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Corona-Knall in Bayern: Heftige CSU-Attacke auf Söder - „Wie kann er unsere Kinder nur so verachten?“

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Von: Hans Moritz

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Der Widerstand gegen die Pandemiepolitik während der Corona-Krise von Ministerpräsident Markus Söder wächst – auch in der CSU. Mehrere Politiker äußern scharfe Kritik.

Erding – Besonders weit geht der stellvertretende Landrat und Bezirksrat Franz Hofstetter. In der Facebookgruppe „Corona-Virus Landkreis Erding“, die das Landratsamt betreibt, schrieb der CSU-Politiker unter einen Beitrag: „Die Öffnung (der Schulen und Kitas, Anmerkung der Redaktion) ist längst überfällig. Wie kann unser Ministerpräsident unsere Kinder so verachten?“

Corona-Krise in Bayern: Junge Union wettert gegen Allein-Entscheider Söder

Im Gespräch mit dem Erdinger Anzeiger erläutert der Altbürgermeister von Taufkirchen seinen Anwurf: „Es werden die Rechte und Bedürfnisse unserer Kinder verachtet.“ Nicht zu vergessen seien die vielen Menschen und auch hier gerade Kinder, die gehandicapt sind. Der Bezirk stelle die Mittel für die Betreuung bereit, „wir können aber deren Vereinsamung nicht verhindern“. Hofstetter wünscht sich „etwas weniger bürokratisches Denken und Handeln“.

Corona-Politik der CSU: Immer mehr Parteimitglieder gegen Söder - auch die Frauen

Bereits am Wochenende hatte sich Ulrike Scharf, Landesvorsitzende der Frauen Union, sichtlich vom harten Kurs Söders abgesetzt. Sie fordert die rasche Wiederöffnung von Schulen und Kitas, sofern entsprechende Hygienekonzepte vorhanden sind (wir berichteten).

Wegen Söders Corona-Politik: Mehrere Erdinger kehren der CSU den Rücken 

Andere führende Erdinger CSU-Politiker berichten, dass es zuletzt einige Parteiaustritte gegeben habe – mit dem expliziten Hinweis auf Söders Corona-Politik. Und aus der Jungen Union kommt die Klage, dass Söder gänzlich alleine entscheide und keinerlei Rat von der Basis annehme. „Gerade jungen Menschen würde über Jahre hinaus benachteiligt“, so ein Funktionär, der namentlich nicht genannt werden will. Durch die monatelangen Unterrichtsausfälle würden Schüler in ihrer Entwicklung stark gebremst. Doch damit dringe man in der Staatsregierung nicht durch.

Erdinger Landrat und OB für Teilöffnung der Schulen trotz Corona: Wechselunterricht ist möglich

Bereits seit Wochen vertritt Landrat und CSU-Kreisvorsitzender Martin Bayerstorfer eine andere Haltung als Söder. Im Herbst hob er zunächst die Maskenpflicht an Grundschulen auf. Seine Begründung: Es sei kaum ein Infektionsgeschehen unter Kindern nachweisbar. Nach den Weihnachtsferien sprach sich Bayerstorfer für Wechselunterrichts statt Homeschooling aus. Er hält das Unterrichten halber Klassen für kaum riskant.

Dieser Meinung hat sich vorige Woche im Interview mit unserer Zeitung auch Erdings OB Max Gotz angeschlossen. Allerdings schiebt er den Schwarzen Peter dem FW-Kultusminister Michael Piazolo zu. Von ihm hätte Gotz erwartet, dass er seine Ressortverantwortlichkeit nutzt und die Schulen wieder teilöffnet. 

Vor wenigen Tagen erregte die Schülerin Selina (17) aus dem Landkreis Dachau Aufsehen, weil sie wegen des schlechten Internets im Homeschooling ein Referat im tiefsten Schnee halten musste. Die Politiker wurden aufmerksam - und schließlich bot Andi Scheer (CSU) persönlich seine Hilfe an.

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