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Windwürfe stellen nicht nur jetzt, sondern auch noch in den kommenden Wochen eine enorme Gefahr war. Deswegen sollten Spaziergänger Wälder bis auf Weiteres meiden.

Folgen für den Hozmarkt  - Ärger über Sägewerksbesitzer

Sturm macht Waldbesitzern zu schaffen

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Mit Erleichterung und Sorge verfolgen die Waldbesitzer Sturm Sabine. Flächendeckende Windwürfe wie bei den Orkanen Kyrill und Lothar sind nach Angaben von Rainer Mehringer, Chef der Waldbesitzervereinigung (WBV) Erding, zwar ausgeblieben, doch das jetzt anfallende Holz verschärft den Preiskampf.

Erding –  „Es hätte uns schlimmer erwischen können. Es sieht so aus, als hätte es vor allem einzelne Bäume beziehungsweise Kronen erwischt“, sagt Mehringer unserer Zeitung.

Er warnt davor, jetzt in bewaldete Gebiete zu gehen. „Zurzeit, aber auch noch in den kommenden Wochen besteht ein sehr hohes Risiko“, so der Geschäftsführer und Vorsitzender der WBV. Denn mit Abflauen des Windes sei die Gefahr noch nicht gebannt. „Es können auch später noch Stämme vor allem abgebrochene Kronen, die sich verfangen haben, herabstürzen.“ Auch die Waldbewirtschafter ruft er zu größter Vorsicht auf.

Schäden vor allem an Waldrändern - viele Kronen gebrochen

Besonders hart erwischt hat es nach ersten Begutachtungen dem Wind ausgesetzte Waldränder sowie Bäume, die der Borkenkäfer bereits geschwächt hat. Der aufgeweichte Untergrund hat viele Stämme samt Wurzelteller nicht halten können.

In dem als waldarm geltenden Landkreis befinden sich 10 000 Hektar in Privatbesitz, davon werden 7000 Hektar von WBV-Mitgliedern bewirtschaftet. Hinzu kommen Staats- und Kommunalwald.

Der WBV-Chef berichtet, „dass wir die Borkenkäferschäden von 2018 nahezu aufgearbeitet haben, aber von 2019 ist noch allerhand Käferholz da“. Das wirke sich auf den Markt aus.

Baubranche nimmt viel Holz ab - aber nur das Gute

Mehringer ist froh, dass es wieder Absatzmöglichkeiten gibt. „Eine Zeit lang ging da gar nichts.“ Den Waldbesitzern helfe die Baukonjunktur. „Neben Deutschland ist vor allem Österreich ein starkes Abnehmerland.“ Geholfen habe auch der Einschlagstopp bei den Staatsforsten – für den Klimaschutz und zur Konjunkturbelebung.

Sägewerke wollen aus Verträgen raus - WBV sauer

Trotzdem seien die Preise alles andere als zufriedenstellend. Für einen Kubikmeter Fichtenholz bekommt man laut Mehringer zurzeit etwa 70 Euro. Bei Käferholz würden bis zu 30 Euro abgezogen. Als Gewinn blieben nach den Kosten für Ernte und Transport grade einmal 20 Euro. „Dabei stehen die Bäume 80 Jahre im Wald.“ Als „sehr ärgerlich“ bezeichnet er Versuche der Sägewerke, aus Verträgen auszusteigen, um weniger zu zahlen. Dabei sei das Schadholz ohnehin nur noch für Hackschnitzel und Pellets geeignet.

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