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Viel Applaus erhielt Landratskandidat Hans Schreiner bei seiner Nominierung durch die SPD. 

SPD nominiert Hans Schreiner (FW) einstimmig zum Landratskandidaten

„Ich will sechs Jahre richtig gute Politik machen“

Ein einstimmiges Votum, verbunden mit stehenden Ovationen: Die SPD hat als dritte Partei Hans Schreiner (FW) auf den Schild des Landratskandidaten gehoben.

Erding   Ganz selbstverständlich war der überaus kräftige Rückenwind für den Herausforderer aus Bockhorn nicht, hatte dieser doch in seiner Vorstellung durchaus auch Widerspruch provoziert. Denn er redete den Genossen nicht nach dem Mund.

Das war vor allem beim Thema B 15 der Fall, als er feststellte: „Verkehrsachsen werden wir brauchen.“ Prompt wurde in der Versammlung im rappelvollen Saal im Erdinger Weißbräu zu diesem Punkt Gesprächsbedarf festgestellt. Nur äußerlich passte der Kandidat sich dem Stil der Genossen an, zog Jackett und Krawatte aus, krempelte die Hemdsärmel auf.

Die Frage, wie das gehen solle, wenn SPD und Freie Wähler hier im Kreis gemeinsame Sache machen, während auf Landesebene CSU und FW regieren, umschiffte der Kandidat unter anderem mit der Fortsetzung seines Frontalangriffs auf den Amtsinhaber. In mehreren Varianten spielte er das Thema „Politikstil“ durch. Damit steht es – das eint die drei Parteien – nicht zum Besten. „Bayerstorfer ist ein Profi, er ist ein Machtmensch, er liebt die Macht, und der spielt sie auch aus.“ Er ging sogar so weit zu sagen: „Er versteht es, mit unfairen Mitteln zu kämpfen.“

Schreiner hingegen bekannte: „Ich stehe für einen Politikwechsel.“ Zugleich ist dem jetzt 62 Jahre alten noch amtierenden Bürgermeister, der auf 36 Jahre kommunalpolitische Erfahrung zurückgreifen kann, auch klar, dass er altersbedingt nur eine Wahlperiode das Amt des Landrates wird bekleiden können. „Ich sehe mich als Wegbereiter“, sagte er dazu. Das bedeute, dass er entschlossen sei, sechs Jahre lang „richtig gute Politik“ zu machen. „Ich bin Kandidat geworden ohne Vorbedingungen“, freute er sich. Niemand habe seine Unterstützung an bestimmte Zusagen gebunden.

Tatsächlich ist das personelle Angebot eine Art Blankoscheck, denn die Programmkommission der SPD hat das Wahlprogramm noch nicht ganz fertig. Das soll erst in diesen Tagen passieren. Dennoch machte er einige Aussagen, etwa zum Thema Umgang mit Migranten. Spontanen Beifall erntete er für seine Forderung, diese schnell in Arbeit zu bringen. Dass das bei manchen dieser Leute schwierig werde, sehe er allerdings auch.

Beim Hochwasserschutz setzt der Kandidat auf „Maßnahmen möglichst weit im Oberlauf der Gewässer“. Beim Öffentlichen Personen-Nahverkehr möchte Schreiner nachlegen, es sollten alle S-Bahnen erreicht werden. Allerdings machte er auch die Grenzen deutlich: Die Mühldorfer Bahnlinie sei genauso unterentwickelt wie die S-Bahn nach Erding.

Die Frage von Versammlungsleiter Michael Gruber, ob es Gegenvorschläge zu Schreiners Kandidatur gebe, wurde nur der Form halber gestellt. Als das einstimmige Ergebnis der geheimen Wahl verkündet wurde, brach Jubel aus. Auch die 60-köpfige Kreistagsliste wurde aufgestellt (Bericht folgt). 

 KLAUS KUHN

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