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Hans Moritz, Redaktionsleiter des Erdinger/Dorfener Anzeiger.

Streit um Hochwasserschutz in Erding und in der CSU Moosinning

Kommentar: Hohe Dämme, tiefe Spalten

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In Erding wird um den Hochwasserschutz gerungen, in Moosinning steht die CSU vor einer Spaltung. Der Wochenendkommentar von Redaktionsleiter Hans Moritz.

Beim Hochwasserschutz ist der Erdinger Stadtrat wahrlich nicht zu beneiden. Die Sicherung der Gräben sowie der Sempt ist ein Mammutprojekt mit hunderten Betroffenen. Sie wollen einerseits möglichst wirksam vor neuerlichen Fluten wie zuletzt 2013 geschützt werden, andererseits wehren sie sich gegen Eingriffe in ihrer Umgebung.

Diese Rechnung kann nicht aufgehen. Denn Altenerding wird ohne Dämme und Staubecken nicht wirksam zu schützen sein. Wenn das Projekt schleppend vorankommt, weil einzelne Grundbesitzer die Planer nicht mal auf ihre Flächen lassen, zeugt das nicht gerade von Gemeinsinn. Und wenn der Politik unterstellt wird, sie gefährde Teile des Ortes, nur damit ein Investor an der Haager Straße Ost seinen Reibach machen kann, ist das infam.

Auf der anderen Seite ist die Skepsis nicht verwunderlich. Vielen kommt der Hochwasserschutz zu langsam voran. Das frühzeitige Ausbaggern der Gräben und der Sempt hätte das deutliche Zeichen gesetzt: Hier passiert was. Hinzu kommen peinliche Rechenfehler des Wasserwirtschaftsamtes, was den Damm bei Niederwörth betrifft. Töricht war auch die Aussage eines Planers, für Erding gebe es keinerlei wirksamen Schutz. Das ist einfach falsch und zeugt von Unkenntnis.

***

Endlich Rauchzeichen bei der Moosinninger CSU: Manfred Lex kandidiert als Bürgermeister – und damit zunächst intern gegen Pamela Kruppa. Der 63-Jährige hatte die Amtsinhaberin monatelang vertreten – ruhig, souverän, einend. Lex’ Entscheidung kommt spät. Zu spät, um einen heftigen Kampf im Ortsverband noch zu verhindern. Ihm droht über Jahre hinaus Lähmung.

Persönlich ist Lex’ langer Abwägungsprozess verständlich. Der hat aber dazu beigetragen, dass nicht nur die Moosinninger über das groteske Polit-Kasperltheater entsetzt den Kopf schütteln.

Kruppa, die ihr Amt lange vernachlässigt hat, mag zwar erkannt haben, dass sie in weiten Teilen als nicht mehr vermittelbar gilt. Doch sie klammert sich an ihr Amt, wirbt an der Haustür um Mitglieder und Unterstützer.

Selbst wenn Kruppa die Kandidatur gewinnt, stehen ihre Chancen am 15. März 2020 schlecht, zumal weite Teile der CSU ihr jegliche Wahlkampfhilfe versagen werden. Es wäre für beide Seiten besser, Kruppa würde eine eigene Liste gründen. Auch dann müsste sie die Frage beantworten, warum ihr das Amt so wichtig ist, wenn sie sich zuletzt so wenig darum gekümmert hat.

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