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Die Dialyse im Klinikum verfügt derzeit über zehn Plätze. Nach dem Ausbau sollen es 24 sein.

Frühestens im März 2021 soll Antrag behandelt werden – Dissens über Ausbau der Dialyse

Pläne für Kinderklinik stocken

  • Hans Moritz
    VonHans Moritz
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Der Landkreis Erding hält daran fest, sein Klinikum zu einem Schwerpunktversorger mit Kinderklinik aufzuwerten. Doch die Pläne stocken, momentan sind Landrat Martin Bayerstorfer die Hände gebunden. Doch ein Hintertürchen nutzt er schon.

Erding – Eigentlich hätte der Antrag des Landkreises, Schwerpunktversorger mit einem erweiterten Leistungsspektrum, darunter eine kinderheilkundliche Abteilung, zu werden, im Krankenhausplanungsausschuss des Freistaats im März behandelt werden sollen. Die Kassen hatten zumindest optimistisch stimmende Signale gesendet. Doch dann kam Corona dazwischen, die Sitzung fiel aus.

Auch in der Oktobersitzung steht das Thema nach Informationen von Landrat Martin Bayerstorfer nicht auf der Tagesordnung. „Das heißt, wir werden wohl bis März 2021 warten müssen“, erklärte er in der CSU-Jahrespressekonferenz.

Der Landkreis will in Vorleistung gehen

Untätig bleiben will das Klinikum nicht. „Unsere Chancen steigen, wenn wir unser Angebot schon vorher erweitern“, ist er überzeugt. Deswegen soll die pädiatrische Kooperation mit dem Kinderkrankenhaus St. Marien in Landshut ausgebaut werden. Telemedizinische Sprechstunden und persönliche Präsenz Landshuter Kinderärzte gibt es bereits. „Wir wollen das intensivieren“, kündigte Bayerstorfer an.

Unzufrieden ist er auch, „dass wir beim Ausbau der Dialyse zurzeit nicht so recht vorankommen“. Die Verhandlungen mit dem Kuratorium für Heimdialyse (KfH) seien ins Stocken geraten. Unter anderem geht es um die Frage, die zehn Plätze auf 24 aufzustocken. „Das ist schon eine gewaltige Hausnummer“, erklärt der Landrat, aber so viele müssten es wohl sein. „Wir müssen unterscheiden, was ist wünschenswert, und was ist wirtschaftlich.“ Er hält an dem Konzept fest, dass den Erweiterungsbau ein Generalunternehmer für das Klinikum baut, das die Räumlichkeiten dann an das KfH vermietet – so wie beim Bildungszentrum für Gesundheitsberufe. Dem Vernehmen nach würde das KfH gerne selbst bauen. Bayerstorfer hofft, „dass wir das in den nächsten Wochen oder Monaten festzurren können“.

Neues MRT: Wir sind nah dran

Bei der Beschaffung eines Magnetresonanztomografen (MRT) sieht es seinen Worten zufolge besser aus. „Da sind wir sehr nah dran.“ Das MRT ist mit 1,4 Millionen Euro kalkuliert und soll in den kommenden Wochen geliefert und aufgebaut werden.

Was die neue Strahlentherapie betrifft, stimme man sich zurzeit mit der Stadt über die Baugenehmigung ab. Der Kreis würde das Grundstück zur Verfügung stellen, „das ein Investor dann bebaut und die neue Anlage auch betreibt“.

Schwesternwohnheim: Umbau bald fertig

Im Umbau befindet sich derweil das Personalwohngebäude, in dem bis Herbst 34 neue Apartments errichtet werden sollen, die neben Klinikpersonal und Pflegeschülern auch Studierenden der Landwirtschaftsschule zur Verfügung stehen – Kostenpunkt: 1,9 Millionen Euro.

Insgesamt plant das Kreiskrankenhaus heuer mit Investitionen in Höhe von rund 1,8 Millionen Euro. Der Schwerpunkt liegt laut Landrat auf der Medizintechnik. Im August erwartet man ein neues CT, das dann umgehend eingebaut werden soll.

Weitere Aufgaben sind die Umzüge diverser Stationen sowie die Erweiterung der Notaufnahme. Hier wäre Bayerstorfer gerne weiter, „allerdings hat uns die Pandemie auch baulich vor neue Herausforderungen gestellt“. ham

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