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Unter anderem muss der Brandschutz im Schwesternwohnheim stark verbessert werden.

Probleme unterm Putz

Schwesternwohnheim: Sanierungskosten steigen von 660 000 auf 1,9 Millionen Euro

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660 000 Euro hätte die Sanierung des Schwesternwohnheims am Klinikum kosten sollen. Doch diese Zahl ist offenbar völlig unterdimensioniert.

Erding – Die Kosten für die Sanierung des Personalwohngebäudes (PWG) am Klinikum explodieren. Die erste Schätzung von rund 660 000 Euro erweist sich als völlig unterdimensioniert. Denn eine genaue Überprüfung des 1972 errichteten Gebäudes förderte einen erheblich höheren Modernisierungsbedarf zutage. Jetzt gehen Landkreis und Krankenhaus von 1,9 Millionen Euro aus. Der Bauausschuss des Kreistags stimmte der Summe zu, die das Klinikum stemmen muss. Ziel ist, alle Apartments wieder dem Krankenhauspersonal, vor allem Pflegeschülern, zugänglich zu machen – ein wichtiges Kriterium für die Entscheidung, an der Klinik zu arbeiten. Die zeitweise dort untergebrachten Abteilungen des Landratsamtes, darunter Gesundheits- und Veterinärbehörde sowie der Katastrophenschutz, sind mittlerweile ausgezogen.

Matthias Huber von der Liegenschaftsverwaltung teilte mit, dass die im Juli dieses Jahres abgegebene Kostenschätzung über 660 000 Euro „ohne Bewertung des massiv vorliegenden Instandhaltungs- und Wartungsstaus der Vorjahre, der damals nicht bekannt war“, erfolgt sei. Die größten Probleme zeigte Huber dann auf.

Wasserleitung aus dem Jahr 1972

So stammt die Wasserleitung im Schwesternwohnheim noch aus dem Entstehungsjahr des PWG 1972. Sie wurde laut Huber nie erneuert. „Aus diesem Grund ergeben sich hygienische Defizite, die zwingend behoben werden müssen.“

Hinzu kommt eine ebenfalls 47 Jahre alte Elektroinstallation, die nicht mehr dem Stand der Technik entspricht. Huber berichtete, dass Sachverständige zum Schutz der Bewohner einen Austausch dringend anrieten.

Verbesserung beim Brandschutz nötig

Auch der Brandschutz muss stark verbessert werden. Zwei Treppentürme wurden zwar schon angebracht. Huber machte aber deutlich, dass das nicht ausreiche. So müssten die Sicherheitsbeleuchtung ertüchtigt und die Türen zum Rettungsweg durch das Gebäude erneuert werden. Kreisbrandrat und Ausschussmitglied Willi Vogl (CSU) wies darauf hin, dass eine mit der Integrierten Leitstelle verbundene Brandmeldeanlage unerlässlich sei. „Dort gibt es Schlafräume, also ist eine BMA ein Muss“, so Vogl.

Weil im Erdgeschoss des PWG eine onkologische Praxis des Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) Erding vorgesehen ist, muss laut Huber ein barrierefreier Umbau erfolgen. Der ist in den 1,9 Millionen Euro enthalten.

Nach dem einstimmigen Beschluss werden nun die Entwurfs- und die Genehmigungsplanung erarbeitet. Sobald die Stadt Erding die Baugenehmigung erteilt hat, soll es losgehen. Bis zum Sommer kommenden Jahres will man fertig sein. Huber versicherte, die Stadt wolle schnell entscheiden, „weil auch ihr daran liegt, den zusätzlichen Wohnraum schnell zu bekommen“.

Hans Moritz

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