Nach gescheitertem Großprojekt sollte jetzt die Stunde des Mayr-Wirt-Areals schlagen

Kommentar: Ein Masterplan für die Haager Vorstadt

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
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Bauprojekte brauchen in Erding zu viel Zeit. Das blockiert die Stadtentwicklung. Nach ihrem kollektiven Nein zum Teilneubau des Falterer-Areals ist nun die Stadt selbst gefordert, meint Redaktionsleiter Hans Moritz in seinem Kommentar zum Wochenende.

In ihrer Ablehnung eines teilerneuerten Wohn- und Geschäftshauses an der Haager Straße waren sich Stadträte und Fachbehörden so einig wie selten. Doch richtig zufrieden sein kann die Politik mit ihrem Beschluss am Tor zur Haager Vorstadt nicht.

Keine Frage, die Dimensionen waren zu wuchtig, der Anbau über die Sempt zu voluminös und die Zufahrt über die schmale Hennengasse einfach unpassend. Was in der Debatte fehlte, war die Würdigung, dass Investoren am Rande der Altstadt etwas Neues schaffen wollen. Die Reste der ehemaligen Möbelhauses Falterer sind wahrlich keine Augenweide.

Dieses Objekt ist ein Musterbeispiel, wie ruinös der überhitzte Immobilienmarkt in Erding ist. Investoren geben astronomische Summen für abgehalfterte Gebäude aus – in der Hoffnung, mit möglichst großen Neubauten dieses Geld nicht nur wieder hereinzubekommen, sondern auch noch kräftig Gewinn abzuschöpfen. Dieser Bogen wurde an der Haager Straße überspannt.

Nun ist alles wieder auf Null – zum Schaden aller. Die nächsten Jahre passiert hier nichts, die Eigentümer verdienen nichts, die Stadtentwicklung stockt.

Immer wieder wird zu Recht beklagt, dass die Haager Vorstadt unattraktiv sei. Nach dem Scheitern dieses Projekts ist umso mehr die Stadt selbst am Zug. Es braucht einen Masterplan. Weil diese Baustelle um Jahre verzögert ist, ist nun der ideale Zeitpunkt, endlich das – noch hässlichere – städtische Mayr-Wirt-Areal anzugehen. Das gammelt vor sich hin, während ein Wirtshaus mit Hotel fehlt. Erding könnte zeigen, wie man den historischen Stadtkern behutsam in die Moderne überführt.

ham

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