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Siegerehrung (v. r.): Stefan Gröll gewinnt den St. Prosper-Kabarettpreis. Zweiter wird Bernard Paschke, gefolgt von Hanni Who. Die Mitstreiter Andrea Limmer und El Mago Masin freuen sich mit ihnen. Moderator Andreas Brenninger gratuliert. 

Er kam, stürmte und siegte

Vor ausverkauftem Haus wetteiferten  fünf Künstler um den St. Prosper Kabarettpreis . Sieger wurde Stefan Gröll.

Erding– Fünf Kabarettisten wetteiferten am Samstagabend auf der Bühne im Schollbachpark um den St. Prosper-Kabarettpreis, den die Sinnflut GmbH zum achten Mal vergeben hat. Gesponsert wird die Veranstaltung seit Anfang an von der Stiftungsbrauerei, vertreten durch Andreas Brenninger, der heuer ganz spontan eine Doppelrolle einnehmen musste, weil der Moderator ausgefallen war. Brenninger meisterte das souverän, ließ sich von seiner Frau Andrea in der Jury vertreten.

Diese hatte es nicht leicht. Einig waren sich Börnie Sparakowsky (Sinnflut GmbH), Musiker Limo Lechner, Alexandra Anderka (Erdinger Anzeiger) und eben Andrea Brenninger zusammen mit dem Publikum über den Sieger: Stefan Gröll. Der 48-Jährige ist kein Unbekannter mehr auf der Kleinkunstbühne. Seit gut zehn Jahren geht er mit seinen eigenen Programmen auf Tour und überzeugte bereits in mehreren Kabarett-Wettbewerben. So war er Finalist beim Passauer Scharfrichterbeil.

Das kommt nicht von ungefähr, auch die Erdinger belohnten den Schreinermeister mit tosendem Applaus für seine unaufgeregt vorgetragenen Pointen, die er teils unerwartet aus der Hüfte schießt. Die Zuschauer erkannten sich wieder in seinen Erlebnissen mit kläffenden Hunden oder verbissenen Öko-Tanten. Sein stürmisches Finale über Männer über 40 untermalte er mit der Melodie „Riders on the Storm“ vonden Doors am Keybord.

Da hatten es seine weniger erfahrenen und bis auf El Mago Masin auch alle viel jüngeren Mitstreiter schwer. Doch gerade der Jüngste, Bernard Paschke, überzeugte die Jury mit seinem außergewöhnlichen Auftritt und etwas anderem Thema. Mit roter Fliege gab der 18-Jährige den Technik-Streber. Seinem „doch etwas älteren Publikum, Sie sind ja alle über 25“, versuchte er als „Fortschritt-Macher“ die neueste Technik zu erklären und führte diese gleichzeitig ad absurdum. Ein gekonnter Schachzug, den er mit seinem schauspielerischen Talent zu unterstreichen wusste.

Ebenfalls als Talent zeigte sich Hamid Nikpai alias Hanni Who, der 2010 aus seiner Heimat Afghanistan geflüchtet ist. Sein Migrationshintergrund, den er selbstironisch immer wieder thematisierte, dominierte in seinem Programm, doch er spekulierte auch über die Kommunikationsprobleme von Mann und Frau und die ständige Unzufriedenheit der Deutschen, obwohl sie doch alles hätten. Er nahm das Publikum mit seiner sympathischen und authentischen Art für sich ein, übrigens vergangenes Jahr auch schon die Jury im Wettbewerb um das Passauer Scharfrichterbeil. Da wurde er Dritter.

Doch auch die beiden anderen Kabarettisten – ein Kollege hatte krankheitsbedingt absagen müssen – amüsierten die rund 300 Zuschauer. El Mago Masin unterhielt mit seiner Lässigkeit und sorgte mit seinen Songs an der Gitarre für Abwechslung. Gekonnt bezog der 49-Jährige das Publikum mit ein und nahm es mit auf seine amüsanten Blödeleien. Die quirlige Andrea Limmer aus einem „Kaff bei Landshut“ lamentierte über ihre WG mit der 80-jährigen Adoptivoma Cilly. Das 24-jährige Energiebündel begeisterte vor allem an der Ukulele.

Alle Kabarettisten bekamen als Preis einen Kasten St. Prosper, der Sieger eine Prämie über 1000 Euro, der Zweite 500 und der Dritte 200 Euro. (Alexandra Anderka)

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