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Der Große Chor und das Sinfonieorchester der Stadtpfarrkirche sowie Solisten gestalteten das Mozart-Requiem unter der Gesamt leitung von Georg Rothenaicher.

Packender Auftakt

Mozart-Requiem zum Einstieg in die 53. Internationale Orgelwoche

Werke von Wolfgang Amadeus Mozart in der Stadtpfarrkirche St. Johannes. So startete die 53. Internationale Orgelwoche in Erding. Weitere Konzerte folgen.

Erding Einen bewegenden Auftakt zur 53. Internationalen Orgelwoche erlebte man in der gut besuchten Stadtpfarrkirche St. Johannes mit Werken von Wolfgang Amadeus Mozart. Auf dem Programm standen sein Requiem, das im Schaffen des Komponisten eine Sonderstellung einnimmt und letztlich zu seiner persönlichen Totenmesse wurde, sowie sein berühmtes Klarinettenkonzert mit dem berührenden Adagio, das viele als poetische Liebes- und Abschiedsmusik des Films „Jenseits von Afrika“ kennen dürften.

Der Große Chor und das Sinfonieorchester der Stadtpfarrkirche gestalteten Mozarts Requiem als mitreißende Gemeinschaftsleistung mit den ausgezeichneten Gesangssolisten Katharina Peschl (Sopran), Astrid Hofer (Alt), Gustavo Martin-Sanchez (Tenor) und Thomas Hamberger (Bass) unter der Gesamtleitung von Georg Rothenaicher.

Mozarts Requiem wurde von seinem Schüler vollendet

Der packende Einstieg in das Requiem mit einem abgrundtief traurigen instrumentalen Beginn, gefolgt von aufrüttelndem Chorgesang, machte deutlich, um was es in diesem Werk geht: um die individuelle Auseinandersetzung mit dem Tod als existenzielle Erschütterung, die den ganzen Menschen erfasst, in Abgründe und Ängste stürzt – ein Ringen mit der Endlichkeit und ihren Schrecken. Mozart selbst konnte die Auftragsarbeit nicht vollenden, die ihm im Juli 1791 durch einen geheimnisvollen Boten überbracht worden war: Er starb am 5. Dezember desselben Jahres. Gesundheitlich angeschlagen und von banger Todesahnung ergriffen, dürfte es den Komponisten aufgewühlt haben, ausgerechnet eine Totenmesse zu schreiben.

Mozarts Requiem wirkt auch heute noch modern. Es tritt in unmittelbaren Dialog mit dem Zuhörer, spricht ungeschminkt und packend von den letzten Dingen. Da artikulieren sich tiefe Verzweiflung und sich aufbäumende Lebenszugewandtheit. Interessant ist auch, dass die Arbeit von Mozart-Schülern, vor allem von Franz Xaver Süßmayr, nach Skizzen des verstorbenen Komponisten vollendet wurde, was trotz der gekonnten Fertigstellung zu einer gewissen inneren Unausgewogenheit des Werks führte. Wie hätte das gewaltige Requiem wohl erst geklungen, wenn Mozart es selbst hätte zu Ende bringen können?

Ein stimmungsvoller Schlusspunkt: das bewusste Läuten der Kirchenglocken als Verweis auf überzeitlichen Trost, bevor begeisterter Schlussapplaus einsetzte. Mit Mozarts Klarinettenkonzert wurde das Publikum empfangen. Als junger Solist spielte Jonathan Groß mit dem Orchester, wobei in der Interpretation vor allem die große Klangschönheit und virtuose Handhabung in Erinnerung blieben. Flankiert von einem vorwitzigen Allegro und einem tänzerischen Rondo, schlich sich der 2. Satz, das bittersüße Adagio, mitten ins Herz.

Weitere Orgelkonzerte

Am heutigen Dienstag, 15. Oktober, spielt Jaroslaw Tuma aus Tschechien. Am Donnerstag, 17. Oktober, gastiert die Münchner Organistin Marion Krall in Erding, und am Samstag, 19. Oktober, ist Willi Guggenmos aus der Schweiz zu Gast. Alle Konzerte beginnen um 20 Uhr. Den Ausklang gestalten die Madrigalisti Ardingenses mit „Missa cantate“ von Bob Chilcott am Sonntagmorgen, 20. Oktober, um 9 Uhr.

Vroni Vogel

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