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Kirche ist aufs Mitmachen angewiesen

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Abschied von Irmgard Schoder (M.): Dekan Michael Bayer, Petra Sigrist, Armin Schalk, Dekan Josef Kriechbaumer, Balthasar Nußrainer und Dr. Jörg Basten (v. l.) dankten ihr für das außergewöhnliche Engagement. © Michaele Heske

Für die Katholiken wird 2022 ein wichtiges Jahr, das seine Schatten vorauswirft.

Erding - Die Pfarrgemeinderatswahlen am 20. März 2022 unter dem Motto: „Christ sein. Weit denken. Mutig handeln“ standen im Mittelpunkt der gemeinsamen Herbstsitzung der Dekanatsräte Dorfen und Erding im Dorfener Pfarrheim. Es war das erste Wiedersehen seit der Corona-Pandemie.

Dekan Josef Kriechbaumer erzählte die Geschichte einer kleinen Schraube in einem riesigen Schiff. Sie wollte nicht mehr arbeiten, sondern sich ausruhen. Aber genau sie sei elementar für das ganze Getriebe. „Das ist unsere Botschaft, jeder muss an seiner Stelle bleiben, damit das Schiff nicht untergeht.“

Doch manchmal ist das nicht möglich: Irmgard Schoder musste krankheitsbedingt das Amt der Dekanatsvorsitzenden im Dorfener Katholikenrat abgeben. Gerade für die vielen neuen Ideen, die sie in die Arbeit eingebracht hatte, wurde sie von den Delegierten geschätzt, würdigte Jörg Basten, Vorsitzender des Dekanatsrats Erding, Schoders langjähriges ehrenamtliches Engagement. „Die Menschlichkeit stand bei ihr immer im Fokus und sie hat viele neue Impulse eingebracht. Ihr war es wichtig, sich auf das Fundament unseres Glaubens zurück zu besinnen“, ergänzte Armin Schalk, stellvertretender Vorsitzender des Diözesanrat Nord. Interims-Nachfolger bis zum Frühjahr ist Balthasar Nußrainer aus Isen.

„Im Pfarrgemeinderat mache ich weiter – ganz ohne geht’s auch nicht“, versprach Schoder. Ein Lichtblick, denn auch hierzulande fehle es immer öfter an Laien, die sich in den Pfarrgemeinderäten engagieren möchten, meinte Petra Sigrist, Geschäftsführerin der Region Nord des Diözesanrats der Erzdiözese München und Freising.

Die Aufgaben und die Rollen des Pfarrgemeinderates seien im Gefüge extrem wichtig, so Sigrist. „Jeder hat seine Rolle: die Seelsorger und die Verwaltung. „Aber ohne Basis funktionieren die kirchlichen Strukturen längst nicht mehr. Jeder Christ ist berufen. Es wäre schön, wenn die Laien nicht länger Zuschauer blieben.“ Sie hoffe auf möglichst viele Kandidaten.

Die Konkurrenz sei groß, meinte Sigrist: „Ehrenamtliches Engagement im Sportverein macht Spaß. Doch auch die Gemeinde ist ein attraktiver Verein. Das müssen wir den Leuten klar machen.“

Nach dem Referat von Sigrist berichtete Bayer über die Zukunftswerkstatt im Landkreis, einer Initiative der Dekanate Dorfen und Erding zur Ausgestaltung des Pastoralplans 2030. Unter dem geistlichen Motto „Werft die Netze auf der anderen Seite des Bootes aus“ würden „unter Nutzung von Synergieeffekten neue pastorale Konzepte erarbeitet. „Dabei ist die Einbeziehung aller haupt- und ehrenamtlichen Kräfte von zentraler Bedeutung und angesichts der realen Situation ein Zeichen der Hoffnung.“

Eine gute Nachricht gab es rechtzeitig zu Allerheiligen: Die Gräbersegnungen können heuer wieder allerorts stattfinden.

MICHAELE HESKE

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