Monate lang waren Restaurants geschlossen. Nach der Öffnung der Biergärten darf nun auch in Innenbereichen bedient werden. So schaut die Lage in der Kreisstadt aus:
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Zweigeteilt: Event-Gastronom David Ritter in seinem Sommergarten am Volksfestplatz. Der rechte Teil zeigt das ausgelagerte Kennedy’s, links ist der Biergarten-

Nicht alle sperren auf

Erding: Tag 1 nach dem Lockdown für die Gastronomen

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Monate lang waren Restaurants geschlossen. Nach der Öffnung der Biergärten darf nun auch in Innenbereichen bedient werden. So schaut die Lage in der Kreisstadt aus:

Erding – Für die leidgeprüften Gastronomen war gestern Tag 1 nach dem Corona-Lockdown. Eine Woche nach den Biergärten dürfen seit Monaten auch die Restaurants wieder öffnen. Doch die Auflagen sind hoch, manchen Gastronomen zu hoch. Und Wirt David Ritter trifft nicht nur das Virus und seine Folgen. Ihn hat es gleich dreifach erwischt. Nun macht er aus der Not eine Tugend.

Ritter betreibt nicht nur den Sommergarten und die Diskothek Weekend Club am Erdinger Volksfestplatz, sondern auch die Kennedy Bar am Schönen Turm. Alle drei musste der 35-Jährige im März zusperren. Seit Mitte vergangener Woche ist der Biergarten wieder offen. Ritter hat sich ein paar Tage mehr Zeit gelassen. „Am Montag standen noch nicht einmal alle Vorgaben fest. Wir mussten jede Menge anpassen, Schilder aufstellen, die Tische auseinander rücken“, erzählt er. Doch das gute Wetter bescherte ihm ab Freitag ein gutes Geschäft. Und das, obwohl er nicht mehr wie früher bis zu 700 Gäste bewirten kann, sondern maximal die Hälfte.

Rathaus-Tunnelbau vor der Tür

Sein Lokal in der Innenstadt bleibt vorerst geschlossen. Denn die Freischankfläche ist eine einzige Baustelle (Bild links). Und der Aufwand, nur das Lokal zu betreiben, ist Ritter zu hoch.

Die Freischankfläche vor dem Kennedy blieb dagegen zu – und daran wird sich auch so schnell nichts ändern. „Ich habe die Kanalbaustelle vor der Tür. Alles ist abgesperrt. Da kann ich den Biergarten gar nicht eröffnen“, erklärt Ritter. Und auch das Restaurant an der Landshuter Straße geht erst einmal nicht wieder an den Start. „Man kommt ja kaum zu uns. Wenn ich dann noch die Abstände wahren will, kann ich nur sehr wenige Gäste empfangen. Das lohnt sich nicht.“ 

Ihn ärgert, dass die Stadt vorher nicht mit den Anliegern geredet habe. „Das wurde einfach durchgezogen. Die Geschäftsleute und Anwohner sind sauer.“

Kennedy X Sommergarten: Online-Registrierung um Wartezeiten zu vermeiden

Und doch kann man das Kennedy besuchen. Ritter hat es kurzerhand in den Sommergarten verlegt. „Kennedy X Sommergarten“ heißt das Projekt. Ein Teil des Biergartens wurde mit dem Mobiliar aus der Innenstadt bestückt. Dort können die Gäste ab 9 Uhr im Freien frühstücken. Geöffnet ist an schönen Tagen bis 14 Uhr.

Der große Biergarten ist von 12 bis 20 Uhr geöffnet, wie gehabt mit Selbstbedienung. Türsteher kannte man bei Ritter nur von der Disco. Nun hat er Empfangsdamen engagiert. Denn jeder Gast muss registriert werden, um im Falle einer Corona-Infektion alle Kontaktpersonen ermitteln zu können. „Um Wartezeiten zu vermeiden, empfehle ich, sich vorher online zu registrieren, entweder unter www.kennedybar.de oder www.sommergarten-erding.de.“ Man könne aber auch spontan kommen.

Wirtshaus Kreuzeder öffnet wieder – und hält auch am To-go-Angebot fest

Wann er die Disco wieder aufsperren darf, weiß Ritter nicht, glaubt aber nicht an eine rasche Lockerung. „Disco, das heißt Nähe, Singen, Tanzen, Kontakt. Dieser Bereich wird sicher als einer der letzten wieder hochgefahren.“ Immerhin kann Ritter einige seiner Mitarbeiter wieder aus der Kurzarbeit holen. Etwa sechs braucht er fürs Kennedy, 10 bis 15 für den Sommergarten. Personalsorgen hätte er ohnehin nicht. „Bei mir haben sich zuletzt 30 bis 40 Menschen beworben, die einen Job suchen“, erzählt der 35-Jährige.

Von einer „neuen Phase“ spricht Kreuzeder-Wirt Martin König. Auch er hat seit Montag wieder geöffnet – drinnen wie draußen. Den Außer-Haus-Verkauf will er aufrecht erhalten – und hat dafür zwei neue Mitarbeiter angestellt. „Mit Gottes Hilfe stehen wir das alles durch. Wir wollen niemanden gefährden und sind deshalb sehr vorsichtig“, versichert der Wirt.

Die ersten Hotels nehmen wieder den Betrieb auf

Auch in der Herzogstubn beginnt wieder der Alltag. Heute um 11 Uhr sperrt Tom Eichloff sein Lokal am Kleinen Platz auf, eine Woche nach dem Biergarten. Montags ist weiter Ruhetag. Das Gleiche gilt nach den Worten von Daniel Helmecke für den Erdinger Weißbräu, der nun auch wieder Urlauber als Übernachtungsgäste aufnehmen darf.

Dennoch bleibt das gastronomische Angebot in Erding reduziert. Denn nicht alle Wirte wollen oder können die hohen Auflagen erfüllen – mit dem Risiko, zu wenig Gäste zu haben, dass sich der finanzielle und personelle Aufwand lohnt.

Restaurant Empire in der Therme und Münchner Hof bleiben noch geschlossen

Jens Bernitzky kündigt an, das Restaurant Empire in der Therme erst dann wieder zu öffnen, wenn auch Therme und Hotel aus dem Lockdown kommen. „Ich hoffe, Mitte Juni wird es soweit sein“, sagt er. Anfangs werde man noch keine externen Gäste bewirten. „Das planen wir ab 1. Juli.“ Im Herbst sollen die ersten Aktionswochen und der Brunch wieder stattfinden.

Schlechte Nachrichten auch aus dem Münchner Hof. Die Wirte Sepp, Sepp junior, Vitus und Jakob Ehrenthaler teilten am Sonntag via Facebook mit, dass das Traditionslokal vorerst geschlossen bleibe. Dies begründen die Ehrentalers zum einen mit der „befremdlichen Atmosphäre“ durch die strengen Vorgaben, zum anderen mit der Erwartung, dass ein „wirtschaftlicher Betrieb schlichtweg nicht gegeben ist“. In einigen Woche wollen sie die Lage neu bewerten.

Hans Moritz

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