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Auf der Grünen Woche im Januar in Berlin soll das neue Regionallogo vorgestellt werden.

Gezielte Werbung für Produkte und Dienstleistungen aus dem Landkreis Erding

Regionale Marke bis zur Grünen Woche

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„Landkreis Erding“ soll eine regionale Marke werden. Bereits auf der Grünen Woche im Januar in Berlin will Landrat Martin Bayerstorfer das Logo vorstellen.

Erding – „Regional ist das neue Bio.“ Diesen Satz hat Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) verinnerlicht. Deswegen will er eine eigene Marke entwickeln, die auf Produkte und Dienstleistungen aus dem Landkreis Erding hinweisen. Erstmals hatte Bayerstorfer seine Idee Anfang August in der CSU-Jahrespressekonferenz vorgestellt (wir berichteten). Jetzt hat er es eilig. „Ziel ist, die neue Regionalmarke im Januar auf der Grünen Woche in Berlin vorzustellen“, erklärte er in der Sitzung des Strukturausschusses des Kreistags. Die Umsetzung solle dann unmittelbar danach erfolgen. Auf der weltgrößten Agrar-, Nahrungsmittel- und Tourismusmesse ist der Landkreis seit Jahren mit einem eigenen Stand vertreten.

Bayerstorfer berichtete, dass er den Marken-Gedanken am 3. September in der Bürgermeisterdienstbesprechung vorgestellt habe. Bis auf Hans Schreiner (Bockhorn) und Max Kressirer (Finsing/beide FW) hätten alle Rathauschefs zugestimmt.

Schreiner, der auch Landratskandidat ist, begründete sein Nein nicht mit der Ablehnung der Idee. Seiner Meinung nach sei die Bürgermeisterrunde kein beschließendes Organ, und er könne nicht ohne das vorherige Votum seines Gemeinderats entscheiden.

Viele gute Assoziationen mit der Heimat

Bayerstorfer sieht in der Marke Wirtschaftsförderung, eine Aufgabe (auch) des Landkreises. Mit Region verbinden die Konsumenten nach Auffassung des Landrats kurze Transportwege, Unterstützung der (Land-)Wirtschaft vor Ort, Schonung der Umwelt, eine bessere CO2-Bilanz, Frische, Saisonalität, Vertrautheit, Tradition, Genuss und persönlichen Kontakt.

Nadia Fusarri stellte das Vorhaben und den Weg dorthin vor. Grundsätzlich schlug sie eine Vereinsgründung vor. Dort könnten alle regionalen Erzeuger, aber auch der Landkreis, die Gemeinden sowie Bürger Mitglied werden. Es müssten Kriterien entwickelt werden. Der Absatz selbst müsste dann über eine GmbH erfolgen.

Regionalität  ist nachhaltig

Fusarri wies daraufhin, das „Regional“ bislang nicht klar definiert sei. Wie bei „Bio“ gebe es viele Siegel. Die Marke Erding hingegen würde die Herkunft klar zum Ausdruck bringen. „Vielen Konsumenten ist das wichtiger als Bio oder Faire Trade“, erklärte sie. „Das Maß an Nachhaltigkeit ist hier am größten.“

Die Vermarktungsgesellschaft würde nicht nur für die Produkte und Dienstleistungen werben, sie würde auch Kontakt zu den Handelsunternehmen herstellen. Dabei kann sich Fusarri vorstellen, auch mit den Branchenriesen wie Rewe oder Edeka zu verhandeln.

Die nächsten Schritte seien die Vereinsgründung und die Festlegung auf Statuten. Um die Marke bereits in vier Monaten auf der Grünen Woche in Berlin vorstellen zu können, müsse jetzt rasch ein Logo entwickelt werden.

Die Kosten dafür konnten weder Fusarri noch Bayerstorfer beziffern. Der Landrat meinte: „Das wird sich in einem Bereich abspielen, in dem ich noch selbst entscheiden kann.“ Erst ab 10 000 Euro müssen Investitionen in die Kreisgremien. Das war Schreiner zu wenig: „Zumindest eine Hausnummer hätte ich schon gerne.“

Verein und GmbH müssen gegründet werden

Rupert Lanzinger (FDP) forderte: „Qualität und Nachhaltigkeit müssen in jedem Fall gewährleistet sein.“

Ulla Dieckmann haderte damit, dafür Personal des Landratsamtes abzustellen. Bayerstorfer verwies auf die Kreisaufgabe Wirtschaftsförderung. Der Landkreis sei ja auch Mitglied der Tourismusregion und bis zu deren Auflösung in der Airfolgsregion. Er sprach aber lediglich von einer „Begleitung“ des Vorhabens.

Rainer Forster (noch ÖDP) erschien der „Zeitplan bis Januar sehr ambitioniert“. Man sollte auch mit der Genossenschaft Tagwerk reden. „Sie kann Mitglied werden“, erwiderte Bayerstorfer.

Der Ausschuss stimmte danach für das Vorhaben.

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