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Florian Häusler (34) ist für 41 Schulen zuständig. 

Neuer Berater für digitale Bildung im Schulamt

Mister Digital: Er koordiniert Tablets & Co. für alle Grund- und Mittelschulen im Kreis

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Die digitale Bildung steht weit oben auf der Agenda des bayerischen Kultusministeriums. Im Erdinger Schulamt gibt es ab kommender Woche einen informationstechnischen Berater digitale Bildung. Florian Häusler ist nicht nur für die 41 Grund- und Mittelschulen im Landkreis Erding zuständig, sondern zudem für den Einzugsbereich des Freisinger Schulamts.

Erding– Häusler unterrichtet seit 2011 an der Mittelschule Oberding. Der 34-Jährige sieht sich als Bindeglied zwischen den Sachaufwandsträgern, also den Gemeinden, auf der einen Seite und den Schulen auf der anderen. Er ermittelt unter anderem, welche Geräte förderfähig sind und für die jeweilige Schulart Sinn machen.

Häusler ist überzeugt: Bereits ab der ersten Klasse machen Tablet-Computer mit Lern-Apps Sinn. „Sie können auch bei der Integration von Schülern mit Migrationshintergrund hilfreich sein, gerade was den sprachlichen Nachholbedarf angeht.“

An der Mittelschule könnten Tablets im Informatikunterricht zum Einsatz kommen, beispielsweise beim Programmieren kleiner Lernroboter. Diese liegen Häusler zufolge preislich bei 100 bis 1500 Euro und sind förderfähig. An der Mittelschule machen laut Häusler auch Notebooks Sinn. Mit ihnen könnten die Schüler mehr machen als mit Tablets – zum Beispiel das Arbeiten mit Office-Programmen.

Häusler und Schulamtsleiterin Marion Bauer betonen, dass man im Landkreis in Sachen digitaler Bildung schon ziemlich weit sei. Whiteboards, Beamer, Multitouchdisplays – all das gehöre in den Klassenzimmern flächendeckend zur Grundausstattung. Tablets und Wlan-Ausstattung seien die nächsten Schritte. Bauer lobt die Gemeinden, die ihre Schulen gut ausstatteten. Es finde eine gegenseitige Befruchtung statt.

Doch wie sieht es eigentlich bei der Akzeptanz digitaler Medien bei den Lehrkräften aus? Verweigert sich vielleicht ein schon etwas älterer Lehrer gerne mal der modernen Technik? Während es von den Schülern positive Rückmeldungen gibt, sieht Häusler bei den Pädagogen „eine grundsätzliche Offenheit“. Es gebe auch keinen Grund mehr zur Frustration, wenn mal ein Whiteboard nicht funktioniere. Die Geräte seien nämlich mittlerweile zuverlässiger. Zudem gebe es an jeder Schule mindestens einen Ansprechpartner.

Außerdem, ergänzt Bauer, grenze man in Erding an den Regierungsbezirk Niederbayern an und tausche jedes Jahr ein Sechstel der Lehrer aus. So komme junges Personal nach, das mit digitalen Medien vertraut sei. „Medienpädagogik ist schon im ersten Staatsexamen ein wichtiger Teil“, fügt Bauer an.

Bis zu 90 Prozent Förderung winken im Bayernpaket übrigens für eine gute Ausstattung von Schulen mit digitalen Medien. Dennoch sind den Sachaufwandsträgern mitunter die Hände gebunden. Zum Beispiel beim Thema Breitband: Meist liege es an den Unternehmen, wenn mal nichts vorangehe. Denn diese seien oft mit Aufträgen ausgelastet“, bedauert Bauer.

Bei der Koordination hat das Schulamt jedenfalls mit Häusler eine auf dem Gebiet erfahrene Kraft im Einsatz. Er ist unter anderem Systembetreuer und Datenschutzbeauftragter an der Grund- und Mittelschule Oberding sowie im Erdinger Schulamtsbezirk Fachberater Informatik und Koordinator für Digitalisierung, Letzteres zusätzlich im Bezirk Freising.

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