Das Freibad von oben: Frisches Wasser wird am Wochenende in die Sport- und Sprungbecken eingelassen. Beide werden frühestens am 18. Juni freigegeben. 
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Das Freibad von oben: Frisches Wasser wird am Wochenende in die Sport- und Sprungbecken eingelassen. Beide werden frühestens am 18. Juni freigegeben. 

Eröffnung in zwei Schritten ab 10. Juni

Erding: Mit Mund-Nasen-Maske ins  Freibad

  • Gabi Zierz
    vonGabi Zierz
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Das Freibad Erding öffnet in zwei Schritten: Nichtschwimmer- und Kinderplanschbecken am 10. Juni, Sport- und Sprungbecken frühestens am 18. Juni. Es gibt Einschränkungen.

Erding - Die freibadlose Zeit in Erding hat bald ein Ende. Da 17 000 Quadratmeter große Gelände wird in zwei Schritten geöffnet: Nichtschwimmer- und Kinderplanschbecken am Mittwoch, 10. Juni, Sport- und Sprungbecken frühestens am 18. Juni, also nach den Pfingstferien – jeweils von 8 bis 20 Uhr. Das teilten die Stadtwerke als Betreiber mit. Die Besucher müssen sich corona-bedingt auf zahlreiche Beschränkungen einstellen.

Acht Seiten umfasst das Konzept, das Robert Maier, Leiter der Freizeitanlagen bei den Stadtwerken, federführend für die Freibad-Eröffnung unter Pandemie-Bedingungen ausgearbeitet hat. Es basiert auf der 5. Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmen-Verordnung und dem Rahmenhygienekonzept Sport des bayerischen Innenministeriums. „Wir haben aus vielerlei Vorgaben das für uns Relevante herausgearbeitet“, sagt Maier. Für ihn, Stadtwerke-Geschäftsführer Christopher Ruthner und alle Mitarbeiter sind die Einschränkungen ebenso Neuland wie für die Besucher.

Kontaktdaten der Badegäste nötig

Erste Hürde: Die Badegäste müssen am Eingang ihre Kontaktdaten hinterlassen. „Wir stellen ab 9. Juni ein Formular zum Download auf unserer Homepage zur Verfügung und bitten dringend um Ausdruck und Ausfüllung gleich von Zuhause aus“, erklärt Maier das Prozedere. Name und Telefonnummer oder E-Mail-Adresse eines Haushalts seien notwendig.

„Die Entscheidung treffen nicht wir als Badbetreiber. Das ist auch für uns unangenehm, aber notwendig“, sagt Maier zur Dokumentationspflicht. Vier Wochen lang müssten die Daten aufbewahrt werden, so Ruthner.

Auch von Besitzern von Mehrfachkarten (10er, 20er oder 50er Coins) müssen die Kontaktdaten dokumentiert werden – bei jedem Besuch. Die Mehrfachcoins bleiben gültig und können auch weiter gekauft werden, allerdings wird es heuer keine Saisonkarten geben. Rund 250 Stammgäste haben diese im Jahr gerne genutzt.

Maximal 850 Besucher zeitgleich erlaubt

Der Aus- und Eingang des Bades muss räumlich getrennt werden. Der Zutritt erfolgt – wie bisher – über die Freibad-Drehkreuze, raus geht’s über die Hallenbad-Drehkreuze. Jeder Gast wird beim Ein- und Ausgang durch den Coin elektronisch erfasst. „So kann man prüfen, wie viele Besucher sich gleichzeitig im Bad aufhalten“, sagt Ruthner. Im ersten Öffnungsschritt dürfen es 725 Gäste zeitgleich sein, später 850. Zum Vergleich: An heißen Sonntagen kamen vor Corona schon mal 3000 bis 4000 Besucher.

Mund-Nasen-Maske ist Pflicht

Auf einen Schichtbetrieb wie im Dorfener Freibad wollen die Stadtwerke vorerst verzichten. Ganz ausschließen kann ihn Ruthner aber nicht: „Wir müssen uns rantasten und abwarten. Schwierig wird’s, wenn sich schon vormittags abzeichnet, dass das Bad voll wird.“ Viel hänge auch vom Wetter ab. Auf ihrer Homepage wollen die Stadtwerke täglich vermelden, wenn die Maximalzahl erreicht und kein Zugang möglich ist. So sollen lange Schlangen am Eingang vermieden werden.

Noch etwas ist anders als in Dorfen: In Erding müssen die Badbesucher auf dem Gelände Mund-Nasen-Masken tragen – außer auf ihrem Liegeplatz, auf dem Weg vom und zum Schwimmbecken und im Wasser. Auch dort ist die Zahl der Schwimmer begrenzt. Ins Nichtschwimmerbecken dürfen zeitgleich nicht mehr als 95 Personen. Das Sportbecken wird in vier Bereiche mit je zwei Bahnen unterteilt. In jedem Bereich können 26 Personen schwimmen, je Bahn in eine Richtung. 1,50 Meter Mindestabstand müssen auch im Wasser gehalten werden.

Keine Umkleiden und Warmduschen 

Auf dem Sprungturm ist künftig nur eine Person auf der entsprechenden Plattform erlaubt. Die Springer müssen sich unten anstellen, es gibt Abstandsmarkierungen. „Wir wollen es uns nicht nehmen lassen, den Turm anzubieten“, sagt Ruthner, möglicherweise zu reduzierten Öffnungszeiten.

Das Lehrschwimmbecken im Hallenbad-Anbau bleibt geschlossen. Die Rutsche im Nichtschwimmerbecken darf ebenso nicht benutzt werden wie die Umkleidekabinen und Warmduschen. Zur Toilettenanlage hat nur eine begrenzte Personenzahl Zutritt. Auf dem Damen-WC sind es beispielsweise zwei.

Desinfektionspläne angepasst

Die Stadtwerke haben ihre Desinfektionspläne angepasst, so Maier. Das heißt, Kassen, Drehkreuze, Handläufe an den Becken und die Toiletten werden in kürzeren Intervallen gereinigt und desinfiziert. Aktuell beschäftigten die Stadtwerke vier feste Reinigungskräfte und überlegen, sich Unterstützung durch eine Reinigungsfirma zu holen. Sechs Teilzeitkräfte an der Kasse und sieben Angestellte für die Wasseraufsicht sind zudem für das Kommunalunternehmen tätig.

Das Sport- und das Sprungbecken werden aktuell gereinigt und an diesem Wochenende mit Wasser befüllt. Dann werden Proben genommen und untersucht. „Wenn wir Grünes Licht haben, geht’s los“, kündigt Maier die Öffnung dieses Bereichs für 18. bis 20. Juni an. Wie der Badebetrieb bei all diesen Einschränkungen anlaufen wird, wird sich zeigen. „Wir müssen sehen, was geht“, sagt Ruthner und hofft auf die Kooperation der Besucher. (Gabi Zierz)

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