Dezentrale Lösungen statt Dämme: Das fordert die Bürgerinitiative „Naturnaher Hochwasserschutz Erding“, die am Mittwochabend im Berghamer Lindenwirt gegründet wurde.
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Dezentrale Lösungen statt Dämme fordert die Bürgerinitiative „Naturnaher Hochwasserschutz Erding“, die im Berghamer Lindenwirt mit den Sprechern Martin Reslmeier und Markus Auerweck (stehend, v. l.) gegründet wurde. 

Petition an den Landtag

Neue Bürgerinitiative für Hochwasserschutz: Naturnahe Alternativen

Dezentrale Lösungen statt Dämme: Das fordert die Bürgerinitiative „Naturnaher Hochwasserschutz Erding“, die am Mittwochabend im Berghamer Lindenwirt gegründet wurde.

ErdingDezentrale Lösungen statt Dämme: Das fordert die Bürgerinitiative „Naturnaher Hochwasserschutz Erding“, die am Mittwochabend im Berghamer Lindenwirt gegründet wurde. Die beiden Sprecher Markus Auerweck und Martin Reslmeier stellten in einem gut vorbereiten Vortrag per Beamer Alternativmaßnahmen für Bergham, Aufhausen, Altenerding und Itzling vor.

Die BI will den geplanten Hochwasserschutz nicht mittragen. Denn die vorgesehenen Rückhaltebecken mit 4,50 Meter hohen, 25 Meter breiten und mindestens 300 Meter langen Dämmen würden sich in keiner Weise ins Landschaftsbild einfügen, so die Kritik. Außerdem wird befürchtet, dass durch Spundwände das Grundwasser ansteige, umliegende Keller überflutet oder Gebäude aufschwimmen würden. Weitere Befürchtungen waren die Wertminderung der Grundstücke in einem Hochwasserrisikogebiet und deren Verschattung. Auerwerk skizzierte den „worst case“ – einen Dammbruch nahe der Wohnbebauung.

Petition an den Landtag eingereicht

Vor der Gründungsversammlung hatten sich die Betroffenen mehrfach zusammengesetzt. Eine Petition an den Landtag sei bereits eingereicht, die Unterschriftenlisten würden nachgereicht, informierte Auerweck. In der Gründungsversammlung unterschrieben 71 Bürger. Im gut besuchten Saal war auch ein Team der Interessengemeinschaft Wörth anwesend, die sich ebenfalls für einen dezentralen Hochwasserschutz stark macht.

Mit Oberbürgermeister Max Gotz sowie Kreis- und Stadträten war überdies die Politik stark präsent. Der Ton zwischen beiden Seiten gestaltete sich moderat und war auf Kommunikation ausgerichtet. Auerweck begrüßte die Anwesenheit des OB und betonte, dass man der Stadt Erding „nicht in die Quere“ kommen wolle. Nur verfolge die BI einen anderen Ansatz beim Hochwasserschutz.

OB plädiert für gemeinsame Lösung

Statt eines „Mammutprojekts“ ist die Integration von möglichst verteilten Maßnahmen aus ihrer Sicht der richtige Weg. Auerweck bedauerte es, bisher noch keine Einsicht in die Berechnungen für die geplanten Hochwasserrückhaltebecken bekommen zu haben. Man habe sich anwaltschaftlich beraten lassen, aber noch keinen Juristen beauftragt, hielt der BI-Sprecher die Tür offen. Was man keinesfalls wolle, sei ein Planfeststellungsverfahren „über unsere Köpfe hinweg“. Es gehe vielmehr darum, gemeinsam gute Lösungen zu finden.

Gotz setzte in seiner Rede ebenfalls auf einen „partnerschaftlichen Dialog“ und griff den Vorschlag auf, an einem runden Tisch mit den Betroffenen, dem Wasserwirtschaftsamt und der Stadt Erding eine „gemeinsame Lösung zu erarbeiten“. Dammbrüche in der heutigen Zeit seien eher „unwahrscheinlich“ kommentierte Gotz die größte Befürchtung.

Bei der Petition werde die BI „nicht weit kommen“, prophezeite der Stadtchef außerdem. Denn über was solle der Landtag denn entscheiden, wenn es doch noch keine Beschlüsse gebe? Gotz sicherte zu, dass kein Planfeststellungsverfahren eingeleitet werde, so lange nicht alle Belange untersucht seien. Außerdem bot der OB der BI an, dem Stadtrat ihre Überlegungen über die Sprecher vorzustellen. Denn „beim Reden, kommen d’Leut zam“.

Weitere Informationen

gibt es im Internet auf www.hochwasserschutzerding.de.

Vroni Vogel

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