Aufregung vor dem Start: Die Gymnasiasten mit dem Stratosphärenballon, den sie vom KAG-Sportplatz aus steigen ließen.
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Aufregung vor dem Start: Die Gymnasiasten mit dem Stratosphärenballon, den sie vom KAG-Sportplatz aus steigen ließen.
Welch ein Anblick: Dieses Foto machte eine der beiden Kameras an Bord des Ballons in 35000 Meter Höhe. 
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Welch ein Anblick: Dieses Foto machte eine der beiden Kameras an Bord des Ballons in 35000 Meter Höhe. 
Sonde geborgen: Ein tschechischer Kletterer holte sie vom Baum.
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Sonde geborgen: Ein tschechischer Kletterer holte sie vom Baum.

Ballonprojekt am Korbinian-Aigner-Gymnasium

Die Stratosphären-Segler

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Erding – Die Welt von ganz weit oben sehen – diesen Traum haben Schüler des Korbinian-Aigner-Gymnasiums (KAG) Erding in ihrem P-Seminar Physik in die Tat umgesetzt. Unter der Leitung ihres Lehrers Christian Hoffmann ließen Jessica Aschbacher, My Linh Pham, Erik Kießig, Leonhard Döllel und Vitus Hofmeier (alle Q 12) nach gut halbjähriger Vorbereitung einen Stratosphärenballon vom Sportplatz der Schule starten.

Bevor der Ballon in die Luft gehen konnte, war einiges zu tun. Es mussten diverse Messtechnik vorbereitet, programmiert und getestet sowie diverse Startgenehmigungen eingeholt werden. An Bord der Messsonde waren ein Strahlenmessgerät, ein UV-Sensor, ein Temperatursensor, Luftfeuchtigkeitssensor, ein Drucksensor, ein CO2-Sensor, diverse GPS-Tracker und Höhenmesser. Außerdem wurden zwei Kameras mitgeschickt. Zusätzlich mussten die Messgeräte speziell verpackt werden, um die extrem kalten Temperaturen von bis zu minus 60 Grad zu überstehen.

Den Start verfolgten viele Gymnasiasten und Lehrer gespannt. Der mit Helium gefüllte Ballon stieg empor und durchflog auf seiner Reise an die Grenze zum Weltall die Troposphäre, die Tropopause und die Ozonschicht. Schließlich erreichte er in einer Höhe von 35 000 Metern die Stratosphäre.

Unmittelbar nach dem Start folgte ein kleines Bergungsteam mit dem Auto dem Ballon, der seine Koordinaten regelmäßig zur Erde funkte. Nach drei Stunden Flug landete der Ballon samt Messsonde im Nationalpark Böhmerwald in Tschechien in der Nähe des kleinen Ortes Nová Pec. Das Bergungsteam entdeckte den Stratosphärenballon schließlich im Wald – in 20 Meter Hohe in einem Baum hängend.

Die Bergung der Messsonde gestaltete sich schwierig. Trotz der Hilfe von zwei professionellen Baumkletterern gelang es im ersten Versuch nicht. Enttäuscht fuhren die Erdinger abends nach Hause. Nach vielen Telefonaten fand sich dann glücklicherweise doch ein Team von mutigen tschechischen Kletterern, das genau eine Woche nach dem Start die Sonde vom Baum holen konnte. Die spektakulären Bilder der Sonde und die Auswertung der Messungen können beim Präsentationsabend der P-Seminare am Mittwoch, 16. Januar, im KAG bestaunt werden.

Auch folgende P-Seminare stellen dort ihre Arbeiten vor: Russisch (Projekt mit einer russischen Schule), Geschichte („Römer in Bayern“), Sozialkunde („Dein erstes Mal“) und Basteln 2.0. Das Projekt hat der Landkreis Erding finanziert.

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