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Schließt die Tür zur Christuskirche bald zum letzten Mal zu: Pfarrer Daniel Tenberg.

Evangelische Kirche Erding 

Erding: Pfarrer Tenbergs letzte Christvesper

Erding - Nun ist es amtlich: Pfarrer Daniel Tenberg wird die evangelische Gemeinde Erding im Februar verlassen. Der 56-Jährige nimmt ab März die dienstrechtliche Vertretung von mehr als 3000 Pfarrern in Bayern wahr.

Seit April 2004 ist Daniel Tenberg im Landkreis seelsorgerisch tätig. Zudem ist er geschäftsführender Pfarrer der evangelischen Gemeinde in Erding, die für fast 8000 evangelische Christen in Erding und dem Landkreis-Westen zuständig ist. Zum 1. März 2017 wechselt Tenberg nun die Dienststelle. Er übernimmt als 2. Vorsitzender des bayerischen Pfarrerinnen- und Pfarrervereins die dienstrechtliche Vertretung von mehr als 3000 evangelischen Pfarrern im Freistaat. Dabei geht es darum, im Dialog mit den kirchenleitenden Organen den Pfarrdienst sachgerecht zu gestalten, aber auch die Pfarrerschaft zu beraten und zu unterstützen.

Eine Herausforderung, der sich der 56-Jährige gerne stellt. Er war im Oktober mit großer Mehrheit ins neue Amt gewählt worden – für ihn ein überwältigender Vertrauensbeweis und gleichzeitig eine Herausforderung. Im aktuellen Gemeindebrief lässt Tenberg seine zwölf Jahre in Erding Revue passieren und erinnert sich an viele Ereignisse wie die Feiern zum 75-jährigen Bestehen der Christuskirche und die neu gegossenen Glocken. „Die Christuskirche ist mir besonders ans Herz gewachsen“, erzählt er. Schließlich „habe ich im Pfarrhaus gewohnt, das direkt an die Kirche angebaut ist“.

Seine größte Herausforderung war der Neubau der Auferstehungskirche an der Wendelsteinstraße in Altenerding. Er ist stolz darauf, dass „mit dem Holzbau und der Edelstahlverkleidung ein bemerkenswertes Gebäude gelungen ist“. Es seien große Herausforderungen sowohl in finanzieller als auch in baulicher Hinsicht zu meistern gewesen.

Pfarrer Tenberg erinnert sich an die vielen Menschen mit denen er zu tun hatte. „Bemerkenswert ist die Offenheit, die mir hier begegnet ist“, schreibt er im Gemeindebrief. Und er stellt fest: „Aus der Perspektive, die ich in Erding gewonnen habe, ist das Christentum keinesfalls abgemeldet.“

Der evangelische Dekan Jochen Hauer aus Freising bezeichnet Tenberg als „Steuermann des großen Tankers evangelische Kirchengemeinde Erding“. Der ehemalige katholische Dekan Reinhold Föckersperger lobt das gute Miteinander und bezeichnet Tenberg „nicht nur als einen Kollegen, sondern als einen Bruder im Glauben“. Für Oberbürgermeister Max Gotz hat Tenberg „in Erding beachtliche Spuren hinterlassen: mit seinem seelsorgerischen Wirken, seinen Predigten und wohlüberlegten, feinsinnigen Ansprachen“.

Auch viele Gemeindemitglieder bedauern den Weggang ihres Pfarrers, denn er hatte immer ein offenes Ohr für ihre Anliegen. Der Kirchenvorstand, der evangelische Kindergarten, der Weltladen und der Orgelbauverein kommen im Gemeindebrief zu Wort und wünschen Tenberg für die Zukunft alles Gute.

Der Abschied fällt ihm nicht leicht. Aber er sagt: „Alles hat seine Zeit.“ Er freut sich auf die neuen Aufgaben und wünscht sich, dass die evangelische Gemeinde „ihre offene und kreative Art behält“. Das mache ihren Charme aus.

Mit einem feierlichen Gottesdienst wird Tenberg am Sonntag, 12. Februar, um 16 Uhr in der Auferstehungskirche in Altenerding verabschiedet. Wer sein Nachfolger wird, steht noch nicht fest. Die Ausschreibung für die Stelle des geschäftsführenden Pfarrers erscheint im Januar im Amtsblatt der Landeskirche. Tenberg ist sicher, dass Ende Februar bereits sein Nachfolger benannt wird.

Die Entscheidung, wer neuer Pfarrer oder neue Pfarrerin in Erding wird, liegt beim Landeskirchenrat. Das ist nicht die einzige Personalie. Wie berichtet, wird auch Pfarrer Martin Schwenk die evangelische Gemeinde verlassen. Er geht im September 2017 in Ruhestand. Hier wird die Ausschreibung ebenfalls im Januar erfolgen. Für die Besetzung dieser Stelle hat der Kirchenvorstand die Möglichkeit, aus maximal drei Bewerbungen auszuwählen. „Im März wird wahrscheinlich schon der Nachfolger feststehen“, sagt Tenberg optimistisch.

Er wird am Heiligen Abend zum letzten Mal die Christvesper in der Christuskirche feiern. Das erfüllt nicht nur ihn mit Wehmut. (Elvi Reichert)

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