+
Verschiebebahnhof Erding-Nord: An der Anton-Bruckner-Straße (unten) soll das neue Feuerwehrhaus entstehen. Eventuell werden dafür auch Flächen des Stadions benötigt. Würde man es auflösen und stattdessen den Gerd-Vogt-Sportpark (oben rechts) nutzen, könnte man auch den Volksfestplatz (graue Fläche) vergrößern. 

Hoher Platzbedarf – Volksfestplatz könnte erweitert werden – Standort für Leitstelle gefunden

Muss TSV-Stadion Feuerwache weichen?

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
    schließen

Der Bau zweier neuer Feuerwehrhäuser könnte in Erdingen einen städtebaulichen Dominoeffekt auslösen. Vor allem bei den Sportstätten dürfte einiges in Bewegung geraten.

Erding – Die Erdinger Politik und Stadtplanung fokussiert sich voll und ganz auf die Konversion des Fliegerhorsts. Ab 2025 soll hier ein komplett neuer Stadtteil entstehen. Doch ein anderes Projekt hat ebenfalls das Potenzial, das Gesicht der Stadt zu verändern – der Bau zweier neuer Feuerwehrhäuser. Vor allem die neue Erdinger Wache könnte eine ganze Dominokette in Gang setzen. Doch die Planung steht noch ganz am Anfang.

Neubauten am Stadion und an der S-Bahn-Linie bei Altenerding

Festgelegt hat sich die Stadt Erding bislang nur auf die Standorte. Wie berichtet, soll die Feuerwehr Altenerding von der Holunderstraße an die Münchener Straße/Wendelsteinstraße umziehen. Den Grund an der S-Bahnlinie hat die Stadt mit dieser Bindung erworben.

Die Feuerwache Erding wird von der Lebzelterstraße an die Anton-Bruckner-Straße umsiedeln. Der Parkplatz und der Verkehrsübungsplatz gehören der Stadt bereits. Zusätzlich wurde das alte Moosbauer-Haus an der Unterführung mitsamt Grund erworben – ebenfalls zweckgebunden, wie Oberbürgermeister Max Gotz betont.

Das Stadion steht zur Disposition

Doch Recherchen unserer Zeitung haben ergeben: Diese Flächen werden nicht ausreichen. Gotz bestätigt das. „Wir brauchen neue Parkplätze, Stellflächen für die Einsatzkräfte sowie leistungsfähige Anbindungen an die Anton-Bruckner-Straße. Deshalb bestätigte er Gerüchte, dass auch die Flächen benötigt werden könnten, auf denen sich das Stadion des TSV Erding befindet.

Wird das beseitigt, könnte die Stadt zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Denn seit Jahren mehren sich die Wünsche, den Volksfestplatz zu vergrößern. Nicht nur für das Herbstfest – schon jetzt herrscht wegen der Wohnwagen der Schausteller drangvolle Enge auch auf dem Eisstadion-Parkplatz –, sondern auch für das Sinnflut-Festival und die Automobil Ausstellung Erding.

Mehr Sicherheit für den Festplatz

Hinzu kommt: Die Stadt hat die Rettungswege bereits vergrößert und einen Notausgang ins Stadion geschaffen, dennoch ließe sich die Sicherheit für Tausende Besucher so weiter verbessern. Außerdem gilt das Stadion als sanierungsbedürftig, die Tartanbahn hat ihre guten Jahre lange hinter sich.

Gotz kann sich vorstellen, dass der TSV künftig auf den neuen Rasenfeldern des benachbarten Gerd-Vogt-Sportparks kickt. Dort gibt es nicht nur einen Fußballplatz, sondern auch einen Kunstrasenplatz. Der Nachteil dieser Lösung: Es gäbe keine Tribünen mehr. In den Reihen des Stadtrats hält man die aber nicht unbedingt für notwendig, kickt der TSV doch nicht in Ligen, die exorbitant viele Fans erwarten lassen. Leichtathletik-Events müssten sich dann auf Altenerding konzentrieren.

Landkreis baut Katastrophenschutz-Infrastruktur neu auf

Gotz gibt sich pragmatisch: „Wir sollten hier kreativ sein.“ Bislang habe der Stadtrat lediglich die Planung beauftragt. Und das nicht alleine. Auch der Landkreis ist mit im Boot. Er will an beiden Standorten auch seinen Katastrophenschutz räumlich neu aufstellen. Für Erding sind das Feuerwehrservicezentrum und die Atemschutzwerkstatt mit Ausbildungszentrum im Gespräch. An das Gerätehaus in Altenerding könnten Katastrophenschutzlager mit -halle sowie Räumlichkeiten für die Kreiseinsatzzentrale und die Führungsgruppe Katastrophenschutz angegliedert werden.

Leitstelle künftig am Altenerdinger Feuerwehrhaus?

Nun hat Landrat Martin Bayerstorfer erst vor zwei Wochen verkündet, dass die Integrierte Leitstelle (ILS) für Feuerwehr- und Rettungsdienstnotrufe zu klein sei und neu gebaut werden müsse (wir berichteten). Bayerstorfer bestätigt Informationen unserer Zeitung, dass auch die ILS von ihrem angestammten Platz zwischen der Polizei und dem Rotkreuzhaus an der Wilhelm-Bachmair-Straße nach Altenerding umziehen könnte. „Diese Überlegungen gibt es.“ Freising, mit Erding und Ebersberg Partner im Rettungszweckverband, hat indes den Standort Kamerloher Hof im Westen des Münchner Flughafens ins Spiel gebracht. Da die ILS aber eine Einrichtung des Kreises Erding ist, scheint ein Abwandern unwahrscheinlich.

Gotz: Es wird wieder einen Verkehrsübungsplatz geben

In Kreisen der Einsatzkräfte gibt es viele Befürworter für den Standort Altenerding. Dort müssen im Zuge des Neubaus ohnehin leistungsstarke Datenleitungen verlegt werden. Und es sei kein Problem, die Gebäude aufzustocken. Noch ist das Papier der Planer ohnehin weiß.

Gotz zerstreut derweil Befürchtungen, es könne keinen Verkehrsübungsplatz mehr geben. „Bereits in den Haushaltsberatungen habe ich klar gesagt, dass es einen Neuen geben wird.“ Denn den bräuchten nicht nur die Schulen weit über die Stadt hinaus. Gotz will auch etwa Senioren ein Angebot machen, den Umgang mit E-Bikes zu erlernen. 

ham

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare