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Gelobtes Land: Die Baupreise im Kreis Erding, hier das Neubaugebiet Thermengarten-Süd in Altenerding, sind für viele unerschwinglich. Die Wohnungsbaugesellschaft will nun Miet-Kauf-Verträge ermöglichen.

„Eine tolle Idee und sehr attraktiv“

Per Leasing zu den eigenen vier Wänden: Diese Idee kommt gut an

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Gemeinden und Bürger sehen die Idee, per Leasing zum Eigenheim zu kommen, positiv. Die Resonanz sei gut, lautet das Fazit der Wohnungsbaugesellschaft Erding.

Erding – Die Idee von Vize-Landrat Jakob Schwimmer (CSU), über eine Art Leasing zum Eigenheim kommen, kommt bei Bürgern und Gemeinden gut an. Das berichteten Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) und Geschäftsführer Matthias Vögele in einer Bilanz-Pressekonferenz der Wohnungsbau- und Grundstücksgesellschaft im Landkreis.

„Ich habe durchaus positive Resonanz aus der Bevölkerung bekommen“, sagte Vögele: Das Leasing sei „eine tolle Idee und sehr attraktiv“. Auch einige Bürgermeister hätten schon angefragt, welche Projekte möglich wären, so Bayerstorfer.

Landrat: „Für Normalverdiener ist es schwierig, Wohneigentum zu schaffen“

Wenn Bauland vorhanden ist, könnten die Gemeinden mit der Wohnungsbaugesellschaft oder mit Bauträgern zusammenarbeiten. Der Landrat will Bauträgern keinen Vorwurf machen – „wir sind ja froh, dass sie Wohnraum zur Verfügung stellen. Aber klar ist auch, dass es bei Grundstückspreisen von bis zu 600 Euro für Normalverdiener unglaublich schwierig ist, Wohneigentum zu schaffen. Früher hat man gesagt, ein Viertel ist der Grundstückspreis, drei Viertel die Baukosten. Heute ist es genau andersrum“, sagte Bayerstorfer, der einen weiteren Trend erkennt: Das klassische Einfamilienhaus ist out. „Die Leute brauchen keinen 450-Quadratmeter-Garten mehr. Auf diese Lebenswirklichkeit muss man reagieren.“ Hier kommt Schwimmers Leasing-Idee ins Spiel. Ihm geht es um bezahlbaren Wohnraum – und zwar verstärkt im Geschosswohnungsbau und mit Baukosten um die 3000 Euro pro Quadratmeter.

Taufkirchen: 18 Wohnungen, rund 2900 Euro Baukosten pro Quadratmeter

Dass das möglich ist, hat die Wohnungsbaugesellschaft in Taufkirchen gezeigt. 2018 wurden hier 18 Wohnungen fertiggestellt, mit Kosten von rund 2900 Euro pro Quadratmeter. Üblich im Landkreis seien 5000 Euro. Trotzdem lege man Wert darauf, „sehr solide zu bauen“.

Insgesamt vermietet die Gesellschaft aktuell 149 Wohnungen in Erding, Dorfen und Taufkirchen. Im Mai wurde zudem mit dem Bau von sieben Gebäuden mit 65 Wohnungen im Thermengarten in Erding begonnen. Sie werden im dritten und vierten Quartal 2020 fertig.

Landrat: „Ich bin stolz drauf, dass wir richtig viel Geld investieren“

Das Investitionsvolumen beträgt 14,5 Millionen Euro – „und ich bin stolz drauf, dass wir richtig viel Geld investieren“, sagte der Landrat und betonte, dass die Wohnungsbaugesellschaft keine staatliche Förderung bekomme. Sie steuere „aktiv dagegen, dass Wohnraum zur absoluten Mangelware wird. Und das ist deutlich mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein.“ Insgesamt stehe der Landkreis bei den Fertigstellungen von Wohnraum gut da: Bayerstorfer sprach von 7,3 Häusern beziehungsweise Wohnungen je 1000 Einwohner: „Hier wird richtig was gebaut.“

Wohnungsbaugesellschaft erwirtschaftet 2018 Überschuss von 85 000 Euro

Auch finanziell entwickle sich die Wohnungsbaugesellschaft positiv. 2018 wurde ein Überschuss von 85 000 Euro erwirtschaftet, „die wir auch brauchen und in neue Projekte investieren werden“, sagte der Landrat und erinnerte daran, dass in den Jahren vor 2008 jährlich bis zu 146 000 Euro sogenannte Schuldendienstbeihilfe durch das Landratsamt geleistet werden mussten.

Die Wohnungsbau- und Grundstücksgesellschaft wurde am 17. Februar 1990 gegründet. Beteiligt sind außer dem Landkreis 21 Gemeinden. Dass nicht alle 26 Kommunen an Bord sind, bedauert Bayerstorfer und hofft, dass sich das ändert. Nicht Mitglied sind aktuell Finsing, Hohenpolding, Kirchberg, Ottenhofen und Steinkirchen. 

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