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Alexander Gutwill (41) ist Vater von vier Kindern. Jetzt will er für die SPD Erdinger OB werden.

Alexander Gutwill Spitzenkandidat der Erdinger SPD

Ein Politneuling will Oberbürgermeister von Erding werden

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Die Erdinger SPD setzt auf einen Verjüngungskurs und beginnt damit im aufziehenden Kommunalwahlkampf: Der Ortsverein schickt Alexander Gutwill ins Rennen um den Chefsessel im Grafenstock.

Erding –  Der 41-Jährige ist 2014 schon einmal frustriert aus der SPD ausgetreten, seit Juli 2019 ist er wieder an Bord. Nach Thomas Schmidbauer (Erding Jetzt) ist Gutwill der zweite Polit-Novize, der ohne Stadtratserfahrung den amtierenden Oberbürgermeister Max Gotz (CSU) herausfordert.

Gutwill soll nach dem Willen des Ortsvorstandes der Mann sein, der in den nächsten Jahren die SPD verjüngt. Denn bei der Kommunalwahl wird eine Ära altgedienter Stadträte zu Ende gehen. Vier von Fünf treten nicht mehr an. Neben Ortsvorsitzendem Horst Schmidt sind das 3. Bürgermeister Hans Schmidmayer, Willi Scheib und Jutta Harrer. Nur Tülin Güvenc-Mecilioglu kandidiert erneut, sie ist vor wenigen Monaten nachgerückt.

Weil die SPD Kabale in den eigenen Reihen gewohnt ist, stellte Schmidt Gutwill gleich mal eine Lebensversicherung aus. Er deutete an, dass keiner der Genossen mit einer Abwahl Gotz’ rechne, und Gutwill einen langen Erneuerungsprozess anführen soll. Sprich: Der 41-jährige Vater von vier Kindern muss bei einer Niederlage nicht fürchten, wieder vom Hof gejagt zu werden. „Max Gotz hat 1990 ja auch klein angefangen“, meinte Schmidt.

Gutwill arbeitet als Abteilungsleiter im Isar-Amper-Klinikum in München-Haar und Taufkirchen. Er fing 1993 als Eisenbahner an, war dann vier Jahre bei der Bundeswehr, ehe er nach Stationen bei einem Logistiker und einem Ingenieurdienstleister beim Bezirkskrankenhaus landete. Ehrenamtlich engagiert er sich bei der DLRG als Sanitäter.

Eine Kampfansage richtet der Spitzenbewerber schon an Gotz. Den Tunnel zwischen beiden Rathäusern will er kippen. „Das Geld sollte man in die IT investieren.“ Besser die Dateien wanderten als die Mitarbeiter. Weiter will Gutwill mehr Bürgerbeteiligung – unter anderem in Form eines Jugend- und eines Seniorenbeirats.

Ausbaubedürftig sieht der 41-Jährige den innerstädtischen ÖPNV – „und zwar in Strom- und Wasserstoffbussen“. Auch autonom fahrende Busse könne er sich vorstellen. Er ist gegen eine Fußgängerzone. „In der Altstadt soll es aber ein gleichberechtigtes Nebeneinander aller Verkehrsarten geben.“

Sollte er nicht OB werden, stünde er als Fraktionschef bereit. Er weiß aber auch: „Die SPD befindet sich in einer schwierigen Lage.“ Sein Ziel: die fünf Mandate halten.

Offiziell nominiert werden Gutwill und die Stadtratsliste am 21. November. Auch sie wird laut Schmidt deutlich verjüngt sein. Allerdings gab der Vorsitzende zu, 40 Kandidaten würden es nicht sein, dafür gebe es eine Frauenquote. 

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