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Protest auf einer Wiese neben der Bundesstraße: die Milchbauern Mathias Lohmeier, Johann Eicher, Johann Altmann und Matthias Floßmann (v. l.). Foto: Friedbert Holz

Plakataktion an der B 388

„Bauern brauchen Bienen und faire Preise“: Milchbauern wollen Konsumenten wachrütteln

„Bauern brauchen Bienen und faire Preise“ – mit diesem griffigen Slogan wirbt ein buntes Transparent in Bauzaungröße auf einem Feld neben der Ampelanlage an der B 388 bei der Abzweigung nach Altenerding.

Altenerding  Mit der Plakataktion macht der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) auf ein Thema aufmerksam, das vielen Bauern im Landkreis auf den Nägeln brennt: die zu geringe Entlohnung für ihre Arbeit und die nach ihrer Meinung zu einseitige Artenschutz-Diskussion.

„Wir Bauern haben doch nur noch zu parieren: Die Auflagen durch die EU werden zwar immer höher, doch wir bekommen deswegen nicht mehr Geld für unsere hochwertigen Erzeugnisse“, formulierte BDM-Kreisvorsitzender Mathias Lohmeier aus Dorfen seinen Unmut. Zudem gebe es keine deutschlandweiten Verträge, regionale Preisunterschiede seien viel zu häufig. „Im Moment bekommen wir zwischen 32 und 34 Cent für einen Liter Milch, doch mindestens 40 Cent wären notwendig. Wir plädieren längerfristig sogar für 50 Cent bei konventioneller Viehhaltung und für 60 Cent bei Biobauern“, so Lohmeier. 

„Für viele in unserer Schnäppchen-Gesellschaft zählt nur noch der Preis“

Immer mehr Milchviehhalter seien gezwungen, ihre Arbeit einzustellen. Das sei auch nach Meinung von Lohmeiers Kollegen Johann Altmann (Pastetten) und Johann Eicher (Dorfen) mit ein Verschulden der Endverbraucher: „Es gibt bei uns leider kein hoch entwickeltes Bewusstsein für gute Lebensmittel, für viele in unserer Schnäppchen-Gesellschaft zählt nur noch der Preis.“

So wundert es nicht, dass die Milchbauern Regeln für ein gedeihliches Miteinander und ein Überleben der Landwirte fordern. Da war es für Matthias Floßmann aus Erding-Neuhausen, selbst Halter von 45 Kühen, keine Frage, eines seiner Grundstücke als Standort für das Plakat bereit zu stellen. „Dieses Banner“, so Lohmeier, „soll dort noch mindestens bis zum Frühjahr stehen. Vielleicht erreichen wir an der viel befahrenen B 388 ja eine erhöhte Aufmerksamkeit für unser Thema. Und wer weiß, ob dann nicht so mancher Verbraucher beim nächsten Einkauf nicht nur auf das Preisschild an der Milchtüte achtet, sondern auch darauf, wo sie herkommt.“

Falls das alles nicht fruchte, sei auch eine Groß-Demo denkbar. „Denn offensichtlich lässt sich der Nerv deutscher Konsumenten am ehesten dann treffen, wenn sie nicht mehr mit ihrem Auto weiter kommen.“  

Friedbert Holz

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