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Alles abgesagt

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Von: Hans Moritz

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Sportlich sinnvoll, pädagogisch wertvoll: Skilager gehören zu den prägendsten Erlebnissen der Schulzeit. Zum dritten Mal fällt heuer alles aus. © Julian Stratenschulte/dpa

Die Schüler müssen das dritte Jahr in Folge wieder auf wichtige Erfahrungen verzichten. Ein Umfrage an den Schulen, wie es jetzt weitergeht.

Erding - Klare Ansage aus dem bayerischen Kultusministerium: Bis Ostern müssen Schulen alle mehrtägigen Klassenfahrten, darunter Skilager, absagen. Nachdruck verleiht das Ministerium seiner Aufforderung mit dem Hinweis, nicht für Stornokosten aufzukommen.

Viele Erdinger Schulen hatten bereits damit gerechnet und erst gar keine Skilager geplant oder sie bereits vorher abgesagt. Es sind jedoch nicht nur Skilager betroffen, sondern auch andere Klassenfahrten. Das Korbinian-Aigner-Gymnasium Erding konnte die Fahrt der fünften Klassen im September sowie die Orientierungstage der achten Klassen im November noch stattfinden lassen, betont Schulleiterin Andrea Hafner. „Die für Dezember und Januar vorgesehenen Wintersportwochen mussten aber abgesagt werden“, erklärt Hafner. Als Ersatz ist eine Sommersportwoche in den Ferien angedacht. Die Studienfahrten der Q11 hat das Gymnasium vorsichtshalber erst für Juli 2022 geplant.

Die Abschlussfahrten der zehnten Klassen im Februar hat die Realschule Oberding bereits vor Weihnachten aus eigener Entscheidung abgesagt, erklärt Rektor Martin Heilmaier. „Die neue Vorschrift des Kultusministeriums hat bei uns für eine Veränderung gesorgt. Wir mussten auch das Schullandheim für die fünften Klasse stornieren“, erläutert der Schulleiter. Die mehrtägige Klassenfahrt war nach Possenhofen am Starnberger See geplant. Das Skilager ist ebenfalls dieses Jahr nicht umsetzbar, als Ersatz sind Aktivtage im Sommer geplant.

Die Mittelschule Altenerding wird bis zu den Osterferien keine Klassenfahrten ansetzen, bestätigt Schulleiterin Karin Rausch. „Außerdem werden wir keinesfalls auf Klassenfahrt gehen, wenn eine anderslautende Regelung besteht“, betont die Rektorin.

Es gibt allerdings noch Hoffnung für die Klassenfahrt der fünften Klasse, welche im Mai stattfinden soll. „Mit dem Schullandheim ist aber vereinbart, dass wir jederzeit stornieren können, sollten die Inzidenzwerte so hoch sein, dass wir uns mit einer Klassenfahrt nicht wohlfühlen“, erklärt Rausch. Alle Klassenfahrten im Herbst und Winter sind bereits ebenfalls abgesagt oder schon ausgefallen.

Die Mädchenrealschule Heilig Blut in Erding hatte, mit einer Ausnahme, bis zum Halbjahr keine Fahrten geplant. „Es stand da erst einmal wieder der normale Schulalltag im Vordergrund“, berichtet Christiane Scharfe, die kommissarische Direktorin der MRS. „Klassenfahrten machen auch nur Sinn, wenn wirklich alle mitfahren. Und wir waren uns sicher, dass im ersten Halbjahr, hätten wir Fahrten geplant, einige aus Angst vor Ansteckung nicht mitgefahren wären“, sagt die Schulleiterin.

Anfang Februar hätten allerdings die Besinnungstage für die neunten Klassen in Benediktbeuern stattgefunden. „Wir hatten die Zusicherung, dort ohne Stornokosten absagen zu können. Das mussten wir jetzt tun“, teilt Scharfe mit. Um trotzdem ein paar Aktivitäten anbieten zu können, führte die Mädchenrealschule einige Ausflugstage und Besuche von Kunstausstellungen durch. So waren alle Schülerinnen des Kunstzweigs in der Van-Gogh-Ausstellung in München. Zudem hat die Schule angekündigt, dass, sobald die Zahlen dauerhaft sinken und wieder mehr Normalität einkehrt, mehrtägige Klassenfahrten im zweiten Halbjahr noch nachgeholt werden können.

Am Anne-Frank-Gymnasium Erding konnten sich die Schüler der 12. Klasse hingegen noch über eine Klassenfahrt freuen. „Wir hatten im September 2021 Studienfahrten nach Hamburg und Berlin“, erklärt Schulleiterin Regine Hofmann. Jedoch mussten auch beim AFG einige Ausflüge abgesagt werden: „Wir hatten zwar einen Wandertag im September für alle Klassen, allerdings musste die Exkursion zum KZ Dachau ausfallen.“

Die Schule hatte zudem bereits, bevor das Kultusministerium um die Absage aller Klassenfahrten bis Ostern gebeten hatte, das Skilager sowie die Austauschprogramme mit Frankreich und Italien abgesagt. Das Gymnasium plant aber eine Sommersportwoche als Ersatz für das Skilager, erklärt die Schulleiterin. Generell merkt Hofmann an, dass man immer relativ kurzfristig plane, um das, was erlaubt und nicht durch Corona eingeschränkt sei, auch durchführen zu könne.

Tom Mertens/Benedikt Klingbeil

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