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Preisgekrönter Schreiner-Nachwuchs (v. l.): Obermeister Martin Vilgrtshofer, Maximilian Moltke, Franz Huber, Kreishandwerksmeister Rudi Wa xenberger, Sina Schönherr, Dominik Arlt, Vize-Landrat Jakob Schwimmer, Jan Hoppenthaler, Lehrlingswart Anton Kolbinger und Kulturwart Günter Bauer am Sonntag im Frauenkircherl. 

Schreiner-Innung zeichnet beste Gesellenstücke aus – Schwierige Prüfung

Alles andere als von der Stange

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15 junge Herren und drei Damen haben soeben ihre Gesellenprüfung zum Schreiner abgelegt. Die Gesellenstücke wurden am Sonntag im Frauenkircherl ausgestellt. Fünf wurden prämiert. Dass es in Erding heuer keinen Innungssieger gibt, dürfte an der schwierigen Theorie-Prüfung liegen.

Erding – Geht es in der Öffentlichkeit um die Lehre, ist vor allem vom Azubi-Mangel die Rede. Wie kreativ und professionell der Handwerker-Nachwuchs sein kann, zeigt jedes Jahr zu Ferienbeginn die Ausstellung der Gesellenstücke der Schreiner-Innung.

Die machte am Sonntag gleich im Eingangsbereich des Frauenkircherls deutlich, wie groß die berufliche Vielfalt ist, aus der die Schreiner-Lehrlinge nun wählen können. Starten kann man von Mittel- und Realschule sowie Gymnasium. Sie können Meister werden, aber auch staatliche geprüfte Form- und Raumgestalter, Holztechniker, Restauratoren, Betriebswirte des Handwerks, (Innen-)Architekten, Designer und Berufsschullehrer. Vielfalt herrscht aber auch auf der anderen Seite der Werkbank: Die Innung Erding zählt über 50 Betriebe.

Soweit sind die 18 neuen Gesellen – offiziell freigesprochen werden sie im Herbst – noch nicht. Ihre Prüfung haben die 15 jungen Herren und drei Damen aber schon mal erfolgreich abgelegt. Ihre Gesellenstücke können sich sehen lassen, ob ein Instrumenten- und Barschrank, Waschtische aus Eiche und Stein oder Sideboards.

Im Fokus standen am Sonntag die Gesellenstücke, die beim Wettbewerb „Die gute Form“ erfolgreich waren. Der erste Preis ging an Dominik Arlt (Schreinerei Kellner/Walpertskirchen) mit einem Büroschrank, Zweiter wurde Jan Hoppenthaler (Holzrausch/Forstern) mit einem Standhochkästchen), Dritter Franz Huber (Vilgertshofer/Neufinsing) mit einem Hängeboard. Belobigt wurden zudem Sina Schönherr (Wittmann/Oberneuching) mit einem Sideboard und Maximilian Moltke (Deuritz/Aufkirchen) mit einem Schrank.

Lehrlingswart Anton Kolbinger berichtete, dass die Theorie-Prüfung heuer recht anspruchsvoll gewesen sei. „Einige hatten zu wenig Zeit, deswegen gibt es heuer leider keinen Innungssieger.“

Obermeister Martin Vilgertshofer lobte die Gesellenstücke, in die „Wissen, Können und Kreativität geflossen“ seien. Das Schreiner-Handwerk sei „kein Auslaufmodell, sondern krisenfest und zukunftsorientiert“. Er dankte auch den Ausbildern und Eltern und äußerte die Hoffnung, dass die Gesellen ihrem Handwerk treu blieben. „Wir brauchen Euch“, so Vilgertshofer.

Auch Vize-Landrat Jakob Schwimmer bescheinigte den jungen Leuten eine gute Zukunft: „Bei Euch ist jedes Stück, anders als im Möbelhaus, ein Unikat.“ Und er versprach: „Wir werden weiter in die Berufsschule investieren, um die Ausbildung auf hohem Niveau zu halten.“

Kreishandwerksmeister Rudi Waxenberger bewunderte die „besondere Präzision und die technischen Details“. Aber auch Ausbilder und Lehrer hätten „super Arbeit“ geleistet. Das Handwerk sei im Landkreis ein „bedeutender Wirtschaftsfaktor“, so Waxenberger mit Hinweis auf den Jahresumsatz von zuletzt rund 1,4 Milliarden Euro. Er ist überzeugt: Je erfolgreiche eine Region wirtschaftlicher sei, desto mehr Aufträge würden ans Handwerk gehen. 

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