+
Mit einem ökologischen Gewässerausbau, wie im Stadtpark bereits exemplarisch vorgeführt, möchte die SPD einen Mehrwehrt für die Bevölkerung schaffen (Archivfoto).

Gräben, Damm, Gewässerausbau – Genossen fordern Erklärungen

Hochwasserschutz: SPD will Antworten vom Wasserwirtschaftsamt

Am 11. November findet die Bürgerversammlung zum Thema Hochwasserschutz statt. Beim SPD-Stammtisch wird deutlich: Auf Stadtverwaltung und Wasserwirtschaftsamt werden kritische Fragen zukommen.

Erding – Die Bürgerversammlung am 11. November zum Thema „Hochwasserschutz“ (Beginn 19.30 Uhr im großen Saal der Stadthalle) treibt auch die SPD um. Beim Stammtisch ging vor allem Dritter Bürgermeister Hans Schmidmayer auf die verschiedenen Maßnahmen ein. Tenor: Was die Stadt da bisher plant, ist auch für ihn in Ordnung. Mindestens 15 Millionen Euro werden fällig, und da ist bekanntermaßen der Grunderwerb von rund 3,5 Hektar noch nicht dabei.

Auch diese Summe nannte der Stadtrat und stellte sie auch nicht infrage. Allerdings werden sich wohl das Wasserwirtschaftsamt und die Stadtverwaltung von den Genossen einige kritische Fragen anhören müssen. Diese betreffen vor allem das Zusammenspiel der verschiedenen Maßnahmen.

Variantenentscheidung wird November 2019 vorgestellt

Die Organisatoren des Stammtischs haben nämlich strikt unterschieden zwischen den Gewässern dritter Ordnung wie die verschiedenen Gräben, die Ende Mai und Anfang Juni wieder einmal deutlich überlastet waren und in die Zuständigkeit der Stadt fallen, und den Gewässern zweiter Ordnung wie die Sempt, für die die höheren Ebenen die Verantwortung tragen.

Der umstrittene Damm bei Niederwörth beispielsweise ist eine Planung des Wasserwirtschaftsamts, das – Stand Oktober 2019 – davon ausgeht, dass das Einstauvolumen hier noch einmal um volle 40 Zentimeter oder auf dann 1,9 Millionen Kubikmeter angehoben werden muss. „Wie spielt das alles zusammen? Auf diese Frage haben wir bisher keine Antwort vom Wasserwirtschaftsamt“, kritisierte Schmidmayer. „Im November 2019 wird die Variantenentscheidung erwartet und der Öffentlichkeit vorgestellt“, schreibt das Wasserwirtschaftsamt in einer Veröffentlichung und schätzt die Gesamtkosten auf noch einmal zwölf Millionen Euro.

Mehrwert für die Bevölkerung

Stadtratsmitglied Horst Schmidt stimmte die Runde darauf ein, dass Eingriffe in die Landschaft erforderlich würden und dass es „eine Menge Geld“ kosten werde. Zugleich aber ging er noch einmal ausführlich auf die Notwendigkeit ein. „Im Mai ist das Dreifache der üblichen Regenmenge gefallen. Die Böden waren also gesättigt. Und dann kam der große Regen. Das hat sich kumuliert.“

Das Wasserwirtschaftsamt habe vorher mit einer komplexen Formel versucht vorzurechnen, dass das nicht passieren könne. Nun sei es aber eben doch passiert. Auch das werde die Behörde bei besagter Bürgerversammlung zu erklären haben.

Betroffenheiten gebe es genug, unter anderem das neue Baugebiet an der Haager Straße. Parallel dazu sollte nach dem Wunsch der SPD aber auch ein ökologischer Gewässerausbau erfolgen, wie er im Stadtpark exemplarisch vorgeführt worden sei. Damit, so Schmidmayer, sei es möglich, einen echten Mehrwert für die Bevölkerung zu schaffen – und damit auch die Akzeptanz der Maßnahmen zu erhöhen. Überdies werde derlei vom Freistaat massiv gefördert, berichtete er.

Klaus Kuhn

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Jugendliche verstecken sich und Drogen
Zwei Jugendliche (14/16) sind am Samstagnachmittag in Erding der Polizei aufgefallen, weil sie sich plötzlich hinter einem Stromkasten versteckten.
Jugendliche verstecken sich und Drogen
Gotz sorgt sich um den Frieden in Europa
Erinnernde Worte zurück, mahnende in die Gegenwart und die Zukunft hat Erdings Oberbürgermeister Max Gotz bei der zentralen Veranstaltung zum Volkstrauertag in Erding …
Gotz sorgt sich um den Frieden in Europa
Münchner Flughafen eröffnet Wintermarkt - aber ein Service fehlt: „Wirklich sehr rückständig“
Weihnachten auf dem Airport: Am Münchner Flughafen ist es bereits Mitte November festlich. Doch es gibt auch Kritiker.
Münchner Flughafen eröffnet Wintermarkt - aber ein Service fehlt: „Wirklich sehr rückständig“
Gnadenhof in Kirchötting: Hier ist Minischwein Schorsch der Chef
Vroni und Lukas Becker betreiben in Kirchötting einen Gnadenhof. Am kommenden Wochenende, 23./24. November, laden sie zum Wintermarkt ein.
Gnadenhof in Kirchötting: Hier ist Minischwein Schorsch der Chef

Kommentare