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Ab ins Bett: Grippe- und Erkältungskranke sollten sich gründlich auskurieren – zum eigenen Schutz, aber auch dem Dritter.

Starker Anstieg seit Jahresbeginn

Grippe: Über 90 Fälle allein im Januar

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91 Grippe-Fälle im Januar sind dem Erdinger Gesundheitsamt bislang bekannt. Ein steiler Anstieg im Vergleich zu den Vorjahren. Doch Grund zur Sorge gebe es nicht.

Erding – Auch wenn das Corona-Virus derzeit in aller Munde ist, viel größer ist die Gefahr, an der klassischen Virusgrippe zu erkranken. Im Landkreis sind die Infektionszahlen im Januar fast explosionsartig angestiegen. 91 Fälle sind dem Gesundheitsamt übermittelt worden. Vor einem Jahr waren es im Januar nur 33 Patienten, in den Jahren davor 65 beziehungsweise 63.

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Claudia Fiebrandt-Kirmeyer, Sprecherin des Landratsamts, warnt davor, aus der reinen Zahl falsche Schlüsse zu ziehen. „Natürlich ragt die Zahl schon heraus. Ob die Grippe in diesem Winter aber viel folgenreicher ist als in den Vorjahren, kann man erst am Ende des Winters sagen.“ Grund für den Anstieg könnte die lange Kälte sein – idealer Nährboden für Viren.

Allerdings wiegen die 91 Fälle heuer vor dem Hintergrund schwer, dass der Impfstoff vor einem Jahr knapp geworden war und das Serum eine Zeit anfangs nicht für alle reichte. Erst im Februar konnte die Pharma-Industrie nachliefern.

Besonder schwer haben es Asthmatiker

Ärztesprecher Dr. Markus Marschall berichtet vom üblichen Erkrankungsbild im Januar. „Zurzeit plagen sich viele Menschen mit Atemwegsleiden“, berichtet der Lungenfacharzt. Besonders schwer hätten es Patienten mit chronischen Leiden, etwa Asthmatiker. Marschall kennt auch Fälle, die deswegen stationär in Krankenhäusern aufgenommen werden mussten.

Deutlich mehr Nachfrage nach Erkältungsmedikamenten stellt Dr. Bernd Grünbach, Inhaber der Apotheke im West Erding Park, fest: „Das Haus ist voll“, sagt er.

Impfen lohnt sich

Lohnt es sich jetzt überhaupt noch, sich gegen die Influenza impfen zu lassen? „Eindeutig ja“, sagt Grünberg – auch wenn es mehrere Tage dauert, bis ausreichender Schutz aufgebaut ist.

In den Schulen bleiben krankheitsbedingt in diesen Tagen etliche Stühle leer. Ganz geschlossenen werden, wie in Landshut, musste eine Einrichtung wegen um sich greifender Virusgrippe aber bislang nicht, berichtet Fiebrandt-Kirmeyer. Das Schulamt werde nur bei einer ungewöhnlichen Häufung von Fällen informiert.

Mehrere Grippefälle am Ludwig-Simmet-Anger

Nach Informationen unserer Zeitung gibt es etwa an der Grundschule am Ludwig-Simmet-Anger mehrere Grippefälle. Viele Eltern sind verunsichert. Doch die Behörden sehen noch keinen Grund einzuschreiten.

Das Gesundheitsamt setzt derweil auf Aufklärung. Alle Kinder bekamen ein Merkblatt mit nach Hause. Ein Grippekranker kann bereits unter 24 Stunden nach Infektion andere anstecken – etwa durch Anhusten oder Händeschütteln. Nach dem Infektionsschutzgesetz dürfen an der Influenza erkrankte Personen weder Kita noch Schule besuchen. Erst nach Abklingen der Symptome ist das wieder erlaubt. Das Personal ist verpflichtet, Krankheitsfälle zu melden.

Grundsätzlich sollten sich alle Menschen ab 60 Jahren impfen lassen – möglichst bereits im Herbst, rät das Gesundheitsamt. Empfohlen wird das auch Personen mit Grunderkrankungen sowie Arbeitskräften in Kliniken, Heimen und Betrieben mit viel Kundenverkehr.

Fragen zur Grippe

beantwortet das Gesundheitsamt unter Tel. (0 81 22) 58 14 30.

Hans Moritz

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