+
Den Interimsbau am Lodererplatz (l.) nutzte in den vergangenen Jahren die Mittelschule während der Generalsanierung. Nun sind die Klassenzimmer frei. Sie wird Mitte kommenden Jahres die benachbarte Grundschule nutzen und damit den Weg für einen – provisorischen – Kindergarten mit zwei Gruppen im Grundschulpavillon (M.) freimachen. Fast 400 000 Euro wird die 

Dafür werden am Lodererplatz Räume für einen neuen Kindergarten auf Zeit frei

Grundschule zieht in Mittelschulprovisorium

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
    schließen

Mittelschüler raus, Grundschüler rein - am Lodererplatz in Erding gerät einiges in Bewegung. So viel, dass Platz für einen weiteren Kindergarten ist.

Erding – „Nichts hält so lange wie ein Provisorium.“ Diese Weisheit dürfte sich beim Interimsschulgebäude bestätigen, das die Stadt vor annähernd drei Jahren am Lodererplatz aufgestellt hat. In der – jetzt zu Ende gehenden – Generalsanierung der Mittelschule waren dort deren Jugendliche untergebracht. Sie sind inzwischen umgezogen. Nun meldet die benachbarte Grundschule Interesse an.

Den Wunsch der Schulleitung erhörte der Verwaltungs- und Finanzausschuss (VFA) des Stadtrates in seiner Sitzung am Dienstagabend. Die Grundschule ist in einem Hauptgebäude und in einem Pavillon beheimatet – beides schon lange relativ abgenutzt. Der Pavillon würde mit dem Umzug der Grundschule in das Interimsgebäude frei. Über die Bühne gehen soll das Ostern beziehungsweise Pfingsten kommenden Jahres.

Die Räume werden also nicht lange leer stehen. Der VFA beschloss einstimmig, hier einen provisorischen Kindergarten unterzubringen. Denn die bestehenden 19 Einrichtungen stoßen an die Kapazitätsgrenze. Und große Neubaugebiete im Südwesten und Osten der Stadt sind im Entstehen.

Grundschule ist dankbar, sie braucht mehr Platz

Im Ausschuss berichtete Bartholomäus Aiglstorfer vom Schulreferat der Großen Kreisstadt, dass im Interimsgebäude zwölf Klassenzimmer zur Verfügung stünden. Das sei in einem guten Zustand und daher der Grundschule angeboten worden. Die nimmt dankend an.

Bisher stehen der zweizügigen Grundschule neun Klassenzimmer zur Verfügung, so Aiglstorfer. „Die Schulleitung wünscht sich aus fachlichen und schulorganisatorischen Gründen, die vier je 60 Quadratmeter großen Klassenzimmer im Erdgeschoss des Interimsgebäudes umzunutzen – für die Büros der Schulleitung und des Sekretariats, Lehrerzimmer und Bücherei.“ Die beiden oberen Etagen sollen wie bisher als Klassenzimmer genutzt werden. Das Staatliche Schulamt begrüße diesen Vorstoß.

Aus dieser Behörde kommt aber auch der Hinweis, dass die aktuelle Fünf-Jahres-Statistik zwar von einem steigenden Bedarf an Klassenzimmern ausgehe. Die tatsächliche Entwicklung der Schülerzahlen sei aber eine andere, so der Abteilungsleiter. „Das liegt an insgesamt rückläufigen Zahlen, aber auch am Einschulungskorridor, der Eltern mehr Möglichkeiten gibt, wann sie ihr Kind einschulen.“ Deswegen seien auch künftig acht Klassenzimmer ausreichend. Im Hauptgebäude könnten dann Fachunterricht und Nachmittagsbetreuung untergebracht werden. Das Schulmobiliar werde weiter genutzt.

Neue Wohngebiete - Betreuungsplätze werden knapp

Dennoch, betonte Aiglstorfer, sei dieser Wechsel mit beträchtlichen Kosten verbunden. Neues Mobiliar, Umzug der Whiteboards, EDV sowie bauliche Anpassungen bezifferte er mit rund 210 000 Euro.

Mit seinem einstimmigen Beschluss öffnete der VFA gleich dem nächsten Projekt die Tür – der Einrichtung eines provisorischen Kindergartens im Pavillon der Grundschule. Aiglstorfer berichtete, dass das die Anmeldezahlen und die Bevölkerungs- beziehungsweise Zuzugsprognosen rechtfertigten. Er verwies unter anderem auf die großen Wohnungsbauprojekte am Thermengarten und am Poststadl.

Hinzu kommt, dass die Stadt die geplante 20. Kita voraussichtlich doch nicht im Baugebiet Poststadl errichten kann. „Dort wäre zu wenig Platz für Freiflächen“, sagte OB Max Gotz (CSU). Ein neues Grundstück sei noch nicht gefunden. Nach Informationen unserer Zeitung könnte im Bereich des Ludwig-Simmet-Angers, wo es bereits eine Grundschule und ein Kinderhaus gibt, eine weitere Einrichtung entstehen.

Planung und Umbau veranschlagte Aiglstorfer mit rund 110 000 Euro. Hinzu kämen 50 000 Euro für die kleinkindgerechte Ausgestaltung. Weiter erklärte Gotz: „Ein Träger steht noch nicht fest.“ Er betonte, dass Erding bei der Kinderbetreuung im Vergleich zu anderen Kommunen sehr gut aufgestellt sei.

Kindergartenreferentin und Zweite Bürgermeisterin Petra Bauernfeind (FW) hielt den Pavillon für geeignet, zumindest übergangsweise einen Kindergarten aufzunehmen. „Das ist eine runde Sache.“ Es müsse aber darauf geachtet werden, dass der Grundschule nicht zu viel Freifläche genommen werde. Bezüglich des Trägers deutete sie an, dass ihr die Stadt selbst als Träger am liebsten wäre. Auch dieser Beschluss erging einstimmig. ham

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Kroatien-Urlaub zu Corona-Zeiten: Familie aus Bayern erhält Hassbrief - der Inhalt macht betroffen
Kroatien-Urlaub zu Corona-Zeiten: Familie aus Bayern erhält Hassbrief - der Inhalt macht betroffen
Krach um einen Straßenmusiker
Krach um einen Straßenmusiker
Krähen tricksen Stadt aus
Krähen tricksen Stadt aus
Klimaschutz: Erding soll Vorbild werden
Klimaschutz: Erding soll Vorbild werden

Kommentare