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Rathaus-CSU lehnt Fußgängerzone in der Altstadt ab

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Von: Hans Moritz

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Alles neu auf der Landshuter Straße: Das zweite Rathaus (r.) ist bereits in Betrieb. Ende Oktober soll die Landshuter Straße nach eineinhalbjähriger Sperre wieder befahrbar sein. Für Fußgänger ist jetzt deutlich mehr Platz (roter Plattenbelag). Das geht zu Lasten der Fahrbahn (graue Platten), was nicht zuletzt die Geschwindigkeit reduzieren soll. © Peter Bauersachs

Wird die Fußgängerzone in der Erdinger Altstadt zumindest temporär über den Schrannenplatz und den Kleinen Platz hinaus auf Lange Zeile und Landshuter Straße ausgedehnt? Mit dieser Frage befasst sich am heutigen Dienstag ab 17.45 Uhr der Verwaltungs- und Finanzausschuss des Stadtrats.

Den entsprechenden Antrag hatte die Fraktion von Erding Jetzt gestellt (wir berichteten). Sie will die Innenstadt beleben und den Händlern mit einem Kulturangebot Ausgleich für entgangene Umsätze in den Lockdowns ermöglichen.

Allerdings ist es wenig wahrscheinlich, dass der Probebetrieb, über den seit Jahren immer wieder diskutiert wird, kommt. Die CSU mit ihren 13 von 40 Sitzen hat sich schon positioniert: Sie ist dagegen.

Dies erklärte Fraktionsvorsitzender Burkhard Köppen am CSU-Stammtisch. Einer weiteren Verkehrsberuhigung stehe man hingegen offen gegenüber. „Eine Fußgängerzone wird’s mit uns nicht geben“, stellte Köppen klar. Denn die Verlierer seien zum einen die Anwohner, die ihre Häuser nicht mehr erreichten, und zum anderen „die, die in der Altstadt ihr Geld verdienen“.

Köppen betonte, dass man auf seinen Vorschlag hin schon einen Schritt gegangen sei – die Reduzierung des Tempos von 30 auf 20 Kilometer pro Stunde. Er selbst hatte damals sogar für maximal 10 km/h plädiert. In Kaufbeuren funktioniere das sehr gut, erklärten er und Walter Rauscher, die sich die Situation vor Ort angesehen hatten.

Die CSU kann sich einen weiteren Umbau der Altstadt vorstellen – nach dem Vorbild der Landshuter Straße, die seit April vergangenen Jahres auch deswegen gesperrt ist. Zwischen beiden Rathäusern wurden die Gehwege erheblich ausgeweitet. Das geht zu Lasten der Fahrbahn, auf der nun nicht mehr so schnell gefahren werden kann. Auch zwei moderne, barrierefreie Bushaltestellen hat die Stadt in diesem Bereich aufgestellt. Gehweg breiter, Fahrbahn schmäler – das könnte man auch auf der Langen Zeile umsetzen, wo sich noch dazu viele gastronomische Betriebe mit Freischankflächen befinden.

Arnold Kronseder verwies auf die Landshuter Altstadt, wo sich Autos und Fußgänger die Fahrbahn teilten, ehe sie ganz in einer Fußgängerzone übergeht.

Den Vorstoß von Erding Jetzt nannte Köppen „unüberlegt“. Das sei „Aktionismus und billige Kommunalpolitik“.

Köppen und Inklusionsreferent Rauscher haben aber nicht nur die Hauptverkehrswege in der Altstadt im Blick. Sie sprechen sich klar dafür aus, auch die Nebengassen barrierefreier zu gestalten. Als Muster führen sie den neuen Plattenbelag östlich des Schönen Turms an, der für Rollstuhlfahrer, Rollator-Nutzer und Eltern mit Kinderwagen deutlich leichter befahrbar sei.

Simon Biller wollte wissen, welche Stellung die Händlervereinigung Ardeo beziehe. „Vom Oberbürgermeister weiß ich, dass sie sich indifferent verhalten“, antwortete Köppen. Hubert Sandtner, der in der Altstadt wohnt und dort seinen Handwerksbetrieb hat, vermisste eine klare Positionierung des Ardeo-Vorstandes. Köppen ergänzte, insgesamt seien die Händler dagegen. Sie wollten weiterhin, dass ihre Kunden auch mit dem Auto die Läden anfahren können.

Heute im Ausschuss wird eine kontroverse Debatte erwartet, der OB hat eine Stellungnahme der Stadt angekündigt.

ham

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