+
Harte Kritik übte Erdings OB Max Gotz beim Dämmerschoppen des Stadtrats. Gleich zwei Fraktionen ging er scharf an - und das öffentlich-rechtliche Fernsehen. „Wie bei der AfD“ musste er sich dafür anhören.

Brandrede auf der Weihnachtsfeier des Stadtrats

OB Gotz legt Stadtrat Egger Rücktritt nahe

  • schließen

Eine Gardinenpredigt statt einer warmen Ansprache vor dem Fest hat Erdings OB Max Gotz (CSU) beim Dämmerschoppen von Stadtrat und Verwaltung gehalten. Er kritisierte die Grünen, Erding Jetzt-Fraktionschef Hans Egger und das öffentlich-rechtliche Fernsehen.

Erding - Bei einigen Politikern kam die Schelte gar nicht gut an. Die gipfelte mit dem Hinweis an den nicht anwesenden und nicht namentlich genannten Hans Egger (ED Jetzt): „Wer solche Unterstellungen macht, hat in einem solchen Gremium eigentlich nichts verloren.“ Dafür erhielt er verhaltenen Applaus.

Das Licht in der Stadthalle war gedimmt, die Hausmusi spielte, auf der Menükarte standen Schwarzwurzel-Cremesuppe, Entenbrust und Spekulatius-Tiramisu. Doch zunächst einmal gab es harte Kost. Gegenstimmen beim Haushalt und böse TV-Beiträge über Eiszeit und Rathaustunnel zerren offensichtlich stark an Gotz’ Nerven.

Zunächst lobte er, was Stadtrat und Verwaltung 2019 alles abgearbeitet hätten, etwa den Stadtpark und die Mensa in Altenerding. Doch dann schlug er unerwartet kritische Worte an.

BR-Fernsehen eine „geistige Schmutzveranstaltung“

In Anspielung auf zwei Beiträge im BR-Fernsehen, bei denen Erding ungünstig wegkam, sprach er von einer „geistigen Schmutzveranstaltung“. Dann warf er dem TV vor, seiner Verantwortung nicht gerecht zu werden. „Sagen Sie mir eine Nachrichtensendung, in der Nachrichten gebracht werden und nicht Meinungen.“

Als „noch nicht da gewesen“ bezeichnete Gotz die Ablehnung des Haushalts durch die Grünen. Bisher sei das nur bei einzelnen Punkten der Fall gewesen, aber nie beim gesamten Etat. Das sei eine sehr bedenkliche Entwicklung. Bei Beschlüssen über die Konversion dürfe sich das nicht wiederholen. Das wäre schädlich.

Grünen reagieren erbost und stellen Verbindung zur AfD her

Scharf kritisierte Gotz Egger, ohne ihn zu nennen. Dessen Hinweis, keinen Fraktionszwang auszuüben, nannte der OB deplatziert. Auch einen Internet-Eintrag von Erding Jetzt, man sei das einzige nicht-käufliche Bündnis, griff er erneut auf. Es gebe nach wie vor keine Entschuldigung. Danach legte er ihm indirekt den Rücktritt nahe.

Einige Räte reagierten erbost. Helga Stieglmeier (Grüne) meinte: „Am liebsten wäre ich gegangen.“ Die Medienschelte kenne sie so nur von der AfD.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Beamten landen Coup am Flughafen: Passagierinnen mit „Luxus-Ware“ in neun Koffern abgefangen
Am Flughafen München haben Zollbeamte zwei Türkinnen kontrolliert. Insgesamt neun Gepäckstücke stellten die Beamten sicher und dürften nicht schlecht gestaunt haben.
Beamten landen Coup am Flughafen: Passagierinnen mit „Luxus-Ware“ in neun Koffern abgefangen
Produktpiraterie in neun Koffern
Dem Zoll am Münchner Flughafen ist ein Schlag gegen die Produktpiraterie geglückt.
Produktpiraterie in neun Koffern
Langjähriger Vorsitzender Werner Fleschütz: Der VIP vom Singkreis Erdinger Moos
In der Jahreshauptversammlung des Singkreis Erdinger Moos wurde der langjährige Vorsitzende Werner Fleschütz mit einem besonderen Geschenk geehrt. 
Langjähriger Vorsitzender Werner Fleschütz: Der VIP vom Singkreis Erdinger Moos
Brand in Tanklastzug
Großalarm am Freitagmorgen für zahlreiche Feuerwehren aus dem Erdinger Land. Im Motorraum eines Tanklastzug, der auf einem Firmengelände in Steinkirchen abgestellt war, …
Brand in Tanklastzug

Kommentare