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Als städtische Sparbüchse könnte sich der neue Großparkplatz am Kronthaler Weiher erweisen. Die Gebühren ab 1. August bewegen sich zwischen zwei und fünf Euro pro Tag.

Gebührenpflicht ab 1. August – Saisonkarten – Grüne wollen Preise in Innenstadt anheben

Parken am Weiher nicht mehr gratis

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
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Die gute Nachricht: Pünktlich zu Beginn der Sommerferien soll der um 225 Stellflächen erweiterte Parkplatz am Südufer des Kronthaler Weihers fertig sein. Die schlechte: Die Zeit des Gratisparkens ist dann vorbei. Der Griff der Stadt in die Geldbeutel der Erholungssuchenden soll aber moderat ausfallen.

Erding – Der Verwaltungs- und Finanzausschuss des Stadtrats beschloss am Dienstag einstimmig die Einführung der Gebührenpflicht. Gelten soll sie nach Angaben von Ordnungsamtsleiter Robert Buckenmaier von Mai bis September täglich zwischen 8 und 20 Uhr. Die Stadträte legten fest, dass für zwei Stunden zwei Euro fällig werden. Vier Stunden kosten drei, zwölf Stunden fünf Euro. Auf Anregung Buckenmaiers beschloss der Ausschuss zudem ein Saison- beziehungsweise Familienticket, das 75 Euro kosten wird. Eingeführt wird das allerdings erst zum Sommer 2021.

637 Stellplätze stehen zur Verfügung

Durch den Umbau des Parkplatzes und die Verlegung der Straße an der Melkstraße stehen nun 637 Stellplätze zu Verfügung, neun sind Menschen mit Behinderung vorbehalten. Die Parkscheinautomaten stehen bereits.

OB Max Gotz (CSU) sagte: „Bei den Gebühren befinden wir uns am unteren Ende. Wir wollen aber Dauerparker und Lastwagen tagsüber vermeiden.“ Eine Umfrage der Verwaltung bei anderen Gemeinden im Kreis München und der Region habe ergeben: „Auch dort werden Parkgebühren erhoben“, so Gotz.

Zudem schaffe man so einen Anreiz, mit dem Fahrrad zu kommen. „Es gibt sehr attraktive Radwegeverbindungen aus der Stadt an den Weiher“, versicherte Gotz.

FW: Stadtbus soll bis zum Weiher fahren

Josef Hochholzer (FW) hieß die Gebührenpflicht gut, regte aber darüber hinaus an, mit dem Stadtbus, der derzeit nur bis zur Breslauer Straße fahre, auch das Erholungsgebiet anzufahren. Laut Gotz ist das bereits in Planung.

Weiter äußerte Hochholzer die Befürchtung, „dass die Gebührenpflicht Autofahrer in die angrenzende Freisinger Siedlung ausweichen lassen könnte“. Er schlug ebenso wie Janine Krzizok (CSU) vor, Schilder aufzustellen, die auf (kosten-)freie Stellflächen auf dem Volksfestplatz hinweisen. Beide waren sich einig, dass von dort der Weiher fußläufig schnell erreichbar sei. Zugleich könne man so auch der Überfüllung vorbeugen. Krzizok erinnerte daran, dass an den jüngsten sommerlichen Wochenenden alle Straßen und sogar die Rettungswege einmal mehr zugeparkt worden seien.

Ausweichmöglichkeit Volksfestplatz

Die Idee fand Gotz nicht schlecht, wies aber darauf hin, dass dort immer wieder Großveranstaltungen wie das Sinnflut-Festival oder das Herbstfest stattfänden. „Reden wir darüber, wenn die Badesaison vorüber ist und wir über erste Erfahrungen verfügen“, schlug er vor.

Thomas Schmidbauer (Erding Jetzt) brachte eigene Familienparkplätze in Ufernähe ins Spiel. „Gerade die haben oft schwer zu schleppen“, meinte er. Die Idee wurde in der Sitzung aber nicht weiter verfolgt.

Höhere Gebühren in der Innenstadt? Das wollen nur die Grünen

Die Debatte über die städtische Parkgebührenverordnung nahm Cornelia Ermeier (Grüne) zum Anlass, an eine Anhebung der Sätze für die innerstädtischen Parkplätze zu denken. Damit stieß sie auf wenig Gegenliebe. Gotz verwies auf die Corona-Wirtschaftskrise. „Wir wissen nicht, wie viele Betriebe überleben.“ So lange sei eine Gebührenanhebung für ihn kein Thema. Diese grüne Verkehrspolitik werde er nicht mittragen. Er verwies auf die Großbaustelle auf der Landshuter Straße, die für die Händler eine zusätzliche Belastung darstelle. Und es werden weitere Baustellen folgen, etwa der Abriss des Friedberger Hauses an der Ecke Lange Zeile/Bräuhausgasse. Die vergleichsweise niedrigen Parkgebühren seien ein „wichtiger Standortvorteil“, so Gotz.

Rainer Mehringer (FW), bis zur Wahl städtischer Wirtschaftsreferent, schlug in die gleiche Kerbe. Der Innenstadthandel, vor allem die familiengeführten Unternehmen seien dringend auf günstige Parkplätze in zentraler Lage angewiesen. Sie kosten einen Euro pro Stunde.

Eva Döllel (ÖDP) war ebenfalls für eine Anhebung, „allerdings maßvoll und erst nach Corona“. Auch der MVV hebe jedes Jahr seine Preise an.

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