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Hände hoch, Fangemeinde: Frontmann Günther Sigl und seine Alt-Rock’n’Roller von der Spider Murphy Gang mussten die Stimmung in der ausverkauften Stadthalle gar nicht anheizen. Die Fans freuten sich auf ein Heimspiel und sangen alle Hits textsicher mit.

„Wir kommen jetzt jedes Jahr!“

Spider Murphy Gang rockt die Stadthalle

„Let’s rock“ hieß es beim Konzert der Spider Murphy Gang in Erding. Die Kultband aus München rockte am Freitag die ausverkaufte Stadthalle bei einem mitreißenden Revivalabend wie zu besten Zeiten.

Erding„Let’s rock“ hieß es beim Konzert der Spider Murphy Gang in Erding. Die Kultband aus München rockte am Freitag die ausverkaufte Stadthalle bei einem mitreißenden Revivalabend wie zu besten Zeiten. Aus Zürich angereist, zog die Band gleich ihre „Rock’n Roll Schuah“ an und heizte den knapp 800 Fans gehörig ein. Gesungen und gespielt wurde live und unplugged, also ohne elektronische Hilfsmittel.

Dass sich ein Heimspiel ankündigte, war schon am frenetischen Begrüßungsapplaus für Günther Sigl, Barny Murphy und Kollegen zu hören. So sprang der Funke sofort auf die Fangemeinde über, die nicht nur aus dem Raum Erding, sondern auch aus den Nachbarlandkreisen, München und Landshut angereist war, um die Band ihrer Jugend wieder mal live zu erleben. Und es war ein Erlebnis, was die älteren Herren im 43. Jahr ihrer Bühnenkarriere in der Stadthalle präsentierten. Die Frage „Wer wird denn woana?“ war rein rhetorisch, denn weinen brauchten nur die kurzentschlossenen Fans, die an der Abendkasse keine Karte mehr ergattern konnten.

Frontmann Günther Sigl erzählte die Geschichte der Band von den Anfängen in Münchner Clubs als bayerische Rockn’Roll-Band, die genauso wie die Beatles und die Rolling Stones vom Altmeister des Rock’n’Roll, Chuck Berry, inspiriert wurden. Auch Elvis Presley, aus dessen Song „Jailhouse Rock“ der Bandname der Spiders entstammt, trug dazu bei, dass die Band „weltberühmt“ wurde, zumindest in Bayern. Für ihre Fans sind sie sowieso die Besten, und so wurden die Soli von Otto Staniloi am Saxofon, Ludwig Reuss am Piano und Andreas Keller am Schlagzeug begeistert beklatscht. Wer braucht da schon die Münchner „Schickeria“, wenn er in Erding so abfeiern kann?

Auf den Leinwänden im Hintergrund waren zu den bekannten Songs die Platten-Cover aus den vergangenen Jahrzehnten gemischt mit Livebildern zu sehen, auch Jugendfotos der Bandmitglieder mit wallender Haarpracht wurden gezeigt. Kein Wunder, dass sich die Fans an „Rosemarie, das Madl aus der Au“ von der ersten LP im Jahr 1980 genauso gut erinnerten wie an „Pfüati Gott, Elisabeth“ oder den „Sommer in der Stadt“. So hatte das Publikum absolut keinen „Frosch im Hois“ und auch keine „Schwammerl in die Knia“ und konnte die Band lauthals begleiten.

Auf der Bühne brillierten die Musiker an diversen Instrumenten: Otto Staniloi hatte neben seinem Saxofon eine Querflöte und eine Tuba mitgebracht. Pianist Ludwig Reuss begeisterte mit seiner virtuosen Spielweise nicht nur beim Boogie-Woogie am Klavier, auch am Akkordeon beherrschte er die Tasten.

Die Frage, ob sich das Publikum noch an das eine oder andere Lied erinnert, erübrigte sich, denn die Fans erkannten jeden Song schon beim ersten Takt und sangen lauthals mit zur „Peep Peep – Schouououw“. Das Bekenntnis der Band zu ihren Wurzeln mit „Mia san a bayerische Band“ und Sigls Statement „I bin da Günther und da bin i dahoam“ wurden bejubelt und endlich hielt es die Fans nicht mehr auf den Sitzen. Die bekannteste deutsche Festnetznummer beim „Skandal im Sperrbezirk“ konnte immer noch jeder auswendig und alle „Herzschmerzen“ wurden rein musikalisch behandelt.

Am liebsten würden die Fans rund um die Uhr mit den Spiders rocken, aber nach mehreren Zugaben ist auch der schönste Abend zu Ende. Zum Trost versprach Sigl: „Wir kommen jetzt jedes Jahr!“ Und wer es nicht erwarten kann, für den hatte „Doris am Fanartikelstand“ noch ein passendes Mitbringsel im Angebot.

Gerda und Peter Gebel

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