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Das 365-Euro-Ticket könnte noch mehr Schüler und Azubis zum Umsteigen auf den ÖPNV bewegen.

Kreisräte für 365-Euro-Jahreskarte für Schüler und Azubis

Für einen Euro am Tag Bus und Bahn fahren?

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Es könnte ein wichtiger Baustein zur Verkehrswende sein: Ab dem Schuljahresbeginn 2020/21 scheint es möglich, dass Schüler und Auszubildende unabhängig von ihrem Alter für einen Euro am Tag alle Busse und Bahnen im Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV) nutzen dürfen.

Erding – Der MVV und der Freistaat Bayern erwägen die Einführung eines 365-Euro-Tickets. Der Landkreis Erding will von Anfang an dabei sein. Das beschloss der Verkehrsausschuss des Kreistags.

Die Debatte zeigte aber, dass der Kreis die ihm entstehenden Kosten allenfalls grob schätzen kann und Ungleichbehandlungen programmiert sind – im Landkreis Erding mehr als in anderen rund um München.

Katrin Neueder von der Kreisverwaltung erklärte, von der geplanten Regelung könnten allein im Kreis Erding mehr als 17 000 Personen profitieren. Weiter sagte sie, dass das 365-Euro-Ticket für Schüler und Azubis dem MVV einen Einnahmenverlust in Höhe von gut 30 Millionen Euro pro Jahr bescheren werde, von denen der Freistaat 20 Millionen übernehmen wolle. Den Rest müssen sich München und die acht Verbundlandkreise teilen, darunter Erding.

Neueder wies auch auf eine sich ändernde Kostenstruktur bei der Schülerbeförderung hin. Mit genauen Zahlen war sie sehr vorsichtig, zu viele Unbekannte seien noch in der Gleichung.

Staat und Landkreise müssen das Defizit ausgleichen

„Nach aktuellem Stand gehen wir davon aus, dass wir den Ausgleichsfond mit rund einer halbe Million Euro bedienen müssen“, so Neueder. Die Einnahmeausfälle bezifferte sie für den Landkreis mit zirka 350 000 Euro. Bei der Schülerbeförderung rechne sie hingegen mit Einsparungen von rund 200 000 Euro.

Der Nutzerkreis könnte sich spätestens nach 2022 beträchtlich ausdehnen – um Studierende. Dann nämlich läuft der Vertrag zum Semesterticket mit dem Studentenwerk aus. Bei gravierenden Änderungen kann er laut Neueder sogar mit einer Sechs-Monats-Frist gekündigt werden. Beim MVV mutmaßt man, dass das 365-Euro-Ticket auch an den Unis Begehrlichkeiten weckt.

Grundsätzlich Lob, aber auch reichlich Kritik

Das Angebot fand im Ausschuss grundsätzlich Lob, erntete aber auch Kritik. Ulla Dieckmann (SPD) und Franz Hofstetter (CSU) etwa monierten, dass das Ticket nur im öffentlichen Linienverkehr und nicht in privaten Schulbussen gelte. Petra Bauernfeind (FW) wies auf eine weitere Unwucht hin: „Eltern, deren Kinder schulisch bedingt keinen Anspruch auf eine Buskarte habe, weil ihr Schulweg nicht lang genug ist, müssten das Ticket selbst kaufen.“

Dorfens Bürgermeister Heinz Grundner (CSU) monierte, im Osten könne man damit Bus, aber nicht Bahn fahren. Der Regionalverkehr gehört nicht zum MVV. Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) erneuerte seine Forderung, den gesamten Kreis und alle Anbieter unter das Dach des MVV zu bringen – vor der Verbundraumerweiterung (wir berichteten).

Entscheidung schon am Freitag?

Die Zeit drängt: Soll das 365-Euro-Ticket im September 2020 eingeführt werden, muss die MVV-Gesellschafterversammlung das bereits an diesem Freitag in München beschließen.

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