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Festakt: Zum zehnjährigen Bestehen der Schreibaby-Ambulanz lud Landrat Martin Bayerstorfer (l.) ins Landratsamt. Ziel sie eine „gesunde und schöne Entwicklung“ der jüngsten Erdinger. Das entlaste auch die Familien.

Angebote sollen Dramen verhindern

Schreibaby-Ambulanz: Zehn Jahre Hilfe für überforderte Familien

Für überforderte Eltern bietet der Landkreis eine Vielzahl von Hilfen an. Das Angebot Schreibaby-Ambulanz feierte nun Zehnjähriges.

Erding „Mit dem Nachwuchs stellt sich der Alltag komplett auf den Kopf“, weiß Landrat Martin Bayerstorfer, selbst dreifacher Familienvater. Für viele Familien bedeutet das große Herausforderungen, die nicht jede ohne Hilfe bewältigen kann. Das Leben sei „einerseits geprägt von großer Freude und tiefer Liebe für das neue Familienmitglied, aber auch von schlaflosen Nächten und Schreiattacken“, so der Landrat.

Ein Hilfsangebot feierte jetzt seinen ersten runden Geburtstag – die vor zehn Jahren initiierte Schreibaby-Ambulanz. Denn auch wenn viele in die Rolle Mama und Papa hineinwüchsen, gebe es nicht wenige Eltern, denen es schwer falle, „die Bedürfnisse ihres Kindes zu erkennen – aus ganz unterschiedlichen Gründen, wie zum Beispiel eine traumatische Geburt oder Depressionen“, so der Landrat. Dazu bietet der Landkreis mit seiner Abteilung Jugend und Soziales umfangreiche Hilfe an.

Angebote haben Vorurteile über Jugendamt zerstreut

Und das funktioniere sehr gut, wusste auch Isabella Gold, Referatsleiterin Jugendhilfe im Familienministerium. In ihrem Grußwort sagte sie: „Unsere Förderprogramme und Beratungsstellen haben schon viel erreicht.“ Viele Menschen hätten ihre Hemmungen überwunden und die Hilfen der Ämter in Anspruch genommen. So seien auch viele Vorurteile in der Bevölkerung über das Jugendamt zerstreut worden.

Zahlen dafür hatte Erdings Landrat parat: „2006 wurden die Angebote der Frühen Hilfe, also für Eltern mit Kindern unter drei Jahren, von gerade mal 17 Familien in Anspruch genommen.“ Zehn Jahre später, 2016, seien es schon 107 gewesen – „obwohl das Ministerium ab 2011 keine weiteren Fördermittel zur Verfügung gestellt hat“.

Landkreis investiert jährlich 250 000 Euro

Der Landkreis habe das Angebot trotzdem im gleichen Umfang weitergeführt. Das sei auch sehr wichtig, so Bayerstorfer, weil „unser Landkreis einer der jüngsten in ganz Deutschland ist“. Für die Frühen Hilfen investiert der Landkreis jährlich etwa 250 000 Euro.

Das neueste Angebot fand seinen Weg im Dezember 2018 ins Programm: Die offene Babysprechstunde am Klinikum. Da nicht mehr wie früher jede Familie eine Hebamme zur Nachsorge der Geburten finden könne, werden im Erdinger Krankenhaus jeden Montag Antworten und Unterstützung zu allen Fragen angeboten. Praktische Hilfe im ersten Lebensjahr des Nachwuchses gibt es auch beim so genannten Wellcome-Projekt. Der Landrat forderte alle frischen Eltern auf, diese kostenlosen Leistungen auch in Anspruch zu nehmen, um vor allem den Kindern „eine gesunde und schöne Entwicklung“ zu ermöglichen. Referatsleiterin Gold stimmte dem zu: „Dieses Angebot kriegt man sonst nicht überall.“

Mayls Majurani

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