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Neu neben alt: In Walpertskirchen entsteht ein neues Kinderhaus mit sechs Gruppen. Geplant und gebaut wird aber auch in anderen Orten. Betreuungsplätze werden zunehmend Mangelware. In elf der 26 Landkreisgemeinden gibt es gar keine freien Plätze mehr, teilt das Landratsamt mit.

Immer mehr Einrichtungen voll belegt – Personalnot verschärft die Lage

Mangelware Kita-Plätze

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
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Im Landkreis Erding werden die Kindergartenplätze knapp. Dies zeigen Recherchen unserer Zeitung.

Erding – Etliche Einrichtungen haben die Kapazitätsgrenze erreicht, was für Eltern bedeutet, ihre Kinder oft in andere Orte fahren zu müssen, um deren Betreuung sicherzustellen. In einigen Gemeinden werden neue Einrichtungen geplant oder bereits gebaut.

Claudia Fiebrandt-Kirmeyer, Sprecherin des Landratsamtsamts, berichtet zwar von 241 freien Plätzen – 69 in Krippen, 60 in Kindergärten und 112 in Horten. Doch diese Zahl, gibt sie zu, ist nicht allzu aussagekräftig. Denn längst nicht jeder dieser freien Plätze steht auch zur Verfügung. Denn laut Fiebrandt-Kirmeyer sind ganze Gruppen geschlossen, weil kein oder zu wenig pädagogisches Personal zur Verfügung steht.

Für Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) ist das auch der Grund, die Gründung einer Fachakademie für Sozialberufe in Erding voranzutreiben. Starten dürfte die im Falle einer Genehmigung durch das Sozialministerium mit einer Fachschule für Kinderpflegerinnen (wir berichteten).

Überhaupt keine Plätze mehr gibt es nach Angaben der Kreisverwaltung unter anderem in Bockhorn, Eitting, Fraunberg, Hohenpolding, Inning, Kirchberg. Lengdorf, Ottenhofen, Oberding, Walpertskirchen und Pastetten – immerhin elf von 26 Gemeinden.

Und auch in der Stadt Erding ist die Lage prekär: Von den 17 Kindergärten sind sieben voll belegt: die katholischen Kindergärten Altenerding (75), St. Vinzenz (75) und St. Johannes (100), das Kinderhaus St. Martin Langengeisling (77), das Elfriede-Steinbacher-Kinderhaus (76), die AWO-Kita zum Sonnenschein (50) und die Mooswichtel (26). 1319 Plätze gibt es, 1264 sind belegt, teilt Rathaussprecher Christian Wanninger auf Anfrage mit.

Noch heikler ist die Lage bei den Kinderkrippen in Erding. Zehn gibt es, mit insgesamt 274 Plätzen, von denen laut Wanninger 264 vergeben sind. Sechs Krippen können niemanden mehr aufnehmen: die katholischen Kinderhäuser Altenerding (12) und St. Martin (14), die AWO-Kinderhäuser Märchenmond (12) und Hand in Hand (40), das Kinderhaus Elfriede Steinbacher (14) und die BRK-Wolperdinger (36). Bei vielen anderen Kindergärten und Krippen sind nur noch vereinzelt Plätze frei.

Etwas entspannter ist die Lage bei den Horten, nicht zuletzt durch das steigende Angebot an Ganztagsbetreuung in den Grundschulen. In den drei Einrichtungen der Stadt Erding sind von 100 Plätzen aktuell 81 vergeben. Zuletzt war in diesem Sektor in der Großen Kreisstadt die Zahl der Gruppen sogar reduziert worden, von acht im Jahr 2016 auf zuletzt vier. Die Zahl der Krippengruppen blieb nahezu konstant (21/22). Dafür musste bei den Kindergartengruppen aufgestockt werden – von 47 auf 53.

Angesichts dieser Zahlen plant Erding eine weitere Kita, seine zwanzigste. Der Standort ist noch offen, es muss aber eine Lösung für die Neubaugebiete Thermengarten-Süd in Altenerding sowie B 388/Poststadel gefunden werden. Ein Standort dort ist aus Platzgründen wieder verworfen worden. Im Moment profitiert die Stadt noch vom nahezu ausbleibenden Bevölkerungswachstum.

Ottenhofen und Neuching planen derzeit neue Kinderhäuser, in Karlsdorf und Walpertskirchen wird bereits gebaut. In Neufinsing und Wörth stehen Erweiterungen an. Wörth erwägt darüber hinaus zu einem späteren Zeitpunkt den Bau eines ganz neuen Kinderhauses. Vorerst werden aus vier Gruppen sechs. In Grünbach ist die Erde vom Spatenstich noch frisch.

In Dorfen will man noch heuer mit dem Bau eines Interimskindergartens beginnen, der je nach Bedarf jährlich neu zugeschnitten werden kann. Los gehen soll es im September mit zwei Krippengruppen. Und in Eitting hat sich der Gemeinderat auf Standortsuche begeben. Nicht zuletzt hier wird der Mangel also noch einige Zeit anhalten – und Eltern müssen in andere Orte ausweichen.

ham

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