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Die Ostergeschichte wird auf dem neuen Hörlkofener Friedhof an den Kreuzwegstationen erzählt – von Sarah Rutzmoser, Bernd Sigmund und Maria Gaigl (v. l.).

Pfarrer wollen Gläubigen so viel wie möglich bieten

So wollen die Katholiken heuer Ostern feiern

Landkreis Während sich die evangelische Kirche im Landkreis dazu durchgerungen hat, wegen steigender Infektionszahlen keine Präsenzgottesdienste an den Kar- und Osterfeiertagen abzuhalten (wir berichteten), setzt die katholische Kirche auf Hygienekonzepte und die einjährige Pandemieerfahrung. Ob Kindergottesdienste, Kreuzwegstationen oder Ostergottesdienste drinnen wie draußen – das Angebot ist breit gefächert. Vielfach wird es zudem per Livestream ermöglicht, den Gottesdienst daheim mitzufeiern.

Mit Blick auf die nach oben schnellende Inzidenz gegen 100 rechnet man an Ostern mit einer Ausgangssperre von 22 bis 5 Uhr. Deshalb wurden die Gottesdienstzeiten daran angepasst und „alles umgeplant“, erläutert der Isener Pfarrverbandsleiter Josef Kriechbaumer.

Die Messen sollen knapp gehalten werden. Grundsätzlich gelte es, Prozessionen zu vermeiden, um Begegnungen zu verhindern, „wo sich die Leute zu nahe kommen könnten“. Unter dieser Maßgabe seien auch Osterfeuer, Speisensegnung und die Mitnahme von gesegnetem Osterwasser in verschlossenen Flaschen möglich. Sollten alle Plätze in den jeweiligen Pfarrkirchen besetzt sein, könne draußen mitgefeiert werden, da die Gottesdienste per Lautsprecher übertragen würden, und es gibt ein Livestream-Angebot.

Kriechbaumer verweist bei der Organisation auf die gesammelte Krisenerfahrung. „Jetzt haben wir ein ganzes Jahr geübt.“ Die abgesicherten Präsenzangebote hätten einen entscheidenden Stellenwert, da den Leuten die Isolation immer schwerer falle. „Die Unzufriedenheit wächst gewaltig.“ Die Planung sei von Staat und Ordinariat genehmigt worden. „Es ist alles möglich“, zeigt sich Kriechbaumer zuversichtlich.

Auch der Pfarrverband St. Anna im Moosrain habe die Freigabe für die Präsenzangebote erhalten, so Pfarrverbandsratsvorsitzender Thomas Speyerer. Maskenpflicht, Abstand und kein Gemeindegesang gehörten zu den Grundbedingungen. Insgesamt sei es geglückt, „ein vielseitiges und tolles Angebot für Jung und Alt“ zu gestalten. Seinen Dank richtet Speyerer an das gesamte Seelsorgeteam für die aufwendige und arbeitsreiche Planung.

Im Pfarrverband St. Anna im Moosrain soll alles ausschließlich in Präsenz stattfinden. Die Hygienekonzepte seien „extrem sicher“. Unerlässlich für die Teilnahme an kirchlichen Feiern sei eine Anmeldung über die Homepage.

Der Pfarrverband Walpertskirchen mit Hörlkofen, Wörth und Walpertskirchen kombiniert Präsenzangebote mit Livestreams. In einer gemeinsamen Aktion von Pfarrverband und dem Kindergottesdienst-Team erzählen auf dem neuen Hörlkofener Friedhof Kreuzwegstationen für Erwachsene und Kinder die Ostergeschichte – mit QR-Code.

Die Teilnahme an den Gottesdiensten habe man mit Eintrittskarten geregelt, erläutert Pfarrverbandsratsvorsitzende Maria Gaigl. Jeweils eine Woche vorher würden die Karten in den Pfarrkirchen zur Mitnahme aushängen und können mitgenommen werden.

Begleitet von Kirchenmusik sind alle kirchlichen Feiern in der Pfarrkirche Maria Tading. Sie werden jeweils vom Tadinger Ensemble und von Solisten unter der Gesamtleitung von Regina Maier gestaltet. So erklingt beispielsweise am Ostersonntag die Missa brevis in B-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart und am Ostermontag die Missa festiva von Lorenz Maierhofer. Die Kinderabendmahlsfeier für den gesamten Pfarrverband findet am Gründonnerstag um 16 Uhr in Pastetten statt.

Am Ostersonntag wird in allen vier Pfarreien in mehreren Stationen die Geschichte Jesu vom Gründonnerstag bis zum Osterfest anschaulich dargestellt (Besuch: 11 bis 19 Uhr). Auf die Kinder wartet eine kleine Überraschung. Präsenzgottesdienste hält Pfarrverbandsleiter Christoph Stürzer „in sensiblen Zeiten“ wie Weihnachten und Ostern für sehr wichtig. „Der Gottesdienst ist gut für die Seele“, meint Stürzer mit Blick auf eine Gesellschaft in Distanz. Um in den Ostergottesdiensten sicher einen Platz zu haben, soll man sich im Pfarrbüro anmelden. Der Livestream erfolgt über „Kirch dahoam“.

In den Gemeinden Maria Dorfen und St. Georg finden an den Feiertagen ebenfalls Präsenzgottesdienste statt. „Ich freue mich, dass ich nicht alleine den Gottesdienst vor der Kamera abhalten muss; da kommt man sich ein bisschen wie ein Schauspieler vor“, sagt Pater Stephan Matula, der bestätigt, dass alle Ostergottesdienste in den beiden Dorfener Pfarrgemeinden stattfinden. „Wir können Ostern in der Gemeinschaft feiern.“ Ostern sei schließlich das Fest der Hoffnung, der Weg von der Dunkelheit zum Licht.

„Keine Osternacht, kein Karfreitag – wären die Gottesdienste tatsächlich ausgefallen, hätte das mitten ins Herz der katholischen Kirche getroffen“, glaubt Pfarrsekretärin Juliane Eschler. Freilich, Online-Angebote seien besser als nichts: „Aber es ist ein großer Unterschied, ob ich ins Haus des Herrn gehe oder im Wohnzimmer sitze und am Bildschirm die Messe sehe. Die Kirche ist ein geweihter, gesegneter Ort.“ Eschler fügt an: „Man nimmt den Menschen doch das letzte Feeling zu Gott, wenn sie vor zugesperrten Kirchentüren stehen.“ Zumal ja schon vergangene Ostern alle Feierlichkeiten wegen der Pandemie abgesagt wurden. Wer sich indes nicht ins Gotteshaus traut, kann dennoch an der Liturgie teilnehmen. Alle Gottesdienste in Dorfen und Oberdorfen werden gestreamt.

Vroni Vogel/Michaele Heske

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