Einsatz fraglich: Ob das wilde, dampfende Fahrzeug der Moosgeister am Faschingsdienstag zum Einsatz kommt, hat die Brauchtumsgruppe aufgrund der neuen Rahmenbedingungen noch nicht entschieden. Archivfoto: Hans Moritz

Brauchtumsveranstaltung am Faschingsdienstag nur noch auf Schrannen- und Kleinem Platz

Moosgeistertreiben eine Nummer kleiner

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Das Moosgeistertreiben am Faschingsdienstag steht erneut vor einem Umbruch. Erstmals werden die wilden Gestalten nicht mehr die Lange Zeile auf und ab marschieren, sondern sich auf den Schrannenplatz und den Kleinen Platz beschränken.

Erding – Noch nicht entschieden ist, ob das wild geschmückte, laut stampfende und dampfende Fahrzeug wieder zum Einsatz kommt. Diese Entwicklung hat nicht zuletzt wirtschaftliche Gründe.

Jahrelang hatte das Moosgeistertreiben maßgeblich der legendäre Stadtapotheker Walter Schweinberger veranstaltet. Es ist eine Reminiszenz an die Sage, wonach böse Geister immer am 11.11., dem offiziellen Auftakt der närrischen Zeit, im Erdinger Moos erwachen und in die Stadt zurückkehren. Am Faschingsdienstag werden die Moosgeister aus der Stadt vertrieben. In der Herzogstadt markiert dieses Spektakel, zu dem hunderte verkleidete Bürger kommen, den Ausklang des Faschings.

Wirte und Brauerei sind mit den Umsätzen nicht zufrieden

Nach dem Tod Schweinbergers 2015 hing das Moosgeistertreiben am seidenen Faden, denn die Veranstaltung hätte eine Versicherung benötigt. Dieser Aufwand war der Brauchtumsgruppe freilich zu hoch, sie erwog eine Absage, erinnert sich Stadtapotheker Armin Braun.

Doch die Stadt wollte an der Tradition festhalten. Schließlich sprang der Erdinger Weißbräu 2016 als Ausrichter ein.

Und genau auf den ist nun auch die Neuerung zurückzuführen. „Wir wollen das konzentrierter machen“, berichtet Verkaufsleiter Andreas Brenninger im Gespräch mit unserer Zeitung. Er macht keinen Hehl daraus, dass die Wirte mit ihren Schankwagen auf der Langen Zeile mit den Umsätzen nicht zufrieden gewesen sind. „Das Treiben dauert nur wenige Stunden, viele Besucher bringen ihre Getränke selbst mit“, analysiert Brenninger. Doch am Moosgeistertreiben wolle die Brauerei festhalten.

Wieder ein Programm für die ganze Familie

Deswegen, so Brenninger weiter, habe man sich entschieden, den Faschingsausklang auf die Fußgängerzone zu konzentrieren – wieder mit einem bunten Treiben für die ganze Familie, unter anderem mit einem Kasperltheater und einem Zauberer. Termin ist heuer Dienstag, 25. Februar, ab 13 Uhr. Unter freiem Himmel gefeiert wird bis in den frühen Abend. Danach geht es in den Wirtshäusern weiter.

Die Moosgeister selbst werden ebenfalls nur noch auf dem Kleinen Platz und dem Schrannenplatz unterwegs sein. Braun kann auf Anfrage noch nicht sagen, ob das bekannte, wild anmutende Gefährt mit seinem Dampfmotor auf dieser kurzen Strecke noch einmal zum Einsatz kommt: „Wir müssen es jedes Mal aufwendig herrichten. Ob sich das lohnt, müssen wir sehen.“

Lange Zeile wird dennoch gesperrt

Bei der Stadt kennt man die Änderung anscheinend noch nicht. Rathaus-Sprecher Christian Wanninger erklärt: „Die Lange Zeile wird auf jeden Fall für den Verkehr gesperrt sein.“ Die neue Route war zumindest ihm neu. ham

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