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Mehr Geld für die Jugendarbeit

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Von: Hans Moritz

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Die Jugend soll endlich wieder zusammenkommen können. Das ist dem Landkreis mehr Geld wert als bisher. © Camehn

Über zwei Jahre lang lag die Jugendarbeit brach – es fand so gut wie kein Vereinsleben statt, es gab keine Jugendfreizeiten und -programme. Es gibt also massiv Nachholbedarf. Das hat der Landkreis erkannt – und will nun deutlich mehr Geld in die Jugendarbeit der Vereine und Verbände stecken – und dabei die Förderpalette erweitern.

Erding - Damit das passgenau erfolgt, fand Ende Mai ein Treffen aller Institutionen statt, die zuletzt vom Landkreis Fördergelder erhalten hatten. 30 von 100 nahmen die Einladung an, unter ihnen auch Vertreter des Bayerischen und des Kreisjugendrings. Die Verbesserungsvorschläge trug Jugendamtsleiter Christian Numberger im Jugendhilfeausschuss des Kreistags vor, der diese einstimmig annahm.

Diskutiert wurde nur über den weiteren Fortgang. Vize-Landrat Franz Hofstetter (CSU), der die Sitzung leitete, meinte, es sei ohnehin eine zweite Runde mit den Vereinen vorgesehen. Mehrere Redner, darunter KJR-Vorsitzende Andrea Jarmurskewitz und SPD-Fraktionschefin Ulla Dieckmann, hielten einen eigenen Arbeitskreis, der die Ideen bündelt und für den beschließenden Kreisausschuss aufbereitet, für besser. Die Abstimmung für den AK endete 7:6. Wann sich der trifft, wurde allerdings nicht besprochen. Das zweite Vereinstreffen soll dennoch stattfinden.

Im Gespräch mit unserer Zeitung erläuterte Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) die Hintergründe der Neuerung. In gleicher Weise hatte sich im Ausschuss Numberger geäußert. „Wegen der Beschränkungen durch die Corona-Pandemie wollen wir die wertvolle wichtige Jugendarbeit ausbauen und mehr als bisher fördern“, so Bayerstorfer. Entscheidend sei, dass das Geld direkt bei den Veranstaltern ankommt.

Erding setzt auch wieder auf mehr internationale Jugendbegegnungen und Sprachreisen, die zum einen die Persönlichkeit und das Sprachvermögen stärkten, genauso aber auch die interkulturelle Kompetenz.

Bisher überhaupt nicht gefördert wurden Inklusionsveranstaltungen. „Leider“, kommentiert das der Landrat. Auch will er Projekte fördern, die sich an (Ukraine-) Geflüchtete richten, um so die Integration zu verbessern. Für Bayerstorfer steht fest: „Ja, für die Jugendarbeit wollen und werden wir künftig mehr Geld ausgeben.“

Von dem Vereinetreffen berichtete Numberger, deren Vertreter hätten sich für mehr Nachhaltigkeit bei den Projekten, weniger Bürokratie und einen Inflationsausgleich ausgesprochen. Es sei auch der Wunsch geäußert worden, das Antragsverfahren von analog auf digital umzustellen. „Es kam der Hinweis, dass vielleicht vor allem von jungen Leuten mehr Projekte beantragt würden, wenn dies online möglich ist. Der Papierkram dürfte auf einige abschreckend wirken.“

Was die Förderung so genannter „Freizeitmaßnahmen“ betrifft, sprachen sich die Funktionäre laut Jugendamtsleiter dafür aus, auch (Sport-)Wettkämpfe zu berücksichtigen, ebenso spezielle Trainings etwa von Jugendfeuerwehren oder Maltesern, die Heraufsetzung der Fahrtkostenerstattung sowie die Möglichkeit, mit mehr als drei Fahrzeugen zu einer Freizeit zu fahren. Auch Tagesveranstaltungen sollten förderfähig sein. Mehr Geld fließen soll für die Zuschüsse für Jugendleiter (derzeit 60 Euro pro Person und Jahr). Auch die Pauschalzuschüsse für Vereine sollten „angepasst“ werden – bis maximal 1500 Euro für Vereine ab 100 Mitgliedern.

In einer Stellungnahme begrüßt der Bayerische Jugendring die Novellierung zwar, kritisiert aber, dass diese nicht im Jugendhilfeausschuss als demokratisch legitimiertem Gremium erörtert worden sei. BJR und KJR waren jedoch vertreten. ham

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