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Ein Auto als Lohn: Bastian Brenninger (M.) bekam von Kreishandwerksmeister Rudolf Waxenberger (r.) den Schlüssel für einen VW Up. Das Auto kann er nun ein Jahr lang nutzen. Stolz sind auch die Ausbilder Christine und Manfred Wiest von der gleichnamigen Metzgerei in Eitting. Obermeister Christian Huber (l.) gratulierte ebenso.

Metzger Bastian Brenninger darf einen VW ein Jahr lang gratis nutzen – Innungen ehren erfolgreichste Absolventen

Freie Fahrt für den besten Gesellen

  • Hans Moritz
    VonHans Moritz
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Die besten von 55 frisch ausgebildeten Junghandwerkern wurden am Samstag bei einer kleinen Feier geehrt. Der Allerbeste ist Metzgergeselle Bastian Brenninger.

Seit zwei Jahren gibt es coronabedingt keine große Freisprechungsfeier mehr für die neuen Gesellen im Landkreis Erding. Trotzdem lässt es sich die Kreishandwerkerschaft nicht nehmen, die Innungsbesten zu ehren. Und da der Allerbeste für ein Jahr lang kostenlos einen VW Up fahren darf, wurde die übersichtliche Feier ans Autohaus Hans Maier in Erding verlegt. Gekommen waren neben den Innungsbesten auch die Obermeister und Vertreter der Ausbildungsbetriebe.

Kreishandwerksmeister Rudolf Waxenberger gratulierte den jungen Gesellen und Gesellinnen zum erfolgreichen Abschluss, für den sie sich trotz Maske nicht verstecken müssten. „Ihr habt das duale Ausbildungssystem, also Berufsschule und Ausbildung im Betrieb parallel, am erfolgreichsten durchlaufen“, sagte Waxenberger. Dieses System sei weltweit einzigartig. Etwas Vergleichbares gebe es nicht. „Darum werden wir wirklich beneidet“, so der Kreishandwerksmeister sichtlich stolz.

In diesem Jahrgang sei sogar ein Pärchen aus Japan gewesen. Beide hätten ihre Ausbildungen zur Bäckerin und zum Schreiner sehr erfolgreich absolviert. Jetzt seien sie wieder zurück in Japan, um dort ihre Erfahrungen einzusetzen. Zu den Anwesenden, die stellvertretend für heuer insgesamt 55 junge Gesellen stehen, meinte Waxenberger, sie sollten stolz auf ihren Abschluss und darauf sein, „dass ihr Handwerker seid“.

Doch damit sei noch lange nicht Schluss. „Seid aufgeschlossen für Neues und lernt immer weiter dazu, denn der Gesellenbrief ist nicht das Ende der beruflichen Bildung.“ Zudem gab er ihnen ein Zitat von Arthur Schopenhauer mit auf den Weg: „Gesunder Menschenverstand kann fast jeden Grad von Bildung ersetzen, aber kein Grad von Bildung den gesunden Menschenverstand.“

Zum Abschluss sprach er die jungen Gesellen traditionell „von den Mühen und Verpflichtungen der Ausbildung“ frei. Der Beste aller Innungen war heuer Bastian Brenninger, der seine Ausbildung zum Metzger in der Metzgerei Wiest in Eitting absolviert hat. Er bekam aus den Händen des Kreishandwerksmeisters den „Handwerker-Oscar“ verliehen, einen „Handschmeichler“, der von Schreiner-Obermeister Martin Vilgertshofer gefertigt wurde. Noch wichtiger allerdings war die zweite Gabe, nämlich der Schlüssel für einen VW Up. Dieses Auto, das mit dem Aufkleber „Mit dem Handwerk zum Ziel“ für die Ausbildung wirbt, wird seit acht Jahren an den jeweiligen Jahrgangsbesten überreicht. Brenninger kann es jetzt ein Jahr lang nutzen und muss lediglich die Spritkosten selbst zahlen.

Für den 19-jährigen aus Niederstraubing (Gemeinde Steinkirchen) ist das ein großer Vorteil, denn bis jetzt hat er sich das Auto seiner Mutter leihen müssen. Der junge Mann will noch den Meisterbrief draufsatteln und später die Metzgerei seiner Eltern übernehmen.

Henry Dinger

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