verein Kulturwelt Erding e.V. mit Melzer als Vorsitzenden und Linnenkohl als Vize.

Die Bigband Markus Fluhr spielte auf, und Melzer lud die Gäste ein: „Große Band, große Fläche zum Austoben.“ Das Parkett war dennoch zu knapp, getanzt wurde auch zwischen den Stuhlreihen. Währenddessen machten sich draußen die Showgruppen warm. Die Hip-Hop-Formation der Tanzschule, Rockers Club Anzing Trachtenverein Edelweiß und Rock’n’Revolution begeisterten.

Manch hartes Urteil hätten sich die Juroren vielleicht verkneifen sollen. Sie wurden von Melzer und Moderator Stephan Kabjoll dazu verpflichtet, beim nächsten Let’s Dance anzutreten. Die Neuauflage am 2. Februar 2019 ist schon geplant.

(Klaus Kuhn)

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