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Dankbar für die freundliche Aufnahme in Erding sind die syrischen Flüchtlinge Ayyat (M.) und Ahmat Shhade. 2016 kamen sie in den Warteraum Asyl. Nun kehrten sie zurück und bedankten sich stellvertretend bei OB Max Gotz (l.) bei allen Erdingern, die ihnen damals geholfen hatten. 

Syrische Flüchtlinge kehren nach Erding zurück, um sich für die Hilfsbereitschaft zu bedanken

Ein Musterbeispiel für Integration

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Es sind zwei von über 100 000. Die syrischen Flüchtlinge  Ahmat und Ayyat Shhade kehrten noch einmal nach Erding zurück. 2016 hatte hier ihr neues Leben begonnen.

Erding – Über 100 000 Flüchtlinge kamen ab Herbst 2015 über den Warteraum Asyl im Erdinger Fliegerhorst nach Deutschland. Unter ihnen waren auch Ahmat und Ayyat Shhade. Jetzt kehrten sie nach Erding zurück – als Musterbeispiel für geglückte Integration, und um sich bei den Erdingern für die Gastfreundschaft zu bedanken. Dazu besuchten die beiden Syrer Oberbürgermeister Max Gotz höchstpersönlich.

Als Ayyat und Ahmat Shhade im Februar 2016 im Camp Shelterschleife, das zum Jahresende geschlossen wurde, eintrafen, hatten sie eine abenteuerliche und lebensgefährliche Flucht hinter sich. Wochen vorher waren sie aus Syrien geflohen, vor dem blutigen Krieg und der Terrorherrschaft Assads. Die Familie schaffte es in einem Schlauchboot übers Mittelmeer. Über die damals gerade noch offene Balkanroute kamen sie nach Deutschland. Von der Grenze ging es per Bus in den Fliegerhorst.

Von Erding ins Sauerland

Doch die Shhades hatten ein anderes Ziel vor Augen. Einigen Mitgliedern ihrer Familie war schon vorher die Flucht geglückt. Sie hatten in Sundern im Sauerland eine neue Heimat gefunden. Dorthin wollten auch Ayyat und Ahmat. Sie verließen den Warteraum in Richtung S-Bahnhof Erding, einen Weg, den in dieser Zeit tausende Flüchtlinge wählten. Am Bahnhof trafen sie den in Kemoding (Gemeinde Fraunberg) wohnenden Postler und Gewerkschafter Andreas Faltermaier. Er bot damals nicht nur den Shhades seine Unterstützung in der neuen Heimat an.

Alle arbeiten, studieren oder lernen Deutsch

Längst haben die jungen Syrer in ihrer neuen Heimat Deutschland Fuß gefasst. Große Teile der Familie sind im Sauerland wieder vereint. Integrationswille und -erfolg sind beispielgebend. Ayyat studiert seit vier Semestern Medizintechnik, zwei ihrer Brüder machen eine Ausbildung, einer studiert Bautechnik, einer geht aufs Gymnasium. Ahmat arbeitet und studiert nebenbei. Die Eltern sind in einem Beschäftigungsprogramm und lernen fleißig deutsch. Eine Schwester hat in Deutschland ein Kind bekommen und ist in Elternzeit. Gleichzeitig ist sie noch als Dolmetscherin tätig. Alle Kinder sprechen fließend und nahezu akzentfrei Deutsch.

Zu den Shhades hat Faltermaier den Kontakt nie abreißen lassen. Jetzt kehrten die beiden Syrer noch einmal an den Punkt zurück, an dem ihr neues Leben vor ziemlich genau vier Jahren seinen Anfang nahm – nach Erding. In dieser Zeit wohnten sie bei ihrem damaligen Flüchtlingshelfer Faltermaier.

Besuch beim Oberbürgermeister

Natürlich wollten Ayyat und Ahmat noch einmal den Warteraum Asyl sehen. Das war nur von außen möglich. Auch an den Bahnhof zog es sie ein zweites Mal. Endlich mehr Zeit hatten die beiden Syrer, Erding kennen zu lernen. Das taten sie ausgiebig.

Faltermaier hatte einen Besuch bei OB Gotz eingefädelt. Er empfing die Syrer in seinem Amtszimmer zu einem Gespräch, bei dem er sich über die gelungene Integration freute. Die Shhades indes nutzten die Gelegenheit, sich bei den Erdingern zu bedanken. „Wir sind hier sehr gut und freundlichen empfangen und aufgenommen worden.“ Das würden sie nie vergessen. Flucht und Neubeginn in einem sicheren Staat seien nun wesentliche Kapitel ihrer bewegten Biografie. Gotz gab ihnen ein Geschenk der Stadt Erding mit auf den Weg. Mittlerweile sind sie wieder in Sundern. Doch den Draht nach Erding, den wollen sie behalten – ebenso wie die schönen Erinnerungen an Erding, der Bahnsteig in ihr neues Leben.

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