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Die Party fällt aus: Ein Wachdienst setzte auf dem Schrannenplatz die Corona-Verbote durch.

Polizei fährt nur wenig Einsätze - Zwei Brände und normaler Betrieb in der Notaufnahme

Friedlicher Jahreswechsel

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
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Die Verbote haben Wirkung gezeigt: Der Jahreswechsel verlief im Landkreis ruhig. Dennoch musste die Feuerwehr zweimal ausrücken. Und bei der Polizei gingen etliche Anrufe wegen möglicher Verstöße gegen die Corona-Auflagen ein. Die Integrierte Leitstelle Erding spricht von einem „ruhigen Silvester“.

Erding/Dorfen – Der erste Feuerwehreinsatz am Silvestertag hatte nichts mit Raketen und Böllern zu tun. Gegen 12 Uhr drohte ein Wiedfeuer zwischen Tittenkofen und einem Kieswerk Bäume in Brand zu stecken. Die Feuerwehr Langengeisling brachte die Lage rasch unter Kontrolle.

Zwei Zwölfjährige sind in Oberdorfen für ein abgefackeltes Bushäuschen verantwortlich. Der Notruf ging gegen 21 Uhr ein, die Feuerwehr Dorfen löschte das Feuer zügig. In Tatortnähe traf die Polizei die beiden Buben an, die schließlich zugaben, mit Jugendfeuerwerkskörpern hantiert zu haben. Der Schaden beläuft sich auf rund 1500 Euro

In Erding blieb es trotz Aufstockung des Personals ebenfalls ruhig. Lediglich 14 Mal habe man ausrücken müssen, berichtet Hauptkommissar Josef Mairoth. Es handelte sich um Ruhestörungen, eine Sachbeschädigung und vier Verstöße gegen die Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen. Dabei wurden zwölf Personen angezeigt.

In Oberding stoppte eine Streife gegen 1.35 Uhr einen Tesla. Dessen Fahrer war mit 1,3 Promille völlig betrunken und musste zur Blutentnahme. Da auch er ohne triftigen Grund nachts unterwegs war, muss er zusätzlich 500 Euro Strafe bezahlen.

Einiges zu tun gab es im Klinikum Erding. Im Kreißsaal wartete man in der Nacht zwar vergeblich auf ein Neujahrsbaby, dafür suchten etliche Bürger die Notaufnahme auf. „Es war eine bunte Mischung aus internistischen und chirurgischen Notfällen“, berichtet eine Schwester. Es sei aber nicht auffallend mehr los gewesen als in anderen Nächten. Verletzungen durch Feuerwerks- und Knallkörper seien nicht darunter gewesen, allerdings habe man sich unter anderem um Patienten kümmern müssen, die zu tief ins Glas geschaut hatten.

In der Altstadt war Party tabu, ebenso wie Feuerwerk auf sämtlichen öffentlichen Flächen im Landkreis. Nach einem Urteil des Verwaltungsgerichts durften von Gärten und Balkonen allerdings doch Raketen abgefeuert werden. Da es ein bundesweites Verkaufsverbot gegeben hatte, blieb der Himmel über dem Erdinger Land freilich weitgehend schwarz. Positiver Nebeneffekt: Man hörte das gemeinsame Glockenläuten der Kirchen zu Mitternacht. Auf dem Schrannenplatz in Erding patrouillierte ein Sicherheitsdienst, um Feiern zu verhindern und die nächtliche Ausgangssperre durchzusetzen.

ham

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