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Große Debatte um kleine Treppe: Der Weg zwischen Erdbeerfeld und Sandgrubensiedlung bleibt umstritten.

Sandgrubensiedlung: Balance zwischen Wohnen und Verkehr

Stadt begrenzt Neubauten

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Die Stadt wächst, die Siedlungen werden immer weiter verdichtet. Das verstärkt den fließenden, aber auch den ruhenden Verkehr. Den Spagat einer Regelung wagt die Stadt Erding nun in der Sandgrubensiedlung in Klettham mit einer Änderung des Bebauungsplans.

Erding – „Ziel ist die Vereinbarkeit zeitgemäßen Wohnens und heutiger Mobilität“, erklärte Thomas Auer vom Stadtplanungsamt im Planungs- und Bauausschuss des Stadtrats.

Die Neuerungen betreffen vor allem das Maß der baulichen Nutzung. „Es erfolgt damit eine Begrenzung der Zahl der Wohneinheiten pro Grundstück, da für die Stellflächen nur begrenzt Raum zur Verfügung steht und die Verkehrsmengen dort in einem verträglichen Maß gehalten werden sollen“, sagte Auer. Konkret: Je angefangene 220 Quadratmeter Grundstücksfläche ist maximal nur noch eine Wohneinheit zulässig.

Den entsprechenden Beschluss hatte der Stadtrat im Juli 2017 gefasst, im Ausschuss wurden nun die Einwendungen behandelt. Und dabei ragten die zahlreichen Beschwerden über den Fußweg zwischen dem Brachvogeldweg (Erdbeerfeld/Erding-West) und der Eichendorffstraße (Sandgrubensiedlung) heraus. Bereits 2014 waren die Emotionen hochgekocht. Einige Anlieger der Eichendorffstraße hatten sich über den Fußgängerverkehr beschwert. Denn den Pfad nutzten nicht nur Kinder aus dem Neubaugebiet Erdbeerfeld in Richtung Grundschule Klettham, sondern auch zu nächtlicher Stunde auch viele Besucher der Discos in Erding-West und an der Franz-Brombach-Straße. Erste gibt es gar nicht mehr.

Dennoch ließ OB Max Gotz (CSU) damals eine Holztreppe anlegen. Danach war es jahrelang ruhig, nun kocht die Debatte im Zuge des Bebauungsplans wieder hoch.

Ein Anlieger hält den Weg wegen fehlender Bürgersteiger für Schulkinder für zu gefährlich. Der Straßenbelag sei in einem schlechten Zustand, bei Regen bleibe das Wasser stehen. Die Holzstiege sei nicht mehr ansehnlich. Im Winter türme sich hier der Schnee, ständig liege Müll herum. Sogar Einkaufswägen würden hier abgestellt. Der Einwender regt an, die Treppe zu entfernen und die Fußgänger über die Flurstraße umzuleiten. Hier würden kaum Anwohner gestört. Ferner schlägt er einen befestigten Weg hinter dem Bolzplatz an.

Andere Anrainer monieren, dass nach wie vor hier Discogänger unterwegs seien, oft nicht gerade leise. Störend sei auch der Bring- und Holdienst zum Montessori-Kinderhaus. Es gibt aber auch Briefe, in denen der Weg gelob und dessen Ausbau für Radfahrer angeregt wird.

Das Stadtplanungsamt erklärt, dass es sich bei der Eichendorffstraße um einen verkehrsberuhigten Bereich handle. Die meisten Beschwerden hätten nichts mit dem Bebauungsplan zu tun. Andere Hinweise etwa auf Müll oder Lärm gebe man an das Ordnungsamt und den Bauhof weiter. Grundsätzlich hält die Stadt aber an dem Weg fest.

Bedenken geäußert wurden erwartungsgemäß wegen des hohen Grundwasserstandes. Neubauten, vor allem Keller und Tiefgaragen, könnten die Situation verschärfen. Dazu teilt die Stadt mit, jeder Bauwillige müsse sich selbst absichern und das Grundwasser im Blick haben.

Der Abwasserzweckverband weist darauf hin, dass Niederschlagswasser auf den Grundstücken versickert werden müsse und nicht in den Kanal eingeleitet werden dürfe. Die Stadtwerke warnen, dass die vorhandenen Wasserleitungen im Brandfall nur einen Grundschutz on 96 Kubikmeter pro Stunden liefern könnten. Für größere Wassermengen müsste etwa ein Löschwasserbehälter angelegt werden.

Das Landratsamt erinnert daran, dass vom Itzlinger Graben nach wie vor Hochwasser gefahr ausgehe. Er soll aber bekanntlich gesichert werden. Das Landesamt für Denkmalpflege verweist auf schützenswerte Bodendenkmäler aus mehreren Epochen, die hier noch in großer Zahl vermutet werden.

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