Der Flughafen steht still, das Nachtleben auch. Taxler bekommen keine Aufträge mehr. Viele haben ihren Wagen abgemeldet. Andere versuchen es nun mit Besorgungsfahrten.
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Wenig zu tun: So stark eingebrochen wie aktuell ist das Taxigeschäft in Erding noch nie, weiß Mike Russ von der Taxivereinigung.

Kurzarbeit, abgemeldete Autos und Besorgungsfahrten

Erdings Taxler leiden an Corona-Beschränkungen

Der Flughafen steht still, das Nachtleben auch. Taxler bekommen keine Aufträge mehr. Viele haben ihren Wagen abgemeldet. Andere versuchen es nun mit Besorgungsfahrten.

ErdingDie Menschen sollen zu Hause bleiben, Geschäfte und Gaststätten haben geschlossen, der Flugverkehr ist eingeschränkt. Das trifft auch Erdings Taxifahrer schwer. „Ich fahre seit etwa 15 Jahren, aber so eine Situation ist noch nicht vorgekommen“, erzählt Mike Russ, Vorsitzender der Taxivereinigung Erding. „Der Umsatz ist fast komplett abgebrochen. Das Nachtleben fehlt, der Flughafen fehlt. Das ist sehr schwierig für uns.“

Deutlich wird die Lage nachts an den Wochenenden. Normalerweise sind dann alle 22 Taxis in der Stadt unterwegs und fahren vor allem die Gäste der Nachtlokale. Seit den Corona-Beschränkungen sei allerdings nur noch ein Wagen im Einsatz. Tagsüber sind weiterhin fünf bis sechs Taxen im Dienst. Am Steuer würden aber fast nur noch die Unternehmer selbst sitzen, berichtet der 42-jährige Russ: „Der Mindestlohn ist nicht mehr einzuhalten. Deshalb haben die meisten Unternehmer Kurzarbeit angemeldet.“ Darunter auch Russ selbst. Sieben der 22 Taxen seien sogar abgemeldet worden.

Neues Angebot: Besorgungsfahrten

Besondere Schutzmaßnahmen habe die Taxivereinigung ihren Fahrern und Unternehmern zwar nicht auferlegt, „aber wir sind ständig im Austausch, und wenn jemand eine Idee hat, dann setzen es eigentlich auch alle um“. Beispielsweise dürften Fahrgäste vorne nicht mehr einsteigen. Dazu hätten auch fast alle Fahrer Atemmasken und Desinfektionsmittel. Das sei auch sehr wichtig, denn ein kleines Standbein der Taxen ist noch nicht abgebrochen: die Krankenfahrten. „Das sind Dauerpatienten, die zum Beispiel regelmäßig zur Dialyse müssen“, erzählt der Vorsitzende – Risikopatienten also. „Wir hatten noch keinen Taxler, der Symptome zeigt. Wir sind Gott sei Dank alle gesund und müssen aufpassen, dass das auch so bleibt.“

Die Taxivereinigung bietet seit kurzem auch Besorgungsfahrten an. „Das haben wir früher auch gelegentlich gemacht“, weiß Russ. „Der ÖPNV ist für ältere Menschen gefährlich. Generell sollten Risikopatienten und Senioren lieber daheim bleiben. Wir sind Tag und Nacht nur einen Anruf entfernt. Wenn jemand was braucht, egal ob vom Supermarkt, von der Apotheke oder vom Metzger, wir besorgen es gerne.“ Abgerechnet werde der Einkauf und die Fahrt vom Supermarkt bis zur Haustür. Ob sich das Angebot gegen die vielen kostenlosen Hilfsaktionen durchsetzen kann, bleibt abzuwarten. Die Taxizentrale in Erding ist im Gegensatz zu ihnen durchgehend erreichbar, unter Tel. (08122) 141 77. 

Mayls Majurani

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