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Nach 13 Jahren: Neue Mensa am Aigner-Gymnasium endlich fertig

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Von: Hans Moritz

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In der neuen Mensa finden 200 Schüler Platz, was einer Verdoppelung der bisherigen Kapazitäten entspricht. Sie enthält auch Rückzugsorte, um eine möglichst wohnliche Atmosphäre zu schaffen. Bei der Gestaltung durfte die Schulfamilie mitreden. Vorhänge und Wandbilder aus Schülerhand werden noch aufgehängt. © Hans Moritz

Gut Ding will Weile haben: Nach immerhin zwölfjähriger Planungs- und 16-monatiger Bauzeit ist am Dienstag am Korbinian-Aigner-Gymnasium in Erding der Anbau mit neuer Mensa und Offener Ganztagsschule (OGS) offiziell in Betrieb gegangen.

Erding - 3,6 Millionen Euro hat der Landkreis investiert, knapp 900 000 Euro schießt der Freistaat zu. Zum Vergleich: 2004 hatte der gesamte Schulneubau 27,5 Millionen Euro gekosten.

Die OGS wird bereits seit einigen Wochen genutzt, seit Wochenbeginn ist auch die Mensa in Betrieb. Zuletzt hatte sich der Bau verzögert, allerdings fallen trotz allgemeiner Preissteigerungen die Kosten 10 000 Euro geringer als kalkuliert aus.

Bislang mussten die Schüler in der Aula essen, Platz war für 110 Jugendliche. Nun gibt es zwei Ausgabetheken, um doppelt so viele Schüler in kurzer Zeit bedienen zu können. 200 können gleichzeitig ihre Mahlzeit einnehmen. So gibt es eine Pfanne, in der 50 Schnitzel gleichzeitig gebraten werden können, wie Landrat Martin Bayerstorfer beim Festakt sichtlich beeindruckt berichtete.

Er stellte den Neubau vor. Eine Lüftungsdecke sorge für gute Luft, im Essbereich böten Rückzugsecken eine wohnliche Atmosphäre. Der Landrat wies auf die moderne Lüftungsanlage hin, „die keinen zusätzlichen Virenfilter erforderlich macht“.

In der Küche sei eine Energieoptimierungsanlage verbaut worden, die Leistungsspitzen durch kurzzeitiges Abschalten einzelner Geräte steuert und so den Stromverbrauch um fünf bis 25 Prozent reduziert.

Die benötigte Energie nimmt den kürzestmöglichen Weg: Auf dem Dach befindet sich nach den Worten Bayerstorfers eine Photovoltaikanlage, die pro Jahr etwa 17 000 Kilowattstunden Strom liefern soll – und zwar genau dann, wenn er benötigt wird: zur Mittagszeit, wenn die Sonne am stärksten scheint.

Dem Mensabau mussten vier Klassenzimmer im Erdgeschoss weichen, dafür bekam die OGS im Anbau ein 52 Quadratmeter großes Zimmer sowie die Oberstufe einen 61 Quadratmeter großen Raum.

Der Platz, an dem sich bisher die Mensa mit Küche befand, wird künftig für Büros für die erweiterte Schulleitung genutzt.

Der Weg zu einer neuen Mensa war ein langer. Bayerstorfer erinnerte daran, dass man 2009 mit den Planungen begonnen habe. Es gab mehrere Standorte, etwa in einem der Innenhöfe oder in der Fahrradgarage. Um die ideale Platzierung gab es quälende Debatten zwischen dem Landrat und dem Kreistag sowie dem damaligen Schulleiter Hans-Joachim Fuhrig.

Den Knoten mit dem Vorschlag des jetzigen Standorts durchschlagen habe, so Bayerstorfer, schließlich die damalige stellvertretende Schulleiterin Regine Hofmann. Sie selbst hat davon freilich nichts mehr, leitet sie doch mittlerweile das Anne-Frank-Gymnasium. Am KAG habe man „die ideale Lösung für alle gefunden“.

Auf die lange Planungsphase ging auch Schulleiterin Andrea Hafner ein. Die neue Mensa sei ein Meilenstein, in der Zeit davor seien viele Steine im Weg gelegen. Die noch junge Schule habe schon einige gravierende Wechsel erlebt: das G8 mit viel Nachmittagsunterricht und nun wieder das G9 mit einer zusätzlichen Jahrgangsstufe.

Landtagsabgeordnete Ulrike Scharf sprach von einer „wegweisenden Entscheidung für Familien“, deren Kinder heute oft den ganzen Tag an der Schule seien. Erdings OB Max Gotz meinte: „Es ist schon schön, wenn unsere Bildungseinrichtungen in dieser Dynamik weiterentwickelt werden.“

Und was steht diese Woche auf dem Speiseplan? Kartoffel-Gemüsegratin mit Käse überbacken, Dampfnudeln mit Vanillesoße für je 4 Euro, Putschenschaschlik mit Reis oder paniertes Seelachsfilet mit Kartoffelsalat für je 4,70 Euro. Ferner stehen auf der Tageskarte von Küchenchef Werner Wiener Frühlingsrollen, Currywurst, Pommes und Pizza. OB Gotz dürfte das gefallen haben. In seinem Grußwort mahnte er mit einem Augenzwinkern an, „auch das anzubieten, was die Kinder essen wollen, und nicht nur das, was die Eltern für richtig halten“. Hafner versicherte: „Wir achten auf gesunde und regionale Lebensmittel.“

ham

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